Was heute die Alleestraße ist, war früher der Bahnhof

Das stand vor 25, 50, 75 und 100 Jahren im RGA

Remscheid -wey- 1995 Das Fehlen einer öffentlichen Toilette auf der Alleestraße gehört schon länger zu den heißt diskutierten Themen in Remscheid. Vor 25 Jahren vermisste man ein Klo noch an anderer Stelle. Unter der Überschrift „Wehe, wenn die Blase am Bahnhof drückt...“ berichtet der RGA am 22. August, dass es für die Bahn unwirtschaftlich sei, eine öffentliche Toilette am Bahnhof zu betreiben. Die Folge: Zehn bis 50 Reisende suchten stattdessen jeden Tag die Bahnhofsgaststätte „Bei Nikos“ auf, wo man aber 50 Pfennig fürs Wasserlassen nahm. Weil man selber alle drei Monate 900 Mark Wassergeld zahle, wie die Frau des Wirtes erklärte. Wer sich das Geld sparen wollte, für den hatte der Autor des Artikels noch einen Rat: „Und ansonsten hilft nur noch der Weg in die Büsche...“ 1970 Öffentliche Infrastruktur ganz anderer aber nicht viel weniger wichtigerer Art beschäftigte den Tüpitter vor 50 Jahren am 24. August. „Das Postpersonal war überfordert“, lautet die Schlagzeile, darunter ist zu lesen, dass die Post, damals Betreiber des Telefonnetzes ihre liebe Mühe mit einer Störung in der Rather Straße hatte. Die war am 7. August gemeldet worden, blieb aber wegen Überarbeitung lange liegen. Bis sich schließlich eine Fremdfirma dem Vorgang annahm – und die Reparatur am 19. August abschloss. Also nach „nur“ zwölf Tagen. 1945 Noch mal 25 Jahre zuvor ging es im Amtlichen Mitteilungsblatt der Stadt Remscheid auch schon um Toiletten, damals noch „öffentliche Bedürfnisanstalten“ genannt. Die Betreuung „dieser wichtigen hygienischen Anlagen“ hätten „naturgemäß“ während des Krieges gelitten, heißt es dort am 25. August. Das solle nun besser werden – mit Hilfe der Bevölkerung: „Jeder verlasse diesen Ort stets so, wie er ihn anzutreffen wünscht.“ Auch ein wirklich zeitloses Thema. 1920 Und auch vor 100 Jahren freute man sich schon über eine verbesserte Infrastruktur. Am 19. August meldet der Tüpitter, dass am Tag zuvor auf dem Marktplatz „zwei größere Bogenlampen“ angebracht worden seien. „Durch die Anbringung derselben wird einem lange gehegten Wunsch Rechnung getragen.“ Die Dunkelheit im Zentrum der Stadt sei „oft recht unangenehm“ empfunden worden. Heute besteht die Remscheider Straßenbeleuchtung übrigens aus mehr als 10 000 Lichtpunkten.

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