„Grüß Gott“ ins Bergische mitnehmen

Eine Pfarrerin macht sich Gedanken

Von Pfarrerin Sibylle Karrer, evangelische Seelsorgerin am Sana-Klinikum Remscheid

Im Sommer durften wir in Urlaub fahren. Es ging wie bei so vielen Menschen aus dem Bergischen nach Bayern. Und sofort stellte sich das vertraute „Grüß Gott“ als Begrüßung ein. Beim Wandern, beim Radfahren, beim Einkaufen. Natürlich wurde ich trotzdem als Urlauberin erkannt, aber das „Grüß Gott“ gehört für mich zum vollkommenen Urlaubsgefühl einfach dazu. „Grüß Gott“ sage ich also im bayerischen Urlaub zu denen, die mir begegnen.

Als Pfarrerin rede ich zuhause oft von Gott, aber anders. In Bayern rufe ich wildfremden Menschen „Grüß Gott“ zu. Und sie rufen es zurück. Wenn‘s schnell gehen muss, auch „s´Gott“. Eigentlich heißt es „Es grüße Euch Gott“ oder „Es grüße Dich Gott“, also in etwa: Gott segne und behüte dich.

Das wünsche ich im Urlaub anderen Menschen und frage mich, warum ich es zuhause nicht ebenso tue. Vermutlich sind die Süddeutschen doch nicht frömmer als wir oder als die Norddeutschen, die mancherorts mit einem einfachen „Moin“ als Begrüßung völlig auskommen.

Aber wie kann ich den menschenfreundlichen Segenswunsch aus dem Urlaub in meinem Alltag weiterführen? „Grüß Gott“ als Begrüßung im Bergischen Land ist keine so gute Idee und würde ziemlich merkwürdig wirken. Vielleicht hängt es nicht nur am Wortlaut.

Wir wünschen uns in diesen Zeiten ja häufig „Bleib gesund“ und zeigen damit, dass die oder der andere uns wichtig ist. „Sei behütet“, sei von Gott behütet, könnte ein bergischer Abschiedsgruß sein. „Sei behütet“, weil mir an Dir liegt und weil ich Dich und mich Gott anvertraue. Nicht nur im Urlaub.

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