Erhebung

Hasenberg sucht neuen Einzelhändler

Stellten am Mittwoch vor dem leerstehenden Frischemarkt Teuber die Ergebnisse der Fragebögen vor (von links): Uwe Jordan und Uwe Manthei von der Gewag sowie Vorsitzender Rainer Hoffmann und Projektleiter Heinz-Eberhard Boden von der Interessengemeinschaft. Foto: Roland Keusch
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Stellten am Mittwoch vor dem leerstehenden Frischemarkt Teuber die Ergebnisse der Fragebögen vor (von links): Uwe Jordan und Uwe Manthei von der Gewag sowie Vorsitzender Rainer Hoffmann und Projektleiter Heinz-Eberhard Boden von der Interessengemeinschaft.

IG und Gewag präsentieren Fazit der Erhebungen: Bedarf besteht nicht nur für Lebensmittel.

Von Thomas Wintgen

Gesucht wird jetzt ein Einzelhändler, der bereit ist, auf dem Hasenberg einen Laden nach dem DORV-Konzept zu eröffnen. Das ist das Fazit, das die Interessengemeinschaft (IG) Hasenberg und die Wohnungsaktiengesellschaft (Gewag) am Mittwoch in einer Pressekonferenz vor Ort präsentierten. Die entscheidende Aussage: Die ermittelten Werte stellten unter Beweis, dass „ein DORV-Ladenzentrum auf dem Hasenberg wirtschaftlich betrieben werden könnte“.

Drei nachrangig abgestufte Modelle sehen IG und Gewag: Favorit ist DORV, wobei die vier Buchstaben für „Dienstleistung und ortsnahe Rundum-Versorgung“ stehen. Seine Wettbewerbsvorteile wären das auf die Kundenwünsche abgestimmte Sortiment, geringer Personaleinsatz, reduzierte Ladenfläche, kleine Markenvielfalt, Dienstleistungsangebote und ein integriertes Café.

Auf Platz 2 steht ein „CAP“-Markt, wobei das „Cap“ deutlich macht, dass hier Menschen mit Behinderung arbeiten (Handicap). Die Wuppertaler Lebenshilfe hat Mitte August vergangenen Jahres einen „Profil“-Markt in Eckbusch eröffnet und zählte bereits genau vier Monate später den 50.000. Kunden.

Faustregel für die Lebensfähigkeit eines Cap-Marktes sind nach Angaben der IG tägliche Umsätze von 3500 Euro. Sie ist mit der Lebenshilfe Remscheid im Gespräch. Und könnte sich ein solches Modell am Hasenberg gut vorstellen. Aus dem Rennen ist ein genossenschaftlich aufgebautes Geschäft, weil das zu hohes zeitliches und finanzielles Engagement voraussetzen würde.

Für die favorisierte DORV-Variante gebe es noch den Kompromiss, das vorhandene Ladenlokal (377 m²) aufzuteilen in drei verschiedene Geschäfte: Lebensmittel, Café sowie Bäckerei. IG-Vorsitzender Rainer Hoffmann betonte am Mittwoch, dass selbstredend nicht beabsichtigt sei, irgendeinen am Hasenberg bereits vorhandenen Händler zu vertreiben. Man sei stattdessen mit allen im Gespräch.

Abteilungsleiter Uwe Manthei und Uwe Jordan von der Abteilung „Vermietung“ der Gewag haben natürlich ein gesteigertes Interesse, dass der Leerstand hier – vor drei Jahren gab Klaus Teuber seinen Frischemarkt auf („Vom vergessenen Pfund Zucker kann ich nicht leben“) – bald wieder der Vergangenheit angehört. Es gebe immer mal wieder Interessenten, aber nichts Konkretes. „Wir sind bereit, Hilfestellung zu leisten“, sagt Manthei, „können aber den Betreiber nicht stellen.“

Bis zu 950 Kunden möglich – und 5700 Euro Umsatz

Für die IG zählt, dass „das Bedürfnis deutlich geworden“ sei – Bedürfnis nach Lebensmittelmarkt sowie Dienstleistungen: Frisör (vorhanden), Kiosk, Post sowie auch Babysitting. Hoffmann und Boden möchten sich mit allen zusammensetzen. Laut DORV-Gutachten seien 440 bis 950 Kunden pro Tag und Umsätze zwischen 2600 und 5700 Euro möglich.

Rainer Hoffmann verweist auf die „hohe Erwartungshaltung, dass sich hier ein Stadtteil auf den Weg macht“. Die IG möchte „ein dickes Dankeschön“ an die vielen Helfer auf den Weg bringen; etliche von ihnen haben 561 Gespräche in den Haushalten geführt, auf deren Basis die mit der Fachhochschule Niederrhein konzipierten Fragebögen ausgefüllt wurden. 65 Prozent wären bereit, am Hasenberg einzukaufen. 20 Prozent würden hier ihre kompletten Einkäufe erledigen: Mehl und Zucker, Kaffee und Tee, Gemüse und Obst, Frischfleisch und Brötchen.

IG HASENBERG Projektleiter H.E. Boden ist erreichbar unter Tel. 66 34 45, die IG Hasenberg hat die Homepage www.ig-hasenberg.de.

GEWAG Die Wohnungsaktiengesellschaft ist erreichbar unter Tel. 46 44-0; die Homepage-Adresse lautet www.gewag.de.

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