Mein Leben als Papa

Hannes ist der Partykapitän, Michel steigt erst später mit ins Boot

Der gar nicht mehr schüchterne Michel holt sich ein Autogramm von Volker Rosin. Foto: gf
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Der gar nicht mehr schüchterne Michel holt sich ein Autogramm von Volker Rosin.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom ersten Konzertbesuch mit seinen Söhnen Hannes (6) und Michel (3).

Als die Türen geschlossen werden, das Licht im Saal erlischt und die Stimmen der anderen Kinder leiser werden, schmiegt sich Michel dicht an mich. „Was ist denn jetzt los, Papa?“, fragt er erstaunt. Hannes gibt ihm die Antwort, indem er euphorisch in die Hände klatscht und ruft: „Es geht looos, Michel!“ Ich bin allein mit meinen Jungs unterwegs. Zu Gast im Theater und Konzerthaus. Kinderliedermacher-Legende Volker Rosin gibt sich die Ehre in Solingen. Auf fast 40 Jahre Bühnenerfahrung und mehr als 5000 Konzerte blickt der Musiker und Entertainer zurück. Für Hannes und Michel ist es ihr erstes Konzert.

„Mein Leben als Papa“ gibt es als Buch für 12,90 Euro in den RAG-Geschäftsstellen, im Buchhandel und im Internet.bergisch-bestes.de

„Habt ihr eure Hände dabei?“, fragt Rosin das Publikum. „Jaaa!“, kreischen Hannes und die anderen Kinder. „Und habt ihr auch eure Stimmen mitgebracht?“ Auch das wird lautstark bejaht. Von Hannes und den anderen Kindern. Von Michel nicht. Er hat mal wieder auf Michel-Modus geschaltet: Nicht bewegen und die Lage erst mal nur mit den Augen checken.

Hannes dagegen scheint sich das Motto des ersten Liedes von Anfang an zu Herzen zu nehmen: „Volle Kraft voraus, heute rocken wir das Haus!“ Nach zwei Minuten ist Hannes schon der „Partykapitän“! Er schrammelt auf seiner Luftgitarre mit und setzt seine Arme und Hände im Hai-Lied als große Mäuler von Oma und Opa Hai ein – argwöhnisch beäugt von seinem kleinen Bruder. Kommt Michel vielleicht nach seinem Vater und ist eher Steher als Tänzer? Nein!

Alle Folgen „Mein Leben als Papa“ gibt es hier

Beim „Lied über mich“ klatscht Michel zum ersten Mal zaghaft in seine Hände. Von Strophe zu Strophe wird es mehr. Am Ende singt er sogar lautstark mit. Als Volker Rosin den „Gorilla mit der Sonnenbrille“ zum Leben erweckt, gibt es bei Hannes und Michel kein Halten mehr. Perfekt choreographiert zappeln sie gemeinsam ab. Michel auf meinem Schoß, Hannes auf seinem Platz. „Ihr dürft beim Tanzen ruhig aufstehen“, ermuntere ich sie bei der „Feuerwehr Gymnastik“. Wollen sie aber nicht. „Du hast doch für die Sitzplätze bezahlt, Papa“, sagt Hannes. „Ich bleibe sitzen.“

Die Stimmung hat sich ein bisschen gedreht. Michel freut sich jetzt über jedes neue Lied, der verschwitzte Hannes ist offenbar ein zu hohes Tempo gegangen und braucht eine Pause. Er wird kritischer.

„Warum müssen wir immer applaudieren? Der Sänger kann doch auch mal für uns applaudieren, wir tanzen und singen doch auch“, beschwert er sich. Und er findet, dass der Künstler gar nicht mehr so aussieht wie auf der CD zu Hause, die ich ihnen vorher gezeigt hatte. „Na ja, die ist ja auch noch von Mama und fast 30 Jahre alt“, erkläre ich ihm.

Aber auch mit 65 Jahren schafft es Volker Rosin noch, Groß und Klein mit ins Partyboot zu holen. Auch Hannes steigt wieder ein, als die Kinderversion eines echten Mitgröhl-Hits durch den Saal schallt. „Wie heißt die Mutter von Niki Lauda?“, will der Entertainer wissen – und Hannes und Michel verlassen für einen kurzen Augenblick sogar ihre Sitzplätze. „Mama Laudaaa, Mama Laudaaa“, schreien die Jungs aus voller Kehle. Vor meinem geistigen Auge sehe ich sie in zwölf Jahren dasselbe tun – auf der Saisonabschlussfahrt ihres Fußballvereins am Ballermann.

Zukunftsmusik. In der Gegenwart geht das Licht im Saal nach zwei Zugaben wieder an, die Türen öffnen sich. Im Foyer holen sich Hannes und Michel noch Autogramme und machen ein Foto mit Volker Rosin. Es wird mit Sicherheit nicht ihr letztes Konzert gewesen sein.

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