Demonstration

Greenpeace sorgt sich um Kirchen in Garzweiler

Drei Mitglieder der Remscheider Greenpeace-Gruppe bezogen vor der Stadtkirche am Markt Stellung. Foto: Roland Keusch
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Drei Mitglieder der Remscheider Greenpeace-Gruppe bezogen vor der Stadtkirche am Markt Stellung.

Drei Aktivistinnen und Aktivisten demonstrierten am Samstag gegen den Braunkohlentagebau.

Von Sabine Naber

Remscheid. Mit Plakaten wie „Kohle stoppen“ oder auch „Armin Laschet will Kirchen und Klima für Braunkohle opfern“ demonstrierten am Samstagmorgen drei Aktivisten der neu gegründeten Remscheider Greenpeace-Gruppe vor der Stadtkirche am Markt gegen die Entweihung und den Abriss der Kirche in Keyenberg im Garzweilergebiet. Und damit gegen die Vergrößerung des Braunkohlentagebau Garzweiler, der seit Jahrzehnten umstritten ist.

„Die Kirche im Dorf lassen“, unter dieser Überschrift stand die bundesweite Aktion, bei der in vielen Städten Greenpeace-Aktivisten vor Kirchen stehen, um auf die drohende Umweltzerstörung aufmerksam zu machen. „Nicht nur 1500 Menschen müssten umgesiedelt werden, sondern auch eine Kirche ist gefährdet. Das Bistum Aachen müsste diese katholische Kirche entweihen, ist dazu aber zurzeit noch nicht bereit“, fasst es Professor Dr. Jörg Krone, Koordinator der Gruppe, zusammen. Braunkohleabbau sei die schmutzigste Art der Energiegewinnung. Ganze Dörfer müssten dafür verschwinden, Wälder würden gerodet. „Und das in einer Zeit, in der erneuerbare Energien immer mehr ausgebaut werden und in der Politik viel über Klimaschutz geredet wird. Hier könnte man doch jetzt mal Taten folgen lassen“, war sich die kleine Remscheider Gruppe einig.

Der Remscheider Greenpeace-Sprecher Martin Kuske betonte, dass trotz des Kohleausstiegs der Ministerpräsident und CDU-Vorsitzende Armin Laschet bisher an der geplanten Umsiedlung von weiteren Dörfern für den Braunkohleabbau festhält. „Menschen sollen umgesiedelt werden, ganze Dörfer inclusive der Kirchen und der Kultur sollen eingestampft werden, um den Weg frei zu machen für die Förderung von bis zu weiteren 900 Million Tonnen Braunkohle bis 2038 durch den Energiekonzern RWE“, betont Kuske. Mit dem im vergangenen Jahr beschlossenen Kohleausstieg und der neuen Braunkohle-Leitentscheidung bestehe die Chance, den Tagebau auf ein klimaschutzverträgliches Maß zu reduzieren. Doch RWE beharre bislang noch immer darauf, bis 2038 weitere Tonnen Braunkohle aus dem Abbaufeld Garzweiler II zu fördern. „Greenpeace, und damit natürlich auch unsere Gruppe, wird sich nicht kommentarlos ergeben“, machte Krone deutlich.

Erst im September hatte man sich gegründet, zunächst als Untergruppe von Greenpeace Wuppertal. Die gut 20 Remscheider aus allen Altersgruppen wollen sich zukünftig für Umwelt und Natur engagieren und jede Möglichkeit nutzen, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Die Aktion vor der evangelischen Kirche war die Erste, die nicht online stattfand. Ganz bewusst stand man wegen der Corona-Pandemie nur eine Stunde lang und nur zu dritt vor der Kirche, suchte keinen direkten Kontakt zu den Bürgern, wollte nur auf das Problem aufmerksam machen: „Auf keinen Fall wollen wir mit Corona-Gegnern vermischt werden“, betonte Krone.

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