Goethe verabschiedete Hasenclever-Brüder mit herzlicher Umarmung

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Der große deutsche Dichter hatte über alteingesessene Familie auch einen Bezug zu Remscheid

Alt-Remscheid -AWe- Die Goethestraße wird erstmals im Remscheider Adressbuch von 1889 genannt. Sie verbindet die Martin-Luther-Straße mit der Königstraße und verläuft parallel zur Emil-Rittershaus-Straße. Auch die Johann-Sebastian-Bachstraße, Mozart- und Beethovenstraße liegen in der Nähe. Damit sind die großen Köpfe deutscher Kunst in der Stadtmitte mit Straßennamen verewigt. Eine Goethestraße hat beinahe jede Stadt in Deutschland. Kein Wunder, gilt Johann Wolfgang von Goethe als bedeutendster Schöpfer deutschsprachiger Dichtung.

Dass er eine Verbindung zu Remscheid hatte, ist weniger bekannt, teilt Stadtarchivarin Sarah Baldy mit. Die alteingesessene Familie Hasenclever verkehrte in ganz Deutschland mit wichtigen Persönlichkeiten. So lernte Josua Hasenclever 1808 erstmals den Freundeskreis Goethes kennen, zudem auch die Familie Schlosser gehörte. Johann Georg Schlosser war der Ehemann von Goethes Schwester Cornelia.

Nach dem Tod seiner Frau ehelichte Schlosser 1778 Johanna Fahlmer, mit der er eine weitere Tochter bekam: Henriette, die sich 1809 mit David Hasenclever, einem Bruder Josuas, vermählte. Von nun an war Schlosser, geb. Fahlmer, die Goethe liebevoll „Täntchen“ nannte und eine enge Beziehung zu ihr pflegte, regelmäßig zu Besuch bei ihrer einzigen Tochter, die im Hause Hasenclever in Remscheid lebte.

1814 machte Josua Hasenclever persönlich mit dem großen Dichter Bekanntschaft. Durch die Vermittlung der Brüder Schlosser durfte er in Frankfurt acht Tage mit Goethe verbringen. Noch zwei weitere Male hatte er die Gelegenheit, mit Goethe zusammenzukommen. So verbrachten er und sein Bruder David den 1. Weihnachtstag 1822 mit Goethe. Nachdem sie bis Mitternacht über Kunst und Mineralien gesprochen hatten, anstatt wie geplant nur Mittag zu essen, verabschiedete Goethe die Brüder mit herzlicher Umarmung und den Worten: „Ja, meine lieben Freunde, wir sitzen wie an Arthurs Tafelrunde, aber es muss nun doch geschieden sein“. Als am 31. Oktober 1821 Johanna Fahlmer im 78. Lebensjahr in Remscheid verstarb, wurde sie auf dem Remscheider Stadtfriedhof begraben. Ob Goethe an der Beerdigung teilnahm, ist nicht bekannt. Foto: Michael Schütz

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