Weihnachten

Das große Heiligabend-Event ist gerettet

Pfarrer Axel Mersmann freut sich über die Genehmigung des Weihnachtsgottesdienstes auf dem Schützenplatz. Foto: Roland Keusch
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Pfarrer Axel Mersmann freut sich über die Genehmigung des Weihnachtsgottesdienstes auf dem Schützenplatz.
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Das Ordnungsamt genehmigt Gottesdienste auf Schützenplatz. Für den Sound sorgt der Tontechniker von Helene Fischer.

Von Axel Richter

Lange stand alles auf Messers Schneide: Würde das große Heiligabend-Event doch noch an Corona scheitern? Pfarrer Axel Mersmann und seine Mitstreiter rechneten fest damit. Doch am Donnerstag gab Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann grünes Licht: Die Gottesdienste mit jeweils 500 Menschen auf dem Schützenplatz an Heiligabend dürfen stattfinden. Mit Krippenspiel, eigener Band und der Tontechnik von Helene Fischer.

„Wir haben das Okay bekommen“, freut sich Pfarrer Axel Mersmann im Gespräch mit dem RGA und kann den Remscheidern für den 24. Dezember ein besonderes Erlebnis in Aussicht stellen. Um 14 und um 16 Uhr gibt es einen jeweils halb- bis dreiviertelstündigen Open-Air-Gottesdienst – ohne Predigt, aber mit viel Musik. Wer dabei sein möchte, muss sich anmelden. Der Vorverkauf bei Remscheid-live hat bereits begonnen.

„Wer kommt, der kommt, wenn es voll ist, ist es voll.“

Pfarrer Martin Rogalla

Das Open-Air-Event findet anstelle einer Reihe von Gottesdiensten an Heiligabend statt. Dabei wird es immer proppenvoll in den Kirchen. In der Corona-Pandemie hätten deshalb viele Besucher abgewiesen werden müssen. „Also haben wir uns gefragt, was welche Alternative wir gemeinsam schaffen können“, sagt Axel Mersmann.

Der Pfarrer der Auferstehungs-Kirchengemeinde übernahm die Organisation des Events unter Corona-Bedingungen. Dazu teilte er den Schützenplatz in vier Zonen auf und benannte sie nach den vier Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Für jede Zone lassen sich nun Tickets bestellen. Die sind gratis, erlauben den Zutritt aber nur für die jeweilige Zone. Abgegrenzt wird alles mit Weihnachtsbäumen.

In den Gemeinden wurde das Projekt zum Selbstläufer. Die Familien Spengler (Auferstehungsgemeinde) und Geiler (Clarenbach-Gemeinde) riefen eine gemeinsame Band ins Leben. Alexander Spengler, der unter anderem für den Schlagerstar Helene Fischer den Sound mixt, besorgt die Tontechnik. Dazu gibt es zwei Bühnen. Auf der einen wird musiziert, auf der anderen wird das Krippenspiel zu sehen sein. Bewusst soll alles von kurzer Dauer sein, dafür aber umso intensiver.

Katholiken bitten: Nicht auf gut Glück vorbeikommen

In Hasten und Alt-Remscheid wird den Menschen ebenfalls etwas geboten. Für 16, 17, 18 oder 23 Uhr bittet Pfarrer Siegfried Landau zum Krippenspiel in den Garten seiner Pauluskirche. Landau erwartet nicht mehr als 300 Besucher, eine Anmeldung ist deshalb nicht erforderlich.

Das gilt auch für den Ambrosius-Vaßbenderplatz an der Stadtkirche. Um 16 Uhr gibt es einen Gottesdienst mit Krippenspiel und Musik. Um 19 Uhr folgt die traditionelle Feier für Alleinstehende. Für beides gilt: „Wer kommt, der kommt und wenn es voll ist, ist es voll“, sagt Pfarrer Martin Rogalla.

Open Air wollen auch die katholischen Christen feiern. An St. Marien, St. Engelbert und St. Josef lässt Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster dazu den Platz für die Gläubigen mit Kreide in Quadrate einteilen. In St. Suitbertus, der großen Kirche in Alt-Remscheid, die nun langsam aber sicher von ihrem Baugerüst befreit wird, sind drei Christmetten geplant. Für die eine wie für die andere Veranstaltung gilt: „Unbedingt anmelden und bitte nicht auf gut Glück vor der Kirchentür stehen“, sagt Thomas Kaster. „Wir möchten niemanden abweisen müssen.“

Alle Gottesdienste – ob evangelische oder katholische – werden auch ins Internet übertragen. Per Livestream erreichen die Geistlichen heute zum Teil mehr Gläubige, als sie Gottesdienstbesucher in ihren Kirchen zählen. „Ich bin sicher, die digitalen Formate werden uns nach Corona erhalten bleiben“, sagt Stadtdechant Kaster. Er weiß aber auch, wie wichtig die persönliche Begegnung ist. Um sie möglich zu machen, sind neue Allianzen entstanden, die Pfarrer Axel Mersmann vor der Pandemie für nahezu undenkbar gehalten hat. „Corona hat die Idee reifen lassen, dass wir gemeinsam mehr erreichen.“

Anmeldungen

Wer an Heiligabend die Gottesdienste auf dem Schützenplatz erleben möchte, bucht Tickets online unter

www.remscheid-live.de

Wer an den Weihnachtsgottesdiensten der Katholischen Gemeinde teilnehmen möchte, meldet sich telefonisch an unter (0 21 91) 2 47 73.

Standpunkt: Das muss bleiben

Von Axel Richter

Kirchenmauern sind hart, nicht leicht einzureißen und auch nicht einfach zu überwinden. Das weiß jeder, der den Versuch unternommen hat, in der Kirche Veränderungen anzustoßen. Dabei werden die Gemeinden um Veränderungen nicht umhinkommen. Denn die Zahl der Gemeindemitglieder schrumpft beständig und damit das Geld, das es zu verteilen gibt. Viele Geistliche sind bereits heute für mehrere Gemeinden zuständig, die wohl oder übel zur Zusammenarbeit verpflichtet sind. Dass das nicht immer und ausschließlich zum Nachteil sein muss, zeigen die Gottesdienste mit Musik, die an Heiligabend auf dem

axel.richter@rga-online.de

Remscheider Schützenplatz stattfinden sollen. Mit dem Ziel, die Menschen an Heiligabend nicht vor überfüllten Kirchen stehen zu lassen, suchten fünf Gemeinden den Schulterschluss und setzten dabei neue Kräfte frei. Mit dem Ergebnis, dass sich viele Hundert Remscheider auf ein echtes Heiligabend-Event freuen dürfen. Nicht nur die Übertragung der Gottesdienste ins Internet sollte deshalb nach Corona weiter möglich sein. Sondern auch die Zusammenarbeit über Kirchenmauern hinweg. 

Nicht nur für die Gottesdienste an Heiligabend braucht es in diesem Jahr Alternativen. Auch Weihnachtsmärkte können nicht wie gewohnt stattfinden. Schloss Burg bietet deshalb eine virtuelle Alternative

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