Bürgerpreisträgerin stand vor Problemen

Hilfsverein von Petra und Robert Köser muss sein Lager räumen - Neue Halle gefunden

Petra Köser in ihrer Halle für Sachspenden in Hückeswagen-Wiehagen. Hier muss sie in genau neun Tagen raus sein.
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Petra Köser in ihrer Halle für Sachspenden in Hückeswagen-Wiehagen. Hier muss sie in genau neun Tagen raus sein.
  • Melissa Wienzek
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Petra Köser suchte dringend eine neue Immobilie. Und fand eine am Kremenholl.

Remscheid. Für das Lagerproblem des Vereins Bergisch Land Hand in Hand zeichnet sich eine Lösung ab. Wie der RGA am Samstag berichtete, wird der Verein der diesjährigen Bürgerpreisträgerin Petra Köser in Kürze seine Lagerhalle verlieren. Nun hat Petra Köser Grund zur Freude: Nach der Berichterstattung steht eine Halle in Kremenholl zur Verfügung.

Dort möchte der Verein in Zukunft Spenden wie Kleidung, Geschirr oder Ähnliches lagern. Der derzeitige Eigentümer werde die Halle noch vollständig räumen, aber vier Paletten könne der Verein schon unterbringen, erzählt Petra Köser.

„Bald werden wir nicht mehr so viele Möbel vorhalten müssen“, fügt sie in Hinsicht auf die Lagersituation hinzu. Viel Platz bräuchten derzeit Möbel für Geflüchtete, die eine neue Wohnung beziehen. Wenn diese Not nicht mehr so groß sei, werde auch eine ganze Wohnungsausstattung zunächst reichen. Die passe auch in eine Garage.

Unsere vorherige Berichterstattung

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Sie helfen Menschen in der größten Not - und wurden dafür bereits mit dem Ehrenamtspreis 2022 von Stadtsparkasse Remscheid, RGA und Radio RSG ausgezeichnet. Doch nun braucht der gemeinnützige Hilfsverein Bergisch Land Hand in Hand um Petra Köser und ihren Sohn Robert selbst Hilfe.

In genau neun Tagen müssen sie mit ihren Sachspenden aus der Halle in Hückeswagen-Wiehagen ausgezogen sein, weil das Objekt anderweitig vermietet wurde. Doch trotz aller Bemühungen, Kontakte und öffentlicher Aufrufe haben die Kösers bis heute kein neues Domizil gefunden. „Das ist sehr frustrierend“, sagt Petra Köser geknickt. Denn so wird ihrem tatkräftigen Ehrenamt, das Mutter und Sohn mit viel Herzblut ausüben, ein Riegel vorgeschoben.

Denn die Not sei groß. „Ich bin jeden Tag aufs Neue überrascht, wie viele Menschen doch in unserer eigenen Stadt Hilfe brauchen“, sagt Petra Köser. Sei es der bedürftige Junge, der eine komplette Ausstattung für sein Zimmer erhält, die alte Dame, die Hilfe bei Formularen und Ämtern braucht, die Flutopfer, denen man Handwerker und Material besorgt oder die ukrainische Familie, denen Petra Köser am Kremenholl eine Wohnung vermittelt - in allen Bereichen ist der Verein aktiv. Und berät dazu auch alle zwei Wochen in der Denkerschmette. Manchmal gehe es auch einfach nur ums Zuhören. „Wir möchten den Menschen eine neue Perspektive geben.“

Inflation und Energiekrise: Sohn und Mutter Köser wollen ein Hilfszentrum für Remscheid aufbauen

Weil der Bedarf so groß sei und aufgrund von Inflation und Energiekrise absehbar noch weiter steigen werde, möchten die Kösers nun gemeinsam mit weiteren Mitstreitern ein Hilfszentrum für Remscheid aufbauen. „Vielen ist nicht klar, dass wir etwas Beständiges aufbauen wollen. Viele denken auch, wir machen nur Ukraine-Hilfe. Aber wir helfen allen Remscheidern in Not.“

In dem geplanten neuen Hilfszentrum möchten sie nicht nur das Sachspendenlager unterbringen, das alles von Spielsachen bis Möbel und Baumaterialien umfasst, sondern auch Räume für Beratung, Sprachkurse für Ukraine-Flüchtlinge und mehr schaffen. Außerdem möchten die Kösers gemeinsam mit Sebastian Zimnohl die humanitäre Hilfe ausbauen - und dazu im weiteren Verlauf eine gGmbH gründen.

„Ich hätte sofort 10 bis 15 Personen, die helfen würden.“ Zudem zahlreiche Ukrainer, die mitanpacken würden: eine Lehrerin, einen Kfz-Mechaniker, Möbelträger. Denn durch ihren Einsatz in der Ukraine-Hilfe ist mittlerweile ein großes Netzwerk entstanden. „Die hier lebenden Flüchtlinge sind dankbar und wollen selbst helfen“, sagt sie.

Immobiliensuche verläuft bisher ohne Erfolg - Der OB hilft bei der Suche

Aber was fehlt, ist eben die passende Immobilie. Und die sei auch die Voraussetzung, um sich für große Fördertöpfe zu bewerben. Für kleinere wie „2000 x 1000“ des Landes oder Mittel für die Ukraine-Hilfe habe man sich bereits beworben. „Aber das trägt alles keine Halle.“ 600 Quadratmeter in Remscheid, gut erreichbar, das wäre ideal. Ihr Traum wäre der alte städtische Kindergarten an der Paulstraße - bislang sei ihre Anfrage aber unbeantwortet geblieben.

Zurzeit sind die Habseligkeiten an verschiedenen Orten untergebracht, außer in Wiehagen noch in einem kleinen Lager in Honsberg und im Ex-Edeka am Hasenberg. Letzteres hatten sie über Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz von der Gewag vermittelt bekommen. Dafür sei man auch dankbar. Aber die Halle sei nicht komplett für ihr Vorhaben nutzbar - zu klein.

Was passiert, wenn sie bis 15. August kein neues Domizil finden? „Dann werden wir einen Teil der Sachspenden wegschmeißen müssen“, macht Köser deutlich. Man stehe zwar nicht vor dem Aus, aber man könne nicht mehr in dem Umfang helfen. Und das tut Petra Köser in der Seele weh.

Auch OB Mast-Weisz hat bislang keine Lösung für den Hilfsverein. „Ich höre mich aber um“, verspricht er.

Kontakt

Kontakt: Petra Köser vom Verein Bergisch Land Hand in Hand ist mobil erreichbar: Tel.
(01 51) 46 10 36 34, bergischlandhandinhand.de

Begegnungstreffen: Das nächste Frühstücks-café samt Beratung des Vereins findet am 10. und 24. August, 10 bis 12 Uhr, in der Denkerschmette, Kippdorfstraße 27, statt.

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