Helft uns helfen

Kekse gehen weg wie warme Semmeln

Sie sind auf den Keks gekommen: Christian Klostermann von der Firma Klostermann Messtechnik ließ ein Straußenmodel scannen. Die Firma Stöcker goss eine Form, Familie Stöcker backte. Annika Beckmann verkaufte die besonderen Plätzchen in ihrer Tee-Gschwendner-Filiale im Allee-Center. Archivfotos: Roland Keusch/Doro Siewert
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Sie sind auf den Keks gekommen: Christian Klostermann von der Firma Klostermann Messtechnik ließ ein Straußenmodel scannen. Die Firma Stöcker goss eine Form, Familie Stöcker backte. Annika Beckmann verkaufte die besonderen Plätzchen in ihrer Tee-Gschwendner-Filiale im Allee-Center.
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Tee Gschwendner verkaufte Plätzchen für „Helft uns helfen“ – Funk-Taxi-Vereinigung holte Nachschub

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Es begab sich zu jenem vierten Adventssamstag in Remscheid. Da packten viele Hände an, um denen zu helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen: missbrauchte Kinder, die die Ärztliche Kinderschutzambulanz betreut, und die Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf der Hilda-Heinemann-Schule. Diese beiden Einrichtungen unterstützt die RGA-Hilfsaktion „Helft uns helfen“ dieses Jahr. Und viele Remscheider helfen mit. So auch am Samstag.

8.45 Uhr Während Annika Beckmann in ihrem Ladenlokal von Tee Gschwendner im Allee-Center die letzten Tüten arrangiert, hat sich draußen vor der Ladentür schon eine Menschenschlange gebildet.

Es hat etwas von iPhone-Verkaufsstart. Sie alle warten darauf, dass Tee Gschwendner öffnet. 9 Uhr Die Kunden strömen in den Laden. Ihr Begehr neben zart schmelzenden Pralinen und köstlichem Tee: die besonderen Straußen-Kekse, gebacken von den Betreibern der Straußenfarm in Emminghausen. Für 2,50 Euro gibt es fünf Spekulatius-Kekse. Der Erlös geht an die RGA-Hilfsaktion „Helft uns helfen“.

Christian Klostermann

10.30 Uhr Alle süßen Tüten sind weg. Annika Beckmann ruft Christian Klostermann an und erzählt ihm, dass die Kekse weggegangen sind wie warme Semmeln. Der Geschäftsführer der Klostermann Messtechnik hatte den Stein überhaupt ins Rollen gebracht. Seine Firma hatte zunächst eine Schleichfigur eines Vogelstraußes, die er vom Inhaber der Straußenfarm erhalten hatte, mit einem 3-D-Scanner gescannt. Die Datei mit mehr als 22 Millionen Messpunkten schickte Klostermann nach Wermelskirchen zur Firma Stöcker Metallbearbeitung, einem Experten für 3-D-Druck. Diese fertigte nun eine Plätzchenform. Firmenchef Klaus Stöcker, zudem Eigentümer der Straußenfarm, backte schließlich mit seiner Frau daheim Keks um Keks.

10.40 Uhr Christian Klostermann ruft Klaus Stöcker an. „Habt ihr noch Straußen-Kekse? Wir brauchen Nachschub.“ Sie haben. Noch 19 Tüten. Am Freitagabend wurde nämlich in der Stöckerschen Küche die Plätzchenfabrikation hochgefahren. „Aber wir können sie nicht selbst bringen, da wir zeitlich verhindert sind“, sagt Stöcker. „Ich lasse mir etwas einfallen“, entgegnet Christian Klostermann, der an diesem Samstagvormittag selbst im Büro arbeiten muss.

10.42 Uhr Der Chef der Klostermann Lohnmesstechnik ruft bei der Funk-Taxi-Vereinigung Remscheid an und erklärt die Lage. Die nette Dame verweist an ihren Chef, der sofort zurückruft. Klostermann erklärt, es handele sich um einen kleinen Notfall. Niemand könne die begehrten Spekulatius-Strauße in Wermelskirchen abholen und ins Allee-Center bringen. Und betont: Es handelt sich um eine Benefizaktion, der Erlös kommt den Kindern der Ärztlichen Kinderschutzambulanz und der Hilda-Heinemann-Schule zugute. Armin Schötz von der Funk-Taxi-Vereinigung ist begeistert. „Ich fahre und hole den Nachschub – und zwar kostenlos.“

10.45 Uhr Christian Klostermann informiert den RGA. Der Tüpitter ist völlig aus dem Häuschen und bedankt sich, dass so viele Menschen zusammenhalten. Gerade in dieser Zeit tut das einfach gut.

12 Uhr Die Plätzchentüten sind per Taxi-Express-Versand bei Tee Gschwendner angekommen. Nun können weitere Kunden ein besonderes Geschenk erstehen – und dabei noch etwas Gutes tun.

So kommt ein Strauß auf einen Keks: Firma Klostermann erschafft 3-D-Gebäck

So arbeitet die Ärztliche Kinderschutzambulanz: Kinderarzt geht auf Spurensuche

Sie haben gespendet

Für „Helft uns helfen“ haben bereits gespendet, wofür wir uns bedanken: Heinz Herbert und Ursel Amzehnhoff, Heinz und Gisela Arntz, Heinrich und Gerlinde Gebauer, Erika Hasenclever, Hans Schulte, Rita Gross, Irene Gillenberg, Sigrid Rode, Ingeborg und Günter König, Brigitte und Jürgen Gottmann, Rainer und Renate Margret Schoneshofer, Ingeborg Raabe, Werner und Christiane Grafke, Antje Else Ruth Voss, Ilse Pientka, Annette Howekamp, Uwe und Kirsten Holst, Hans-Jürgen und Elisabeth Michalik, Herbert und Johanna Fluhme, Stefan und Georgia Brand, Rainer und Rita Schmitz, Jörg und Bettina Weller, Petra Steffen-Kuthe.

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