Die Glühwürmchen und Papa Joe lassen die 20er Jahre auferstehen

Die Glühwürmchen mit Papa Joe’s Salonorchester präsentierten in der Kloki Bekanntes und Schräges aus den 20er Jahren. Foto: Roland Keusch
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Die Glühwürmchen mit Papa Joe’s Salonorchester präsentierten in der Kloki Bekanntes und Schräges aus den 20er Jahren. Foto: Roland Keusch

Beim letzten Live-Auftritt vor der Corona-Zwangspause der Klosterkirche erlebte das Publikum einen vergnüglichen Abend

Von Peter Klohs

Seit dreißig Jahren schon bereist Papa Joe’s Salonorchester die Republik und bringt den Besuchern der Shows die Musik der 20er Jahre nahe. Am Donnerstagabend machten die Musikerinnen und Musiker in der Remscheider Klosterkirche Station.

Zusammen mit dem Quartett „Die Glühwürmchen“, vier Frauen, die singen und auch alle zumindest ein Instrument spielen können, gaben sich Pianist Hans Fücker und Sänger Hanns Buschmann die Ehre, erschienen in Garderobe der „wilden“ 20er Jahre auf der Bühne und sangen Bekanntes, Schräges, Unheimliches und Albernes.

In nicht kompletter Größe angetreten nannten sich die Musiker Papa Joe’s Swing Ensemble. Das Programm „Von hysterischen Ziegen und Nachtgespenstern“ entpuppte sich als eine bunte Revue von Couplets, Chansons, witzigen neuen Textstellen und charmanter Moderation. Dass das Ensemble in Köln beheimatet ist, bemerkten die vierzig Besucher in der Klosterkirche recht schnell.

Zwischendurch griffen die Sängerinnen zu ihren Instrumenten

Von Anfang an fällt der durchweg vierstimmige Gesang der Damen auf. Elke Buschmann, Imke Frobeem, Thanh Mai Susann Kieu sowie Anne-Sophie Mundt sangen sich durch (leicht veränderte) Klassiker wie „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ und „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ und spielten zwischendurch immer mal wieder ihre Instrumente. Zwei Violinen sind dabei, ein Cello, eine Klarinette. Ins Auge fällt besonders die Grammophongeige, mit der Anne-Sophie Mundt das Thema von Paul Linckes Glühwürmchenidyll spielte.

Die R’s rollen bei den Sängerinnen sehr gekonnt, außer witzig kritischen Passagen über Männer gibt es auch selbstkritische Lieder („Benjamin, ich hab‘ nichts anzuziehn“), der Alt von Elke Buschmann kommt dem Original von Marlene Dietrich in „Ich bin von Kopf bis Fuß...“ schon recht nahe, der Pianist swingt.

Natürlich darf das Publikum nur bedingt mitmachen, so dass Hans Fücker eine Art „Mitmach-Meditation nach Innen“ vorschlägt, was im Publikum für Heiterkeit sorgt. Nur einmal an diesem Abend wird die lockere Atmosphäre durchbrochen und für kurzzeitigen Verlust der Atemluft gesorgt: In Friedrich Hollaenders prophetischem Lied „Der Spuk persönlich“ erweist sich die titelgebende Person als Adolf Hitler.

Hanns Buschmann verwandelt sich in Otto Reutter, den legendären Wintergarten-Star der 20er Jahre, singt mit „Nehm s’en Alten“ eine Hymne auf die gut situierten Senioren und hofft inbrünstig, dass der Titel des Couplets „In 50 Jahren ist alles vorbei“ nicht auf Corona zutreffen möge, dessen Spuk bitte sehr eher beendet wird. Als Zugabe gab es eine kölsche Version von „Always look on the bright Side of Life“.

Wie Sonja Tewinkel, Managerin der Lenneper Klosterkirche in ihrer Anmoderation dem Publikum erklärte, war dies der letzte Live-Abend für mindestens fünf Wochen. „Aber das schaffen wir auch“, gab sie sich sicher.“Und hinterher kommen Sie bitte alle wieder.“

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