Vorwurf wegen Corona-Zahlen

OB Burkhard Mast-Weisz ärgert sich über Jens Nettekoven: „Diesen Mist brauche ich nicht“

Wehrt sich gegen Vorwürfe: Burkhard Mast-Weisz. Foto: Roland Keusch
+
Wehrt sich gegen Vorwürfe: Burkhard Mast-Weisz.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen

Gestiegene Corona-Zahlen: Die CDU unterstellt der Stadtverwaltung eine „Krise mit Ansage“.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die „Abteilung Attacke“, die Jens Nettekoven nachgesagt wird, hat noch einmal zugeschlagen. Der von Markus Kötter abgelöste CDU-Fraktionschef unterstellt der Stadt in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung zur hiesigen Corona-Lage „eine Krise mit Ansage“. Versehen ist der Vorwurf mit einem Fragezeichen, aber Nettekoven lässt in seinem einseitigen Brandschreiben deutlich anklingen, dass die Stadt mehr hätte tun können, um die extrem gestiegene Zahl der Neuinfektionen in den Griff zu bekommen.

„Die jetzige Situation war in gewisser Weise vorhersehbar, anders als die erste Welle im Frühjahr, die uns ziemlich unvorbereitet traf.“ Nettekoven schiebt Suggestivfragen hinterher: Fanden auch im Sommer genügend Kontrollen durch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) statt? Wurde genügend, auch mehrsprachige Aufklärungs- und Informationsarbeit seitens der Stadt betrieben? Diese Fragen müsse man sich stellen, „damit wir besser werden“.

Remscheid: OB Mast-Weisz: Vorwürfe sind „Unverschämtheit“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz empfindet die unterschwelligen Vorwürfe als „Unverschämtheit“ und „überflüssig“. Der OB, sonst um Ausgleich bemüht, nimmt kein Blatt vor den Mund: „Was Nettekoven verfasst hat, ist völliger Blödsinn und respektlos gegenüber all den Mitarbeitern bei der Stadt, die sich seit Beginn der Krise dafür einsetzen, deren Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.“

Von Anfang an, betont Burkhard Mast-Weisz, habe die Verwaltung immer mehrsprachig die Bevölkerung informiert. Wer auf die Homepage der Stadt geht, findet unter „Corona-Virus“ einen Button, der zu aktuellen Informationen über die Covid-19-Entwicklung in über zehn Sprachen führt. Darunter sind auch Mitteilungen der Landesregierung (Maskenpflicht) und der Bundesregierung (Corona-Warn-App). „Neben der Nutzung der digitalen Medien haben wir Plakate aufgehängt, Handzettel und Briefe verteilt“, zählt Mast-Weisz auf.

Die Stadt sei ebenso wenig „ins Hintertreffen geraten“, wie es ihr Nettekoven vorwirft, sondern: „Wir gehen jeden Tag aufs Neue mit angepassten Maßnahmen auf diese besondere Situation ein“, ärgert sich das Stadtoberhaupt.

Corona-Regelverstöße: KOD ist sieben Tage die Woche unterwegs

Dem KOD zu unterstellen, er täte zu wenig, um Verstöße zu ahnden, sei „Quatsch“. Der städtische Ordnungsdienst sei permanent unterwegs, jetzt, wo der Inzidenz-Wert in den roten Bereich gewandert ist, auch wieder sieben Tage die Woche und in erhöhter Personalstärke – so wie es in der Anfangszeit der Pandemie schon einmal über viele Wochen der Fall war. Auch sei die Hotline wieder an allen sieben Tage erreichbar. Dies wird zumindest bis Ende Oktober so bleiben. Mast-Weisz erinnert aber auch daran, dass die Verwaltung nicht unbegrenzt Personal nachschieben könne, irgendwo seien Grenzen gesetzt.

Die von der CDU propagierte „Nulltoleranz-Politik gegen Verstöße“ werde weitgehend praktiziert, wenngleich Strafen mit Augenmaß verhängt würden. „Wer allerdings in seiner Kneipe Lucky Luke auf der Gästeliste stehen hat, dessen Lokal wird sofort geschlossen.“ Auch seien in der Vergangenheit immer wieder Friseursalons dichtgemacht worden, die Hygiene-Standards für überflüssig hielten, betont der OB.

Der Oberbürgermeister hält Jens Nettekoven vor: „Wir rödeln als Stadt und im Krisenstab fast Tag und Nacht, diesen Mist brauche ich nicht. Wenn Nettekoven wirklich einen konstruktiven Beitrag leisten will, hätte er mich anrufen können und fragen, wo er helfen kann.“

Alle aktuellen Informationen über die Corona-Situation erhalten Sie in unserem Live-Blog: Er wird laufend aktualisiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare