Lennep

Grüne Damen laden zur Plauderecke in Bücherei ein

Helma Pilz, Rosemarie Vinzing, Vera Sühl-Heidl (sitzend,v.l.) sowie Martina Holthaus (stehend, l.) bieten Gespräche an. Lenneps Büchereileiterin Katja Brüne ist ihre Gastgeberin.
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Helma Pilz, Rosemarie Vinzing, Vera Sühl-Heidl (sitzend,v.l.) sowie Martina Holthaus (stehend, l.) bieten Gespräche an. Lenneps Büchereileiterin Katja Brüne ist ihre Gastgeberin.
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Team will in Lennep Einsamkeit entgegenwirken.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Der Einsamkeit entgegenwirken – dies ist das Ziel einer Gruppe engagierter Remscheiderinnen, die ein Angebot in der Lenneper Stadtteilbibliothek fortführen: Wer möchte, kann mit ihnen freitags von 14.30 bis 16.30 Uhr ins Gespräch kommen, Sorgen oder Freude teilen.

„Vor einigen Monaten haben wir auf einer Plauderbank im Hardtpark begonnen. In der kalten Jahreszeit können die Menschen zu uns in die Bücherei kommen“, berichtet Initiatorin Martina Holthaus. Sie zählt mit ihren Mitstreiterinnen zu den Grünen Damen, die sich im Sana-Klinikum um Patienten kümmern. Die Pandemie bremste dieses Engagement lange aus. „Dann habe ich im RGA einen Zeitungsartikel über ein Zuhör-Projekt in Düsseldorf gelesen“, blickt Martina Holthaus zurück.

Die dortigen Gesprächsangebote an der frischen Luft während der Corona-Pandemie nahm sie zum Vorbild, um mit Vera Sühl-Heidl, Martina Holthaus, Rosemarie Vinzing, Anne Tietz und Helma Pilz Ähnliches in Remscheid zu starten. Nach Versuchen im Stadtpark und an der Balkantrasse wurde im Sommer der Lenneper Hardtpark zum Treffpunkt für alle, die einfach reden wollen.

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Viele Begegnungen bleiben ihnen unvergessen: Mit dem Geflüchteten aus der Ukraine, mit dem sie sich mit Händen und Füßen verständigten. Mit dem Witwer, der kurz vorher seine Frau verloren hatte. Mit lebenslustigen Mädchen, die zum Altstadtfest wollten – und mit jeder Menge Hundebesitzern: „Wir haben viel über Hunde gelernt.“

Bei den Gesprächen gehe es keinesfalls darum, persönliche Lebensweisheiten zu vermitteln. „Mit Tipps sind wir äußerst sparsam. Das Zuhören steht im Mittelpunkt“, erläutert Rosemarie Vinzing. Das werde den Grünen Damen auch stets bei Fortbildungen vermittelt.

Ihr Einsatz ist im Sana-Klinikum wieder angelaufen. Sie übernehmen am Eingang eine Lotsenfunktion und weisen Besucher und Patienten den Weg in die Fachabteilungen. Außerdem führen sie eine Kleiderkammer, um Bedürftige mit dem Notwendigsten ausstatten zu können.

Losgelöst davon sind sie nun in der Stadtbibliothek aktiv, deren Leiterin Katja Brüne gerne ihre Gastgeberin ist, wie sie hervorhebt. „Eine Bücherei ist ein lebendiger Ort, der zum Austausch dienen sollte. Und vielleicht führt das Angebot dazu, dass mancher die Hemmschwelle verliert, die Bücherei zu betreten.“

Und wer weiß? Möglicherweise wird sie über den Winter hinaus Anlaufstelle bleiben – für alle, die reden wollen. Ausgeschlossen sei es nicht, dass die dortige Plauderecke zusätzlich zur Plauderbank im Hardtpark künftig eines bewirkt: die Einsamkeit lindern.

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