Natur-Ruh

Gräberfeld fördert ökologische Vielfalt

PfarrerJens Eichner und Gärtner Benjamin Wörner am neuen Grabfeld „Natur-Ruh“. Foto: Roland Keusch
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Pfarrer Jens Eichner und Gärtner Benjamin Wörner am neuen Grabfeld „Natur-Ruh“.

„Natur-Ruh-Areal“ auf dem Stadtfriedhof.

Von Elisabeth Erbe

Alt-Remscheid Die Bestattungskultur ist im Wandel. Der Wunsch nach ökologischen Gräbern wird immer größer. Auf dem Stadtfriedhof an der Kirchhofstraße ist man dem Wunsch nachgekommen. Ein naturnahes Grabfeld „Natur-Ruh“ ist fertig geworden. Der Gartenbereich bietet würdevolle Bestattungen, gleichzeitig fördert er die biologische Vielfalt.

Friedhofsgärtner Benjamin Wörner hat zahlreiche Stauden, Zieräpfel, Gräser und Blumen gepflanzt. „Die Friedhöfe kämpfen mit dem Wandel der Bestattungskultur. Angehörige wünschen sich eine pflegefreie Bestattungsmöglichkeit und gleichzeitig mehr als nur ein Kolumbarium aus Stein“, erklärt der Friedhofsgärtner.

Insektenhotels und Bienenstöcke werden aufgestellt

Auf 270 qm wurden nur natürliche Materialien verarbeitet. Der Boden besteht aus Holzgehäckseltem und die Umrandungen des Areals aus alten Ästen. Die mehrjährigen Stauden bieten auch im Winter ein grünes Bild. In der Nähe des Teiches steht eine Bank, die zum Verweilen einlädt.

„Viele wünschen sich einen Grabplatz, mit dem die Kinder keine Mühe haben. Diese Begräbnisstätte eignet sich als Ort des Rückzugs“, erklärt Pfarrer Jens Eichner. Er kennt aus Erfahrung die Wünsche der Angehörigen. Diese Grabfelder sind ökologisch sinnvoll und bieten gleichzeitig einen ruhigen Ort zur Erinnerung.

„Die Steine passen sich in das natürliche Bild ein“, sagte Wörner. Natur-Ruh-Areale verstärken mit Futterstellen, Nistkästen und Insektenhotels die ökologische Bedeutung von Friedhöfen. Nächstes Jahr werden noch Insektenhotels und Bienenstöcke aufgestellt. Die Wahl der Stauden sorgt zu jeder Jahreszeit eine Blühabfolge. Anders bei klassischen Gräbern, bei denen eine saisonale Wechselbepflanzung charakteristisch, regulieren und entwickeln sich die Begrünung selbst. Die Atmosphäre strahlt eine natürliche Ursprünglichkeit aus. Eine individuelle Bepflanzung pro Grab ist nicht notwendig.

Im September wurde der Natur-Ruh-Bereich fertiggestellt. Seitdem sind schonsieben Plätze verkauft worden. Die Bestattungen werden an einen Dauergrabpflegevertrag geknüpft, der die Angehörigen von der Grabpflege entlastet. Ein Urnengrabplatz kostet 1785 Euro plus 3600 Euro für eine 25-jährige Pflege inklusive Grabstein. Das Konzept „Natur-Ruh“ erhielt vor zwei Jahren den Deutschen Innovationspreis Gartenbau.

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