Kriminelle Vergangenheit

750 Euro Geldstrafe für 0,1 Gramm Haschisch

32-Jähriger muss 750 Euro Geldstrafe zahlen.
+
32-Jähriger muss 750 Euro Geldstrafe zahlen.

32-Jähriger muss 750 Euro Geldstrafe zahlen.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Es war gerade einmal eine Konsumeinheit mit nicht ganz 0,1 Gramm Haschisch, die Justizvollzugsbeamte bei einem Angeklagten des Amtsgerichts Remscheid entdeckten. Und doch fiel die Strafe am Ende mit 750 Euro für den unerlaubten Besitz von Betäubungsmittel im Verhältnis gesehen hoch aus. Denn, der Wuppertaler lebt von Sozialhilfe und hat monatlich etwa 1000 Euro für eine vierköpfige Familie zur Verfügung.

Die Höhe der Strafe ist Folge der kriminellen Vergangenheit des Angeklagten, und der Umstände, unter denen die Drogen gefunden worden waren. Das war nämlich am 22. August 2019 in der JVA Remscheid. Während einer Freistunde bekam der Angeklagte von einem Mithäftling einen sogenannten Bubble (Kügelchen Drogen) übergeben.

Das wurde beobachtet und sofort gemeldet. Bei der darauffolgenden Durchsuchung des 32-Jährigen ließ dieser die Drogen schnell aus der Hand fallen – zu spät. Die Vollzugsbeamten hatten den Stoff bereits gesehen.

„Ich will draußen bei meiner Familie bleiben.“

Angeklagter zur drohenden Gefängnisstrafe

Im Amtsgericht Remscheid begründete die Richterin die Höhe der Geldstrafe damit, dass der Mann sich schon viel hatte zuschulden kommen lassen. 14 Eintragung im Vorstrafenregister brachte er zum Prozess mit. Meist war er wegen Diebstahlstaten, aber in einem Fall auch wegen eines Drogendeliktes auffällig geworden. Zudem habe der Wuppertaler die Tat aus der Haft heraus begangen. Dafür sei eine besonders hohe kriminelle Energie nötig, so die Vorsitzende.

Zu seinen Gunsten wirkten sich lediglich aus, dass es sich um eine kleine Menge handelte und, dass die Drogen durch das Entdecken nicht in den Verkehr geraten waren. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer aufgrund der Vorbelastungen und der besonderen Situation in der sich der Angeklagte zur Tatzeit befunden hatte, eine zweimonatige Haftstrafe auf Bewährung.

Als Reaktion darauf nutzte der 32-Jährige das ihm zustehende letzte Wort für die Bitte, ihn nicht ins Gefängnis zu schicken: „Ich will draußen bei meiner Familie bleiben und keine Scheiße mehr machen.“ Die Vorsitzende gab ihm die Chance, sein Leben fortan in geordneten Bahnen zu verbringen, eine spürbare Strafe musste aber dennoch sein.

Erst nimmt sich ein 38 Jahre alter Remscheider das Auto seiner Mutter, obwohl er keine Fahrerlaubnis besitzt, dann wirft er sich Amphetamin ein und verursacht auf der Bliedinghauser Straße einen Unfall mit einem Schaden von mehr als 25.000 Euro. Nun bekam der Mann im Amtsgericht Remscheid die Quittung.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Michael Wellershaus: „Täter sind skrupellos und professionell“
Michael Wellershaus: „Täter sind skrupellos und professionell“
Michael Wellershaus: „Täter sind skrupellos und professionell“
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz steigt auf 334,5
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz steigt auf 334,5
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz steigt auf 334,5

Kommentare