Gericht

Geständiger Angeklagter will mit dem Kiffen aufhören

Das Amtsgericht in Remscheid.
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Das Amtsgericht in Remscheid.

Jugendpsychiatrie rät 22-Jährigem, sich Hilfe zu holen.

Von Sabine Naber

Remscheid. „Ich werde damit aufhören. Möchte ja auch meine Anstellung nicht verlieren“, versprach der 22-jährige Remscheider dem Richter am Remscheider Amtsgericht. Er hatte alle Anklagepunkte gestanden: An seine damalige Freundin, die 15 Jahre alt war, hatte er 2019 zweimal Joints abgegeben, außerdem war er zuletzt am 30. Juni nicht zum ersten Mal erwischt worden, weil er gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen hatte.

Wie oft er in den Monaten August und September 2019 gekifft habe, wollte der Richter wissen. „Am Wochenende zwei bis drei Gramm. Unter der Woche gar nicht“, sagte der Angeklagte. Jetzt aber habe er schon seit zwei Wochen nicht mehr gekifft. Und wüsste auch, dass es besser sei, ganz damit aufzuhören. Schon wegen des Geldes, und weil man angezeigt würde. „Aber ich habe die falschen Kollegen im Freundeskreis. Die überreden einen immer wieder“, gab er zu.

Wer die Drogen besorgen würde, fragte ihn die Staatsanwältin. „Die meisten haben etwas dabei, wenn wir uns treffen. Mal besorge ich auch etwas“, gab der junge Mann zu und befand, dass ein regelmäßiges Drogenscreening wohl gut für ihn sei. Das würde ihm helfen, mit dem Kiffen aufzuhören. Sein Verteidiger plädierte für eine Therapie, die ihm helfen würde, mit den Drogen aufzuhören.

Der Richter las aus der Betreuungsakte des Angeklagten vor. Darin wurden ihm Störungen im Sozialverhalten und eine Intelligenzminderung bescheinigt. Der Rat der Jugendpsychiatrie hieß, er solle sich Hilfe holen. Der Angeklagte machte deutlich, dass er sich eine ambulante Therapie vorstellen könne.

Als Zeugin trat die inzwischen 16-jährige Freundin auf, die ihn wegen Drogenmissbrauchs angezeigt hatte. Sie schilderte, dass sie den Angeklagten kennengelernt, sich in ihn verliebt und ihn „angezickt“ hatte, als er sie nicht an seinem Joint ziehen ließ. „Wir haben dann fast jeden Tag geraucht. Das hat ja auch lecker geschmeckt. Dann kam ich irgendwann gar nicht mehr ohne Drogen klar“, schilderte sie die Situation. Inzwischen sei sie aber seit sechs Monaten clean.

Urteil: Bewährungs- und Geldstrafe, Therapieanordnung

Ein weiterer Zeuge, Sozialpädagoge, der auf Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten spezialisiert ist und mit der jungen Zeugin arbeitet, gab an, dass sie mit dem Thema Drogen offen umgeht und es nicht unwahrscheinlich sei, dass sie schon vor den fraglichen Monaten im vergangenen Jahr mit Drogen in Kontakt war.

Weil der Angeklagte seit 2014 schon fünf Eintragungen hat – Beleidigung, Wohnungseinbruch und Verstöße gegen das Betäubungsmittel-Gesetz – wäre eine Gesamtstrafe vorstellbar. Der Richter verurteilte den jungen Mann zu acht Monaten Haft auf Bewährung und zu 90 Tagessätzen à 15 Euro. Außerdem muss er an einer Therapie teilnehmen.

Angeklagter soll Imbissbetreiber mit dem Tod gedroht haben: Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, tätliche Beleidigung, Bedrohung – die Liste der Vorwürfe gegen einen Angeklagten im Amtsgericht Remscheid war lang.

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