Aktion

Glühweinwanderung kommt in Remscheid bestens an

Colin Dehnke (hier als Nikolaus), Torsten Dehnke und Annabell Kisters (v.r.) hatten den Biergarten des Miro für ihre Gäste vorbereitet. Foto: Doro Siewert
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Colin Dehnke (hier als Nikolaus), Torsten Dehnke und Annabell Kisters (v.r.) hatten den Biergarten des Miro für ihre Gäste vorbereitet. Foto: Doro Siewert

Elf Gastronomen luden zu Heißgetränken ein: Nächsten Sonntag gibt es eine Neuauflage.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Wahrscheinlich decken die Einnahmen nicht einmal die Kosten. Doch die Organisatoren der ersten Remscheider Glühweinwanderung wollen im Corona-Winter wenigstens ein bisschen Weihnachtsflair verbreiten und zeigen, dass sie noch da sind. Während die versprochenen Novemberhilfen auf sich warten lassen, schenkten sie ihren Gästen deshalb ein. Natürlich coronakonform außerhalb ihrer Kneipen.

Saxo-Chef Niklas Bergmann hatte die Idee. „Glühweinwanderungen gibt es auch in anderen Städten, warum sollte das nicht auch in Remscheid funktio-nieren?“, fragt er zunächst sich selbst und dann die Kollegen. Elf Gastronomen fanden sich schließlich zusammen: „Wir machen mit!“

„Es ist total entspannt und verteilt sich gut.“
Daniel Zoska und Nora Grebe

In kürzester Zeit stand das Konzept und am 1. Advent startete am Hotel Restaurant Kromberg eine Art Probelauf. Küchenchef Markus Kärst begrüßte die ersten Gäste in seinem Mini-Weihnachtsmarkt to go. „Die Spaziergänger waren begeistert und für uns stand es außer Frage, dass wir auch die anderen Wochenenden mitmachen“, sagte er.

An den noch folgenden Adventssonntage können die Remscheider also erneut quer durch die Stadt wandern, sich einen Glühwein holen sowie in jedem der elf teilnehmenden Restaurants eine andere Leckerei probieren. Hier gibt es Erbsensuppe, dort Bratwürstchen, beim dritten Crêpes.

„Die Initiative ist vor allem für unsere Gäste, damit wir den Kontakt halten, uns noch mal sehen und etwas Weihnachtszeit genießen können“, erklärt er. Torsten Dehnke vom Miro sieht das nicht anders: „Wir müssen präsent bleiben und weitermachen, um auch nach der Pandemie wieder aufmachen zu können.“

Auf die Versprechen des Staates wollen sie sich lieber nicht verlassen. „Die Hilfen für November konnten wir Ende des Monats beantragen. Für Dezember wird es nicht an-ders sein“, erklärt Dehnke. Die Kosten laufen derweil weiter. Ihre Motivation soll das nicht schmälern. Die Gastgeber wollen Abwechslung in den Pandemie-Alltag bringen. Unter größtmöglichen Sicherheitsaspekten versteht sich.

Also setzen sie bei ihrer Wanderung auf Einbahnstraßensysteme, Plexiglasscheiben und Abstandhalter. Ausgegeben werden die Leckereien im klassischen Glühweinbüdchen oder aus Fenstern. Gerne gesehen waren die zahlreichen Tassen oder Thermobecher, die die Gäste von zuhause mitgebracht hatten. „Der Umwelt zuliebe hoffen wir, dass viele auf die Wegwerfbecher verzichten und eigene Sachen mitbringen. Das ist uns wichtig“, sagt Maik Halm, Inhaber des El Rey.

Das Konzept kam am Sonntag super an. Viele Remscheider wanderten von einem Gastrobetrieb zum anderen. Daniel Zoska und Nora Grebe zum Beispiel. „Es ist total entspannt und verteilt sich gut“, sagten sie gut gelaunt. Und das traf auf alle Beteiligten zu. Sämtliche Gastronomen waren glücklich, mal wieder mit ihren Teams zusammen zu kommen und auch was Gutes für ihre Gäste tun zu können. Bei vielen Stationen sind auch Mini-Basare keine Seltenheit, so dass die Glühweinwanderer sich auch mit Eierlikör, Marmelade oder auch Fonds und Ölen für Weihnachten eindecken können.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Die Termine

Auch am 13. und 20. Dezember darf von Glühwein zu Glühwein gewandert werden - jeweils von 12-17 Uhr gibt es Heißgetränke und andere Leckereien. Mit dabei sind die Restaurants und Gaststätten Andalucia, Café Sahnetörtchen, Erlebbar, Il Camino, Löf-Eventlokal, El Rey, Café König, Brick House Saxo Bar / Vis-á-Vis, Heldmann & Herz-haft, Restaurant Kromberg, Miro. Es gelten die Corona-Regeln.

Standpunkt: Bitte auch nächstes Jahr

axel.richter@rga-online.de

Ein Kommentar von Axel Richter 

Das Ordnungsamt hatte sich den Glühweinwanderern zuvor angekündigt. Man werde genau darauf achten, dass die Corona-Regeln eingehalten werden, hieß die Ansage. Gestern Abend ließ sich festhalten: Das Experiment ist geglückt. Nur bei einem Betrieb hatten die Ordnungshüter etwas zu beanstanden. Dort hatten sich die Gäste geknubbelt. Insgesamt aber spricht alles dafür, dass an den nächsten beiden Adventssonntagen wieder gewandert werden darf. Schließlich stimmte auch die Resonanz. An allen Standorten hatten die Gastronomen gut zu tun, was zeigt, dass die Remscheider ihre kleine aber feine Gastroszene schätzen und sie unterstützen. 

Und noch etwas zeigt sich gegenwärtig in der Krise: Die Menschen lassen sich etwas einfallen und schließen neue Allianzen, die wiederum neue Formate und Aktionen hervorbringen. Davon profitieren Veranstalter und Gäste gleichermaßen. Etliches davon sollte deshalb nicht nur ein Phänomen des Krisenjahres 2020 bleiben, sondern darüber hinaus Bestand haben. So eine Glühweinwanderung sollte ohne Corona schließlich noch viel mehr Spaß machen.

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