Tradition

Heimatspiele versetzen Publikum in beste Laune

Bei der Premiere der Heimatspiele auf der Freilichtbühne in Lüttringhausen amüsierte sich das Publikum am Samstag köstlich: etliche, aber nicht alle Darsteller auf der Bühne in der Dorfmitte. Foto: Doro Siewert
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Bei der Premiere der Heimatspiele auf der Freilichtbühne in Lüttringhausen amüsierte sich das Publikum am Samstag köstlich: etliche, aber nicht alle Darsteller auf der Bühne in der Dorfmitte.

„Üöhm Pitters Krüönselstrüükelschen“. Auf der Freilichtbühne Lüttringhausen erhielten die Darsteller der Volksbühne verdienten Beifall.

Von Sabine Naber

Hotelbesitzer Pitter Wippelkott sitzt vor seinem hübschen bergischen Haus und liest laut aktuelle Zeitungsnachrichten: „Streit um ein Baugrundstück, erneute Klagen aus Wuppertal - Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz kann sich vorstellen, die Nachbarstadt einzugemeinden.“ Humorvoll, wie man das vom Ensemble der Lüttringhauser Volksbühne kennt, und bei Premierenwetter begannen am Samstag die Bergischen Heimatspiele auf der Lüttringhauser Freilichtbühne.

„Üöhm Pitters Krüönselstrüükelschen“ – „Onkel Peters Stachelbeerstrauch“ – heißt das Stück. Allerdings spielt die Geschichte, die Christian Wüster geschrieben und Hans Grote in Mundart übersetzt hat, nicht 2018, sondern vor 50 Jahren. Da drehte sich alles um das Hotel von Üöhm Pitter (Rolf Goedecke) – „Krüönselstrüükelschen“ ist Mittelpunkt in der idyllischen Kulisse rund um den Dorfplatz.

Und wird auch gerne von einer reichen Baronin (Andrea Rösseler) gebucht. Sie möchte am liebsten eine ganze Etage mieten. Doch am Tag der Vertragsunterzeichnung ist der Prinzipal verschwunden. Ohne ihn gibt es keinen Vertrag. Da nützt es auch nichts, dass eigentlich seine Frau Erna (Ulla Werder) die Fäden in der Hand hält. Außerdem treibt Langfinger Ede (Christian Wüster), ein Diamantendieb, sein Unwesen im Bergischen. Hat er etwas mit Üöhm Pitters Verschwinden zu tun?

Unbekümmerter Nachwuchs läuft Erwachsenen den Rang ab

Die Bänke vor der Freilichtbühne im Lüttringhauser Dorfkern waren gut gefüllt. Die Bebesucher wurden wunderbar unterhalten, erlebten einen turbulenten Nachmittag, an dem es viel zu lachen gab. Man käbbelte sich, es wurde gestritten; niemand schreckte vor Kraftausdrücken zurück: „Alte Spinatwachtel“, „Wäschlappen“, „Dollheuer“. Das gipfelte darin, dass Erna ihren Pitter als „Q“ bezeichnet: „Der hält sich für das A und O, dabei ist er bloß das Q. Eine Null mit einem Ringelschwänzchen.“

AUF DEM SPIELPLAN

WEITERE TERMINE Die Heimatspiele unter der Überschrift „Üöhm Pitters Krüönselstrüükelschen“ sind noch einmal an den Wochenenden 16. und 17. Juni, sowie 23. und 24. Juni, jeweils um 16 Uhr, auf der Freilichtbühne am Ludwig-Steil-Platz zu sehen. 

Das Publikum amüsierte sich köstlich. Die Rollen hatte Spielleiter Udo Leonhardt gut verteilt, die 19 Protagonisten waren in bester Spiellaune. Herrlich authentisch spielte Ben Buch den Koch-Lehrjungen Jonas, der in Luisda Wippelkott (Pearly Schulte) verliebt ist. Die Stelle auf der Stirn, auf die sie ihn geküsst hat, will er sich nie wieder waschen. „Tja, wenn du nach einer Woche wie die Unterführung am Friedrich-Ebert-Platz riechen willst“, hieß die gelassene Antwort seiner Angebeteten. Temperamentvoll das Dienstmädchen Petronella Klüsenkopp (Petra Buch), deftig die Schmiedegesellen August und Paul (Horst Kalckert/Jürgen Tix), lustig der junge Baron Luipold-Samuel (Sebastian Stein), den die Mama „mein Mokkaböhnschen“ nennt.

Ob Juwelendieb oder Pfarrer (Manfred Penz), Kommissar (Thomas Mittelbach) oder Bergisches Original (Carla Basseck), tanzender Hotelgast (Sabrina Ottersbach) oder finnischer Gesandter (Marc Koch) - alle gaben sie ihr Bestes. Der Nachwuchs lief ihnen trotzdem eindeutig den Rang ab. Unbekümmert und lustig bieten die pfiffigen Kinder dem Dorflehrer (Udo Leonhardt) die Stirn, hecken Streiche aus und spielen so herrlich, dass es immer wieder herzlichen Szenenapplaus gibt. Musikalisch abgerundet wurde das großartige Spektakel auf der Bühne vom Lüttringhauser Männerchor und den Lüttringhauser Blechbläsern. Traditionell enden die Heimatspiele mit dem Bergischen Heimatlied.

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