Konzert

Große Weihnachtsmusik kommt gut an

Alle hören auf den Chef: Michael Ellis Ingram führte die Bergischen Symphoniker und das 250-köpfige Publikum im Teo Otto Theater.
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Alle hören auf den Chef: Michael Ellis Ingram führte die Bergischen Symphoniker und das 250-köpfige Publikum im Teo Otto Theater.

250 Remscheiderinnen und Remscheider hörten Festtagskonzert der Bergischen Symphoniker.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der zweite Weihnachtsfeiertag ist für die Bergischen Symphoniker kein gewöhnlicher Arbeitstag, müssen sie doch direkt zweimal ran. Wie es die Tradition will, spielt das Orchester erst in Solingen und anschließend im Remscheider Teo Otto Theater ein spezielles Weihnachtsprogramm. In diesem Jahr gastierte wie im Vorjahr der aus den USA stammende Michael Ellis Ingram als Dirigent, dessen Hauptarbeitsplatz am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin ist, der aber, wie er sagt, immer gerne ins Bergische kommt, um hier mit „ganz tollen Musikern und sehr freundlichen Menschen“ zusammenzuarbeiten.

Mit der Unterstützung des Teo Otto Theaters, dem Kulturmanagement der Stadt Solingen sowie der Förderung der Orchesterfreunde konnten in beiden Städten jeweils 100 Eintrittskarten an wohltätige Organisationen gegeben werden, so dass der Besuch des Weihnachtskonzertes auch Menschen möglich war, denen dies ansonsten nicht möglich gewesen wäre. Am späten Nachmittag des 26. Dezember waren mehr als 250 Gäste gekommen.

Direkt zu Beginn des 80-minütigen Konzertes erfüllte sich Ellis Ingram einen geheimen Weihnachtswunsch: Er dirigierte „Auf, auf, es kommt der Tag“, eine festliche Hymne, die der Dirigent selbst komponiert und arrangiert hatte. „Das ist ja ein Konzert für Kinder“, sagte der Dirigent. „Schön, dass so viele Erwachsene mitgekommen sind.“ Er selbst habe noch einen zweiten Wunsch: Schnee – sprachs und dirigierte in seiner typischen Art mit großzügigen weitausholenden Gesten einen der unsterblichen Strauss-Walzer: „Schneeglöckchen-Walzer“, op. 143 von Johann Strauss Sohn, wie die bekannteren Walzer des österreichischen Komponisten in diverse Themen aufgeteilt, alle melodiengetränkt, alle singbar. Ellis Ingram vergaß auch nicht, die „Wiener-Schmäh-Pausen“ in das Stück zu integrieren, die den Dreiviertel-Rhythmus fast unmerklich verzögern.

Die Moderation des in Missouri geborenen Dirigenten war humorvoll und selbstironisch. Allerdings funktionierte seine Kommunikation mit den Kindern („Was habt ihr denn zu Weihnachten geschenkt bekommen?“) nur bedingt. Aber das Publikum war wegen der weihnachtlichen Musik gekommen, und die bekam es auch: Holmès Liebeslied „La nuit et l’amour“, sehr süffig und hart am Rand des Kitsches, Debussys „La cathédral engloutie“, eine impressionistische Studie, und die Suite zu Dornröschen, die der spätromantische Komponist Engelbert Humperdinck ersonnen hatte. Die fünf Abschnitte der Suite wurden von der amerikanischen Märchenversion von Dornröschen unterteilt, die Ellis Ingram sehr zur Freude der Konzertbesucher erzählte. Über das fantasievolle Prelude und eine wunderschöne Ballade endet die Suite in Festklängen, und der Prinz bekommt sein Dornröschen, das in der amerikanischen Fassung Aurora heißt.

Mit Schwung und Begeisterung gingen Dirigent und Orchester die Suite aus dem „Zauberer von Oz“ an, inklusive einem zunächst zärtlichen, später dann voluminösen „Over the rainbow“. Aber auch das Publikum war gefragt, seinen Teil zum Gelingen beizutragen, und so erklangen die zwei Weihnachtslieder „O Tannenbaum“ sowie „Kling, Glöckchen“, von den Symphonikern angestimmt und von den Gästen gesungen.

Dirigent wird zum Gesangssolisten

Bei der Zugabe bewies Ellis Ingram, dass sein Bariton mehr hergibt als eine bloße Moderation: Er sang eine zu Herzen gehende Weihnachtsballade: „Have yourself a merry little christmas“, bevor das Konzert mit einem schmissigen „Sleigh Ride“, einer Schlittenfahrt von Leroy Anderson, endete. Aber da saß schon niemand mehr im großen Saal, denn die Besucher hatten sich zu stehenden Ovationen erhoben.

Die nächsten Termine

Schon bald sind die Bergischen Symphoniker wieder im Einsatz: Am Samstag, 7. Januar, steht um 19.30 Uhr das Neujahrskonzert auf der Agenda. Im Teo Otto Theater dirigiert Daniel Huppert. Gäste sind die Sopranistin Katharina Ruckgaber und Daniel Johannsen, der die Tenorparts übernimmt. Eintrittskarten gibt es für 28 Euro.

Aber auch für junge Besucher ist vorgesorgt: Die aus Barcelona stammenden innovativen Brodas Bros werden am 21. Januar (19.30 Uhr) unter dem Titel „Around the world“ eine Multimedia-Hip Hop- und Breakdance-Show zeigen. Der Eintritt beträgt 32 Euro, Jugendtickets gibt es für fünf Euro.

theaterticket.remscheid.de

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