Mein Blick auf die Woche in Remscheid

Glänzende Aussichten gab es nur in Lennep

axel.richter@rga.de
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Ob sie nun schön ist oder nicht: Die neue Metallstele in der Lenneper Altstadt sorgt für Diskussionen. Was will Kunst mehr?, fragt RGA-Lokalchef Axel Richter. Viele weitere glänzende Aussichten findet er nicht in der zurückliegenden Woche. Im Gegenteil.

Nichts wird bekanntlich so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Dafür liefert die Woche so einige Beispiele.

So schrumpfte auf Nachfrage das in der Bezirksvertretung Lennep gezeichnete Bild vom wiehernden Amtsschimmel in Form des Pferde-TÜVs für den Martinszug zur formlosen Erklärung darüber, dass das Ross schon einmal mit dem Heiligen im Sattel vor dem Laternenzug im Schritt gegangen ist.

Einen solchen Schrieb kann man abgeben. So machen es andere Vereine und lassen St. Martin danach zur Freude der kleinen Laternengänger aufsitzen. Man kann die Stadt Remscheid, die übrigens gar nichts dafür kann, natürlich auch der Bürokratie zeihen und aus Protest dagegen das Pferd im Stall und seinen Martin zu Fuß gehen lassen. So macht es der Lenneper Verkehrs- und Förderverein. Meine Güte. Geht´s nicht auch mal eine Nummer kleiner?

Großes Gewese wurde in Lennep in dieser Woche auch um ein Kunstwerk gemacht. Die Pilgerfreunde enthüllten die Stele des international bekannten, in Wuppertal lebenden Künstlers Tony Cragg. Danach zeigte sich, dass Schönheit nun einmal im Auge des Betrachters liegt. Denn obgleich aus glänzendem Edelstahl, lässt die über drei Meter große Stele, die übrigens den Pilgerweg nach Santiago de Compostela aufgreift, niemanden kalt. Die einen mögen das Werk, die anderen nicht. Das sorgt für Diskussion und Auseinandersetzung. Was will Kunst mehr als das?

Weitere ähnlich glänzende Aussichten gab es wenige in diese Woche. Richtig trübe sind sie stattdessen in der heimischen Wirtschaft, denn Putins Krieg gegen den Westen trifft die Remscheider Unternehmen mit großer Härte. Das zeigt die Konjunkturumfrage, die die Bergische Industrie- und Handelskammer veröffentlichte. Und das zeigt die Untersuchung zur Lage im Mittelstand durch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Zwar zeichnet sich die von vielen Ökonomen befürchtete Insolvenzwelle (noch?) nicht ab. Doch die Remscheider Werkzeugproduzenten fürchten um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Bisher waren ihre Produkte zwar teurer als die aus China, dafür aber auch besser. Bei den jetzt zu erwartenden Energiepreisen, die die Produkte made in Remscheid zusätzlich verteuern, dürfte das Qualitätsargument nicht mehr jeden überzeugen.

Hoffen wir also, dass auch mit Blick auf die Wirtschaftslage nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und dass Menschen, die ohnehin nur ein geringes Budget haben, nicht um eine warme Wohnung fürchten, weil ihrem Vermieter die eingebaute Heizung zu teuer wird. Auch das gab es in dieser Woche. Möglicherweise trug der darauf folgende Proteststurm dazu bei, dass die Mietersorgen sich verflüchtigen können. In Remscheid passen die Menschen aufeinander auf. Und das ist mal eine richtig gute Nachricht in dieser Woche.

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