Infektionsschutz

Grippeschutz hat in diesem Jahr eine besondere Bedeutung

Die Schutzimpfungen laufen, sagt Bettina Stiel-Reifenrath.
+
Die Schutzimpfungen laufen, sagt Bettina Stiel-Reifenrath.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen

Nach zwei Jahren ohne Welle erwarten Mediziner harten Winter. Risikogruppen wird deshalb eine Impfung empfohlen.

Remscheid. Mit dem Herbst ist die Zeit der Grippeschutz-Impfungen gekommen. „In diesem Winter wegen der Covid-19-Pandemie für Risikogruppen besonders wichtig“, betont das Robert-Koch-Institut (RKI).

In den vergangenen beiden Jahren blieb die Welle aus. Grippe war kein Thema. Aufgrund der Schutzmaßnahmen konnte sich der Erreger schlechter ausbreiten. In normalen Zeiten wird die Zahl der Infektionen vom RKI auf 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung geschätzt, in Deutschland träfe es demnach 4 bis 16 Millionen Menschen.

Weil die Corona-Regeln im Herbst und voraussichtlich im Winter wieder deutlich lockerer ausfallen werden, werden die Viren zuschlagen. Mediziner sehen das Problem, dass nach zwei Jahren mit wenig Influenza-Fällen die natürliche Immunität in der Bevölkerung abgenommen hat.

Genug Impfstoff vorhanden: Termine bei den Hausärzten

Dr. Holger Löser, im Remscheider Gesundheitsamt für Infektionshygiene zuständig, rät deshalb zu einer Auffrischung bei denjenigen, die als Risikogruppe eingestuft werden. Darunter fallen Personen ab 60 Jahre, chronisch Erkrankte und deren Kontaktpersonen, Bewohner von Seniorenheimen, Schwangere, medizinisches Personal und Menschen, die in Einrichtungen mit starkem Publikumsverkehr arbeiten. Löser erklärt auch, dass es für Jüngere und Gesunde keine Empfehlung gibt. „Die Ständige Impfkommission rät allerdings auch nicht davon ab.“

Die Impfungen laufen, bestätigt Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Remscheid, dass die Hausärzte schon fleißig Termine abarbeiten. Ausreichend Impfstoff ist vorhanden. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bereits bis Mitte August 17 Millionen Grippeimpfdosen freigegeben.

Leichte Impfreaktionen sind nicht auszuschließen, meint Löser. Der Gesundheitsamt–Mitarbeiter fügt hinzu, dass es sich um einen Totimpfstoff handelt. „Eine Grippe wird nach der Impfung also nicht durchlaufen.“ Lebend-impfstoffe (Nasenspray) sind nur für das Alter von 2 bis 17 Jahren zugelassen.

Die Zahl der Todesfälle bei Grippe schwankt

Die Übertragung von Grippeviren erfolgt durch Tröpfcheninfektion, aber auch über kontaminierte Hände und Oberflächen mit Schleimhautkontakt. Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Tage. Danach treten Symptome wie Fieber oder Halsschmerzen auf. Oft wird eine Erkältung als „grippaler Infekt“ bezeichnet, hat aber mit der echten Grippe nichts gemein. Die Influenza geht mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl, mit Muskel- oder Kopf-­schmer­zen und Reizhusten einher. Sie kann vor allem bei Risikopatienten zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung führen. Die Zahl der Todesfälle schwankt bei den einzelnen Grippewellen. Das RKI beziffert sie von mehreren Hundert bis 25 100 in der Saison 2017/18.

Sowohl Holger Löser wie auch Bettina Stiel-Reifenrath bestätigen, dass nichts dagegen spricht, sich die Impfung gegen Grippe wie den zweiten Booster gegen Corona gleichzeitig verabreichen zu lassen, quasi als Parallelimpfung, jeweils an einem anderen Arm. Die zweite Boosterimpfung, also die vierte insgesamt, wird nur Personen über 60 Jahren und mit erhöhtem Risiko empfohlen.

Die Grippeschutzimpfung gewinnt nach Corona wieder an Bedeutung.

Zweiter Booster sechs Monate nach der ersten Auffrischung

Der zweite Booster sollte sechs Monate nach der ersten Auffrischung oder einer Corona-Erkrankung verabreicht werden. Gesunde, die drei Impfdosen erhalten haben, sind nach Meinung der Stiko gut vor schweren Covid-19-Verläufen geschützt, auch wenn sie keine Omikron-Infektion durchgemacht haben. Ihnen wird daher derzeit keine weitere Auffrischung nahegelegt.

So wirkt sich die Influenza aus

Das RKI geht bei den jährlich unterschiedlich verlaufenden Influenza-Wellen davon aus, dass sich zwischen 4 bis 16 Millionen Menschen infizieren, zwischen 3,8 bis 9 Millionen Arztbesuche entstehen und 2,3 bis 5,3 Millionen Krankschreibungen erfolgen. Die Influenza-Impfung sollte jedes Jahr aufgefrischt werden. Die saisonale Influenza wird derzeit von vier Virustypen ausgelöst, von denen weltweit verschiedene Varianten zirkulieren. Der Mix ändert sich jährlich, aber auch während eine Saison.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

RE 47: Von Remscheid nach Düsseldorf im Stundentakt
RE 47: Von Remscheid nach Düsseldorf im Stundentakt
RE 47: Von Remscheid nach Düsseldorf im Stundentakt
Nach Insolvenz einer Firma: Kunden warten auf ihre eingelagerten Winterräder
Nach Insolvenz einer Firma: Kunden warten auf ihre eingelagerten Winterräder
Nach Insolvenz einer Firma: Kunden warten auf ihre eingelagerten Winterräder
Heute ist Warntag – Feuerwehr fragt: Wer hört die Sirene?
Heute ist Warntag – Feuerwehr fragt: Wer hört die Sirene?
Heute ist Warntag – Feuerwehr fragt: Wer hört die Sirene?
Neues Verfahren rettet Straßenbäume
Neues Verfahren rettet Straßenbäume
Neues Verfahren rettet Straßenbäume

Kommentare