Kreatives Projekt

Graffiti verschönern die Halskestraße

Teilnehmer beim Graffiti-Projekt am Honsberg: (v.l.) Pooja Mateja (12) und Joshi (18) mit Workshop-Leiter Marko Leckzut an der Hauswand in der Halskestraße 20-30.
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Teilnehmer beim Graffiti-Projekt am Honsberg: (v.l.) Pooja Mateja (12) und Joshi (18) mit Workshop-Leiter Marko Leckzut an der Hauswand in der Halskestraße 20-30.

Künstler Marko Leckzut vermittelte Jugendlichen alles Wissenswerte über das Besprühen von Fassaden.

Von Lena Spataro

Remscheid. Gestern ging der Graffiti-Workshop des Vereins „Ins Blaue“ am Honsberg zu Ende. Er war ein Teil des Projekts „Heimat RS 106“, bei dem unterschiedliche Geschichten von Remscheidern gesammelt wurden. Diese werden von Graffiti-Künstler Marko Leckzut auf einer Hausfassade am Honsberg künstlerisch dargestellt.

Begonnen hatte der dreiteilige Workshop unter der Leitung von Marko Leckzut am 30. Oktober. Vier Stunden lang hatten Kunstbegeisterte die Möglichkeit, mit der Unterstützung eines Profis in die Welt des Graffiti einzutauchen. Zuerst gab es eine kleine, aber wichtige Einführung, bei der Fragen geklärt wurden wie: Worauf muss beim Sprayen alles geachtet werden? Außerdem galt: safety first. Beim Sprühen müssen immer ein Mundschutz und Handschuhe getragen werden, denn die Gase der Farbdosen sind nicht ungefährlich.

Dieses Jahr waren fast nur Kinder und Jugendliche dabei

Danach wurde Gelerntes in die Tat umgesetzt. „In diesem Jahr haben fast nur Kinder und Jugendliche das Angebot wahrgenommen“, beobachtet Marko Leckzut. Generell könne aber jeder mitmachen. Das ist auch die Idee des Vereins: Gemeinschaft schaffen und kreative Projekte entwickeln. Und wenn der Stadtteil Honsberg dabei künstlerisch aufgewertet und interessanter gestaltet wird, sei das ein wertvoller Nebeneffekt. Die meisten Häuser wurden von der Gewag zur Verfügung gestellt und vom Verein angemietet.

Street Art wird immer mehr angenommen.

Marko Leckzut, Workshop-Leiter

Dadurch haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops die Gelegenheit bekommen, ihre Graffiti-Künste zu verfeinern. „Meine Söhne sind begeistert von der Idee, selbst zu sprühen und konnten sich kreativ austoben. Außerdem sind sie an der frischen Luft“, stellt Rosanna Montagna fest. Ihre Söhne sind elf und dreizehn Jahr alt und sprühen ihre ausgedachten Graffiti-Pseudonyme mit Freude an die Hauswand der Halskestraße 20-30.

Sie sprüht auch selbst mit. „Mein Vater hätte auch Interesse gehabt. Er ist aber über siebzig Jahre alt, das Wetter war für ihn leider zu kalt“, fügt Rosanna Montagna hinzu. Den Kindern machen die kalten Temperaturen hingegen nichts aus. Für sie steht der Spaß an erster Stelle. In den nächsten Jahren wird der Verein die Graffiti-Workshops wahrscheinlich auf eigene Faust organisieren, da die Nachfrage sehr groß ist.

„Street Art wird immer mehr angenommen und die alten Vorurteile verschwinden so langsam“, so Marko Leckzut. Für ihn ist Graffiti in erster Linie Kunst. „Ich bin damit aufgewachsen. Graffiti ist mein Leben und die Kinder lernen, wie sie verantwortungsvoll mit den Sprühdosen umgehen.“ Der Jugendliche Joshua Mangin machte 2020 bereits bei einem Workshop mit und entdeckte so seine Leidenschaft fürs Graffiti. In seiner Freizeit besprüht er manchmal die Graffiti-Wände an der Balkantrasse. Dabei trifft er viele unterschiedliche Leute. „Die Community ist erstaunlich groß und vielfältig.“

Pooja Mateja ist erstmals dabei und Feuer und Flamme. Die 12-jährige Remscheiderin plant, sich Leinwände und Sprühdosen für Zuhause zuzulegen. „Zeichnen tue ich schon länger, aber Graffiti sind ausdrucksstärker“, sagt sie. Die Möglichkeit, in der Zukunft beruflich Wände mit Graffiti zu gestalten, ist für viele Teilnehmer vorstellbar. Insofern sieht Künstler Marko Leckzut den Workshop als Erfolg.

Heimwerkstatt

Der kostenlose Graffiti-Workshop ist Teil eines Förderprojekts des Programms „Heimwerkstatt“ vom NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung. Gefördert wurde das Projekt zusätzlich vom Fonds Soziokultur und der Stadt Remscheid.

Auch interessant: Hier dürfen Graffiti legal auf die Wände gesprüht werden

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