Projekt „Toolopoly“

Hauptschüler helfen bei Spielentwicklung

Museumspädagoge Markus Heip (3.v.r.), Kathrin Gilberg (2. v.r.), Vorsitzende der Bürgerstiftung, und Michael Schwerdtfeger (2.v.l.) vom Förderkreis des Werkzeugmuseums präsentierten gestern gemeinsam mit den Schülern der GHS Hackenberg das neue Spiel „Toolopoly“.
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Museumspädagoge Markus Heip (3.v.r.), Kathrin Gilberg (2. v.r.), Vorsitzende der Bürgerstiftung, und Michael Schwerdtfeger (2.v.l.) vom Förderkreis des Werkzeugmuseums präsentierten gestern gemeinsam mit den Schülern der GHS Hackenberg das neue Spiel „Toolopoly“.

Bürgerstiftung und Förderkreis unterstützen das Projekt „Toolopoly“ des Deutschen Werkzeugmuseums finanziell.

Von Sabine Naber

Auf dem Fußboden im Deutschen Werkzeugmuseum liegt der große, zurzeit aber noch provisorische Spielteppich, der mit den Namen zahlreicher Remscheider Firmen eingerahmt ist. Der aber reicht den Schülerinnen und Schülern der Ganztagshauptschule Hackenberg, Standort Wilhemstraße, aus, um die ersten Proberunden des neuen Spiels „Toolopoly“, angelehnt an die Spielregeln des bekannten „Monopoly“, auszutragen.

Vier Teams spielen gegeneinander. Es wird gewürfelt, der Spielende landet auf dem Feld der Lüttringhauser Firma Paffrath. Jetzt wird ein rund eine Minute dauernder Film gezeigt, in dem das Unternehmen vorgestellt wird. Es gilt danach zu entscheiden, ob die Firma, die unter anderem Schlagwerkzeuge produziert und Pulverbeschichtungen durchführt, für 250 000 Euro gekauft werden soll. Wenn nicht, wird das Unternehmen versteigert. Die Spieler sind noch unsicher, Museumspädagoge Markus Heip ist als Joker gefragt. „Wenn ich die Kohle hätte, ich würde diese Firma kaufen“, versichert er. Das Team kauft.

Das sind die Grundzüge des Spiels, das im Deutschen Werkzeugmuseum entwickelt wurde und jetzt mit Hilfe der Remscheider Bürgerstiftung und dem Förderkreis des Werkzeugmuseums realisiert werden konnte. „Wir hatten es schon lange angestoßen, mussten es aber zunächst vor uns herschieben“, sagte Museumsdirektor Dr. Andreas Wallbrecht, der ob seiner Corona-Erkrankung zugeschaltet wurde. Bei diesem Spiel gehe es aber nicht nur um Straßen, sondern um wichtige Firmen, betonte er.

Das interaktive Spiel „Toolopoly, das auf einem sechs mal sechs Meter großen Spieleteppich gespielt wird, bei dem es um Werkzeugherstellung und -handel geht, wird finanziell unterstützt von der Remscheider Bürgerstiftung. Die hatte an der bundesweiten Förderung „Freischwimmen 2021“ teilgenommen, die dazu aufrief, Kinder und Jugendliche wieder in Begegnung und Bewegung zu bringen, sie aus der Aktivlosigkeit herauszuholen. „Dieses Projekt hat einen perfekten Bezug zu Remscheid, denn nur in unserer Stadt sind wir tätig“, erklärte Vorstandsvorsitzende Kathrin Gilberg.

Das Wissen um die Remscheider Unternehmen werde gefördert, das Digitale, das Kreative stehe im Vordergrund und es sei ein Spiel, das auch für die Schülergeneration der Zukunft zu empfehlen sei. Die Bürgerstiftung wird die Druckkosten für das Spielfeld, die Ereigniskarten und das Spielgeld übernehmen.

Jeder Donnerstag ist Markustag

Kulturpädagogin Julia Rau, die an der Spielanleitung mitgewirkt hatte, lobte die Mädchen und Jungen der achten Klasse, die sehr engagiert mitmachen würden. „Das Spiel wird der Hammer“, ist sie überzeugt. Die Jugendlichen recherchieren zunächst, was die Firma macht, wie lange sie schon existiert oder auch, wie viel man in welchen Berufen verdient. Dann drehen sie ein kurzes Video, bei dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen dürfen.

„Beim heutigen Probespiel habe ich meine Schülerinnen und Schüler aus einer anderen Sicht kennengelernt“, sagte Lehrerin Conny Schneider. Und erinnerte daran, dass es gerade die Hauptschüler auf dem Arbeitsmarkt schwer haben. Gleich nach dem ersten Besuch im Werkzeugmuseum sei ihr Interesse geweckt worden. „Seitdem ist jeder Donnerstag, an dem Museumspädagoge Markus Heip in die Schule kommt, unser Markus-Tag“, schilderte sie die Begeisterung aller Beteiligten. „Das Spiel ist kompliziert, man braucht eine Weile, um es zu verstehen. Aber die Idee ist extrem kreativ. Vielleicht macht es deshalb echt Spaß“, so sieht es Chiana Kohn (15).

Seit etwa fünf Monaten läuft das Projekt. „Wir planen, in Kürze vier Schulen online dazu zu schalten und zur Schulmeisterschaft einzuladen. Dabei soll es auch um Bilanzen, Marketing und die Namen der einzelnen Ausbildungsberufe gehen“, blickt Markus Heip voraus.

Bürgerstiftung Remscheid

Die Bürgerstiftung Remscheid wurde im Oktober 2000 gegründet, um Bürger und Unternehmen in Remscheid zu ermuntern, sich gemeinnützig für die Stadt zu engagieren. Dabei soll Hilfe zur Selbsthilfe gegeben werden, indem die Stiftung Projekte installiert, die später von unterschiedlichen Interessensgruppen weiter fortgeführt werden. Jugend, Kultur und Soziales gehören zu den Bereichen, die schwerpunktmäßig von der Bürgerstiftung gefördert werden.

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