Straßenname

Hasenclever lag das Gemeinwohl am Herzen

Bernhardstraße nach Gründungsmitglied des Bauvereins benannt
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Bernhardstraße nach Gründungsmitglied des Bauvereins benannt

Die Namensherkunft der Bernhardstraße war lange unbekannt.

Stadtarchivarin Sarah Baldy stellte fest: „Die Remscheider Adressbücher konnten darüber keine Auskunft geben und auch sonst verliefen alle Klärungsversuche im Sande.“ Ähnlich verhielt es sich auch mit der Rudolfstraße, Emilstraße, Paulstraße und Walterstraße.

„Auffallend ist, dass alle diese Straßen, neben der fehlenden Erklärung zur Namensherkunft, drei Eigenschaften gemein haben: Sie wurden am 30. Juli 1912 im Rahmen der Remscheider Stadtverordnetenversammlung offiziell benannt, liegen auf dem ‘Stachelhauser Berg’ und alle drei Straßen wurden durch den Gemeinnützigen Bauverein angelegt, welcher nur einen Tag nach der Benennung der Straßen am 31. Juli 1912 sein 25-jähriges Bestehen feierte“, recherchierte Sarah Baldy.

Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Straßen Namen verdienstvoller Vereinsmitglieder erhielten. Tatsächlich findet sich in der Liste der Vorstandsmitglieder für jede dieser Straßen ein Namenspate.

Im Februar 1887 fand im Hotel Weinberg eine Versammlung von Remscheider Industriellen und Kaufleuten statt, um Lösungen für die Verbesserung der Wohnungssituation der Arbeiterbevölkerung zu finden.

Nur wenige Wochen später, am 18. April 1887, wurde der Gemeinnützige Bauverein Remscheid gegründet. Eines der Gründungsmitglieder war Johann Bernhard Friedrich Hasenclever, der Senior-Chef der Export-Firma Bernhard Hasenclever und Söhne. Er wurde am 8. Februar 1845 als Sohn des Kaufmanns Hermann Bernhard Hasenclever und seiner Frau Emilie, geb. Hardt zu Ehringhausen, geboren. Als Mitglied der bergischen Handelskammer und Geheimer Kommerzienrat hat er stets die Interessen seiner Heimatstadt vertreten.

Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht war Hasenclever eine Bereicherung für Remscheid. Er engagierte sich in gemeinnützigen Vereinen. Neben dem Bauverein, für dessen Gründung er maßgeblich verantwortlich war, stand sein Name auf weiteren Mitgliederlisten wie dem „Remscheider Verein für Gemeinwohl“ und des Lesehallenvereins. Als er am 6. Mai 1906 starb, ehrte der RGA sein Schaffen mit einem ausführlichen Nachruf, welcher mit den Worten „Nun, da der Tod dem Leben dieses verdienten Mannes und Mitbürgers ein jähes „Stehe still!“ geboten, muss diese Würdigung seines Wirkens, Waltens und Schaffens hier Platz finden; nicht etwa, weil ein mit Glücksgütern reich gesegneter das Auge schloss, sondern weil die Bergische Erde ihren Schoß auftut, um einen ihrer Söhne, einen wahrhaft edlen Menschen, zum ewigen Schlafe aufzunehmen.“ -AWe-

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