Erste Platte

Harter Techno ist nicht sein Ding

Ulrich Spormann mit seiner ersten Langspielplatte, die er als Jugendlicher erstanden hat: „Hoodoo Man“ vin Birth Control.
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Ulrich Spormann mit seiner ersten Langspielplatte, die er als Jugendlicher erstanden hat: „Hoodoo Man“ vin Birth Control.

Ulrich Spormann hat bis heute eine Vorliebe für Manfred Mann's Earth Band.

Von Peter Klohs

Die Musik der 70er-Jahre hat Ulrich Spormann geprägt. Was j kein Wunder ist, wenn man als 16-jähriger junger Wilder 1971 die damals noch als Sensation geltende Deutschrock-Band Nektar live erleben darf. „Ich bin richtiggehend weggeflogen“, berichtet Spormann. Er suchte und fand andere Bands, die die Geschichte der deutschen Rockmusik nachhaltig beeinflusst haben.

Dabei wurde in seinem Elternhaus in Dortmund gänzlich andere Musik gehört. „Meine Eltern besaßen ein Tephiphon“, erinnert er sich, „eine Art Kassette mit den Prinzipien einer Langspielplatte. Und auf diesem heute nur noch selten zu sehenden Gerät hörten meine Eltern die Schlager der 50er-Jahre: Trude Herr, Martin Lauer, diese Kategorie. Durch Radiohören wurde ich später auf die Beatles aufmerksam. Ich war vielleicht acht Jahre alt; es muss also 1963 gewesen sein. Kurz danach hörte ich die Rolling Stones. Ich höre auch heute noch beide Bands gerne und habe mich nie einem Lager zugehörig gefühlt.“

Dann kam die Erfahrung mit der Band Nektar. Weitere Konzertbesuche waren die Folge: Amon Düül, Kin Ping Meh, Guru Guru. „Kiffer-Musik“ nennt Ulrich Spormann das heute. Sein Musikgeschmack wurde im Laufe der Zeit handfester, wie seine Vorliebe für die Manfred Mann's Earth Band beweist. „Ich habe den Sound von Manfreds Synthesizer immer geliebt“, sagt Spormann. „Der war mir näher als zum Beispiel Klaus Schulze.“

Und so kann man auf seiner ersten eigenen Langspielplatte auch harten, ausgefuchsten Deutschrock mit Seitenblicken in Blues und Psychedelic hören: „Hoodoo Man“ heißt die LP von 1972 der Gruppe Birth Control. „Ich habe sie in einem Dortmunder Plattenladen gekauft“, erinnert sich der seit 1982 in Remscheid lebende Musiker. „Den Namen weiß ich leider nicht mehr.“

Der Höhepunkt des Albums ist „Gammy Ray“, eine beinahe 10-minütige Studie im stampfenden Rhythmus, mit einem extrem langen Mittelteil und mitsingfähigen Refrain. Live kann das Stück auch heute noch leicht auf über 20 Minuten ausgedehnt werden.

Ulrich Spormann ist dem Rock treu geblieben, wenigstens bis zur durchaus spürbaren Härte der Band Metallica. Mit der Zeit kam Fusion hinzu, Jazzrock, den er durch die Radiosendungen des legendären Winfrid Trenkler schätzen lernte. Reiner Jazz war allerdings nie so recht sein Ding. „Ich vermute, dass mir diese Musik zu verkopft war.“ Auch um den „ganz harten Techno“ macht er einen großen Bogen. Klassik kann er genießen und zählt Beethoven, Grieg und Vivaldi zu seinen Favoriten.

Konzerte von Lionel Richie und David Bowie besucht

Ulrich Spormann ist seit vielen Jahren selbst Musiker. Seiner ersten Schülerband trat er noch in Dortmund bei, hatte in Remscheid die Band Kara und spielte jahrelang mit DR. Mojo, Klaus Stachuletz, zusammen. „Aber der Klaus ging immer mehr in Richtung Oldies und ich wollte beim Blues bleiben.“ Im Duo „Lei und Uli“ spielt er mit der Sängerin Lei Errenst zusammen internationale Popmusik.

Als Gitarrist schätzt er so manche Kollegen besonders: Gary Moore in seiner Blues-Phase. Und David Gilmour, Gitarrist von Pink Floyd, einer Gruppe, die Spormann live erleben durfte. Ansonsten zählt er ein Konzert von Lionel Richie und ein weiteres von David Bowie zu seinen Konzerthöhepunkten. „In Köln sah ich mal die Stones“, erinnert er sich, „und als 3. Vorgruppe kam Peter Maffay auf die Bühne. Mann, wurde der ausgepfiffen. Der tat mir richtig leid.“

Als Geheimtipp nennt Spormann die niederländische Bluesband „King of the world“. Auch der Gitarrist Kris Dollimore, der früher bei The Damned mitspielte, dürfte nach seiner Meinung weitaus mehr Aufmerksamkeit erfahren.

Ich erzähle ihm, dass Birth Control im August im Wermelskirchener Haus Eifgen spielen. Ich vermute, dass wir uns dort wiedersehen.

Zur Person

Ulrich Spormann wurde 1955 in Dortmund geboren und zog 1982 nach Remscheid. Von Beruf war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Akademie der kulturellen Bildung Küppelstein. Als Gitarrist war er mit dem Pianisten Ben Waters unterwegs. „Und da Ben bei den Rolling Stones aushalf, kam es eines Tages, dass ich die Gelegenheit hatte, am Telefon ein paar Worte mit Ron Wood zu wechseln. Netter Kerl.“

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