Immer mehr Ladesäulen entstehen

Hier können Autofahrer in Remscheid Strom tanken

An der Kräwi steht bereits eine Ladesäule: Tim Folger (Projektleiter für Ladeinfrastruktur, l.) und Prof. Dr. Thomas Hoffmann (Geschäftsführer der EWR) planen weitere.
+
An der Kräwi steht bereits eine Ladesäule: Tim Folger (Projektleiter für Ladeinfrastruktur, l.) und Prof. Dr. Thomas Hoffmann (Geschäftsführer der EWR) planen weitere.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
    schließen

Ladestationen entstehen am Zentralpunkt, in Hackenberg und am Busbahnhof – Ratsdebatte zum Thema.

Remscheid. Immer mehr Ladestationen sollen im Remscheider Stadtgebiet dazu beitragen, Interessierten den Umstieg auf Elektroautos zu erleichtern. Thematisiert wurde dies nun im Stadtrat, wo der Chef der Remscheider Stadtwerke Prof. Dr. Thomas Hoffmann ausführte, dass der Ausbau Fortschritte mache. Er belegte dies mit der Statistik: Gab es 2018 gerade einmal 14 Ladepunkte, so stieg die Zahl bis 2020 auf 166. Zum Stichtag 31. Oktober 2022 hat sie sich mehr als verdoppelt. 401 Möglichkeiten gibt es mittlerweile in Remscheid, um Fahrzeuge mit Strom zu tanken – ob an Wallboxen von Privatkunden oder an öffentlichen Ladesäulen. „Wir sind in diesem Sektor Marktführer“, erklärte er den Ortspolitikern.

Ein Faktor sei dabei, dass immer mehr namhafte Betriebe Ladepunkte vorhalten. „Für die Betriebsfahrzeuge und für die Autos der Mitarbeiter“, wie Hoffmann feststellte. Bei seiner Präsentation tauchte das Logo von Vaillant ebenso auf wie das von Gedore, Heyco, Picard oder auch von der Gebäudereinigung Schulte, die auf E-Technik setzen.

„Wir müssen den Verkehr von der Straße holen.“

Bettina Stamm (echt Remscheid)

Aber auch das öffentlich zugängliche Ladenetz sei immer weiter ausgebaut worden – etwa am Autohaus Aurego oder auf dem Parkplatz Kirchberg an der Krawi. 2023 sollen neue Standorte am Freizeitbad H2O in Hackenberg, an der Gertenbachstraße in Lüttringhausen, auf dem Johann-Vaillant-Platz am Zentralpunkt, an der Konrad-Adenauer-Straße in der Nähe des Busbahnhofs und am Röntgen-Museum in Lennep folgen. „Außerdem planen wir ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Bäckerei Evertsberg – einen Schnellladestandort“, berichtete Hoffmann. An der Lenneper Filiale in der Nähe der Ringstraße können die Autobesitzer künftig innerhalb von 30 Minuten ihren Pkw mit Strom betanken und währenddessen beispielsweise ein Stück Kuchen in der Niederlassung essen.

Es gab aus den Reihen der Ortspolitiker jede Menge Hinweise und Ideen, wo weitere Ladesäulen Sinn machen könnten. Sven Wolf (SPD) forderte, sie in den Quartieren zu platzieren – dort, wo die Menschen leben. „Das Ganze muss für die Nutzer möglichst einfach sein.“

Alexander Schmidt (CDU) nannte unter anderem Schulhöfe, die nach Unterrichtsschluss zur Stromtankstelle werden könnten. David Schichel (Bündnis 90/die Grünen) brachte für die Ladestationen Parkplätze von Supermärkten ins Gespräch. Für ihn sei es ohnehin ein Ärgernis, dass die Flächen in der Nacht ungenutzt bleiben.

„Wir sind mit einzelnen Geschäften im Gespräch. Dabei kommt es jedoch sehr darauf an, wo die Entscheidungsgewalt liegt – gerade bei Handelsketten bleiben Anfragen häufig unbeantwortet“, erklärte der Prof. Hoffmann, der sich im Rat auch mit kritischen Tönen konfrontiert sah.

Roland Kirchner von der Wählergemeinschaft (Wir) wunderte sich, dass ausgerechnet die Kräwinklerbrücke als Standort für eine Ladestation auserkoren wurde. Es sei doch sehr fraglich, ob sich die Investition an dieser Stelle lohne. Zudem warf er die Frage auf, ob das Stromnetz Remscheids denn überhaupt „60 000 Autos“ verkraften könne, die irgendwann mit Elektrizität versorgt werden müssten. Prof. Hoffmann verwies darauf, dass Kapazitäten vorhanden seien. Für einzelne Straßenzüge wollte er aber eine „notwendige Netzverstärkung“ nicht ausschließen.

Grundsätzlich wurde Bettina Stamm (echt Remscheid). Aus ihrer Sicht leiste die Elektromobilität nicht den wesentlichen Beitrag zur Klima- und Verkehrswende. „Wir müssen den Verkehr von der Straße holen.“ Eine Stärkung des Personennah- und Radverkehrs sei sinnvoller.

Zulassungen

Stadtdirektor Sven Wiertz nannte bei der Ratssitzung Zulassungszahlen: Danach waren in Remscheid 63 640 Fahrzeuge zum 1. Januar 2022 angemeldet, 304 mehr als im Vorjahr. 701 davon haben einen Strom-Komplettantrieb (304 mehr als 2021), 849 Pkw sind ein Plug-in-Hybrid (450 mehr als 2021).

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
A1 bei Remscheid nach Unfall wieder frei
A1 bei Remscheid nach Unfall wieder frei
A1 bei Remscheid nach Unfall wieder frei
Südbezirk: So geht es mit den wichtigsten Themen weiter
Südbezirk: So geht es mit den wichtigsten Themen weiter
Südbezirk: So geht es mit den wichtigsten Themen weiter
Der lange Weg zurück zum Führerschein
Der lange Weg zurück zum Führerschein
Der lange Weg zurück zum Führerschein

Kommentare