Handwerker trotzen der Krise und werben um Nachwuchs

Axel Fuhrmann, Detlef Weißenfeld, Armin Hoppmann und Fred Schulz (v. l.) entsandten Trucks ins Bergische. Foto: Michael Schütz
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Axel Fuhrmann, Detlef Weißenfeld, Armin Hoppmann und Fred Schulz (v. l.) entsandten Trucks ins Bergische.

Kammerpräsident dankt Unternehmern für ihren Einsatz

Von Monika Meurs

Die Corona-Krise hat viele Branchen hart getroffen. Das Handwerk nicht. „Wir haben seit der Pandemie so viele Aufträge wie kaum zuvor“, sagt Dr. Axel Fuhrmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf.

Mit fünf Motto-Trucks waren er und Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert deshalb zum Tag des Handwerks am Wochenende ins Bergische gekommen. „Danke an 6 Millionen Handwerker, die Deutschland am Laufen halten“, war auf den Lastern zu lesen. Damit einher ging ein Dankeschön an die Kunden. In der Zeit des Lockdowns ließen viele ihre Häuser renovieren und sorgten damit für eine Nachfrage, die heute noch Geduld abverlangt. Ein Handwerker ist nur schwer zu bekommen. Das allerdings auch, weil ihm nicht selten das Material fehlt.

„Erst hatten wir eine Durststrecke, dann ging es richtig los.“

Sascha Althaus

Die Sternfahrt ging von der Landeshauptstadt an den Niederrhein, ins Ruhrgebiet und ins Bergische Land. Für die Illustration der Trucks hatte der Düsseldorfer Karnevals-Wagenbauer Jacques Tilly ein Wimmelbild voller „beflügelter“ Jungs und Mädels entworfen, die in ihre Zukunft abheben. Noch sind zahlreiche kurzfristig zu besetzende Lehrstellen im Handwerk zwischen Maas und Wupper zu vergeben.

20 Stationen steuerten die Trucks an, einige davon in Remscheid. Detlef Weißenfeld, Kreishandwerksmeister sowie Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung, nutzte gern die Gelegenheit, für „frisches Blut“ in den eigenen Reihen zu werben: „Wir suchen in allen Bereich Menschen, die über Ideenreichtum verfügen, eine Affinität zum handwerklichen Bereich besitzen oder sich einfach durch ganz unverbindliche Praktika überzeugen lassen wollen, sich von Neuem begeistern lassen möchten, wiss- und lernbegierig sind und auch sehr gerne eigene Ideen mitbringen.“

Schließlich, bestätigte Sascha Althaus, Juniorchef der Firma Althaus, sei das Handwerk krisenfest: „Es war für alle schlimm, keiner wusste, was in Corona-Zeiten passiert. Aber wir haben einen unglaublichen Auftrieb erfahren.“

Die Firma Althaus saniert Kanäle, erledigt Sanitärarbeiten und baut Heizungen ein. „Erst hatten wir eine Durststrecke von vier bis fünf Wochen nach dem Corona-Ausbruch, aber danach ging es richtig los“, berichtet Sascha Althaus. „Wir haben Aufträge ohne Ende gehabt – und haben sie heute noch. Das bricht nicht ab.“ Mit Herzblut ist der 45-Jährige bei der Sache, sein Vater (76), mit dem er die Firma führt, ebenso. Und auch sie suchen junge Leute mit Esprit.

Ähnlich sieht es bei Steinbildhauermeister Thomas Hundhausen aus. Der Meisterbetrieb, den er zusammen mit seiner Schwester Annette in vierter Generation führt, setzt ganz auf Handarbeit. „Grabsteine sind sehr individuell, sie erzählen Geschichten, erinnern, berühren. Wer will, kann gerne mal vorbeischauen“, sagt der Bildhauer.

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