Jugend

Hier dürfen Graffiti legal auf die Wände gesprüht werden

Die Graffiti-Wand an der Balkantrasse in Lennep: Maria Münstermann (v.l.), Dunja Ghabali, Dezernent Thomas Neuhaus, Egbert Willecke und Belinda Tillmanns
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Die Graffiti-Wand an der Balkantrasse in Lennep: Maria Münstermann (v.l.), Dunja Ghabali, Dezernent Thomas Neuhaus, Egbert Willecke und Belinda Tillmanns

Belinda Tillmanns hatte die Idee – Sie durfte als Erste eine freie Fläche an der Balkantrasse gestalten.

Von Dela Kirchner

Remscheid. Unspektakulär ist der Weg dorthin: Links neben der Volksbank-Zentrale am Tenter Weg den Zugang zur Balkantrasse nutzen, einige Meter links in Richtung Trecknase – und da sind sie: die ersten legalen Graffiti-Wände Remscheids. Frisch grundiert warten sie auf weitere Kunstwerke.

Eines davon gab es bereits bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstagvormittag. Und zeigt die unglaubliche Bandbreite von Graffiti – Belinda Tillmanns (18), Abiturientin aus Remscheid, war die Erste, die die freie Fläche nutzen konnte: „Ich wollte etwas Helles, Farbenfrohes und Gefühlvolles gestalten. Oft entstehen meine Motive erst beim Sprayen. Mir ist es wichtig, Graffiti zu entstigmatisieren. Graffiti kann auch anders sein – nämlich Kunst.“

Und so entstand auf Initiative von Belinda, damals noch selbst in den Reihen des Remscheider Jugendrates, die Idee nach dem Vorbild anderer Städte. Eine Mitstreiterin für das Projekt war schnell gefunden – was lag näher, als Marie Münstermann, Geschäftsführerin des Jugendrates, mit ins Boot zu holen? „So eine Wand muss sich entwickeln“, sagt Münstermann. „Ein Großteil der Fördermittel aus dem NRW-Programm Aufholen nach Corona ist für die Vorbereitung und Grundierung der Wand benötigt worden.“

Wie soll es weitergehen?

„Wir planen bereits Workshops, bei denen interessierte Jugendliche das Sprayen unter Anleitung ausprobieren können. Aber generell gilt: Jeder junge Künstler darf hier ohne Voranmeldung oder Ähnliches vorbeikommen und die Flächen für seine Kunst nutzen.“ Neben der Genehmigung durch Straßen NRW, den Eigentümer der Flächen, gab es im Vorfeld einiges zu tun: Belinda stellte das Projekt unter anderem in der Bezirksvertretung Lennep vor.

Der Aufenthaltsort für junge Künstler wird noch mit Bänken und Mülleimern ausgestattet. „Wichtig ist, dass diese Möglichkeit in Remscheid jetzt auch publik wird“, bekräftigt Belinda Tillmanns. „Bei Fragen oder Ähnlichem können mich interessierte Jugendliche gerne über Instagram kontaktieren. Sie finden mich unter belinda.it.“

Bereits in den Startlöchern zur Gestaltung eines eigenen Graffito steht Dunja Ghabali (16), Schülerin der Käthe-Kollwitz-Schule und Mitglied des aktuellen Jugendrates. „Ich und einige andere denken bereits über Motive nach und planen die Umsetzung noch in diesem Sommer. Ich freue mich darauf, meine Gedanken und Gefühle an dieser Wand zum Ausdruck bringen zu dürfen und auf die Workshops.“
jugendrat@remscheid.de

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