Prozess

Gericht schickt Brandstifterin auf Dauer in psychiatrische Klinik

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Das Landgericht in Wuppertal.

52-Jährige hatte unter anderem im Sana-Klinikum und in der Stiftung Tannenhof gezündelt.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach vorsätzlichen Brandstiftungen in zwei Remscheider Krankenhäusern und in einer weiteren Einrichtung sowie nach zusätzlichen Straftaten hat das Landgericht in Wuppertal eine psychisch erkrankte Beschuldigte (52) verurteilt. Sie war während der Taten Patientin beziehungsweise Bewohnerin an den Tatorten. Laut Urteil muss die Frau als gemeingefährlich auf Dauer in eine geschlossene und besonders gesicherte, psychiatrische Fachklinik.

Im selben Urteil verhängten die Richterinnen und Richter gegen die Frau ein Jahr und zehn Monate Gefängnis. Sie gilt als teilweise schuldfähig: Sie habe sich nicht unter Kontrolle gehabt, während sie aber wusste, was sie tat. Die Entscheidung des Gerichts ist insgesamt noch angreifbar.

Im Prozess gegen die 52-Jährige ging es um Feuer am 25. Februar 2018 im Sana-Klinikum, außerdem am 2. Mai 2019 in der Klinik Tannenhof. Dazu kam eine Serie weiterer Brände in einer Wohneineinrichtung in Wuppertal, wo die Frau lebte. Nach Überzeugung des Gerichts zündelte die Frau in einem Plastikeimer und löste einen Brand mit einem Kocher, legte Feuer an einem Papierhaufen auf einem Fußboden und steckte ein Kopfkissen an. Der Rauch soll teils Feuermelder ausgelöst haben. Helfer konnten rechtzeitig löschen. Über die Umstände hatte das Gericht Pflegekräfte und weitere Zeugen befragt. Sie sollen die Beschuldigte teils über Jahre gekannt haben.

Gericht: Vorrangig ist der Schutz der Allgemeinheit

Zusätzlich angeklagt war die Frau wegen Beleidigungen und missbräuchlichen Anrufen beim Notruf. Der vorsitzende Richter fasste zusammen: „Es sind sage und schreibe fünf Brandlegungen, die Gegenstand dieses Urteils werden.“ Darüber hinaus gebe es Hinweise auf Verstrickung der Frau in mindestens ein halbes Dutzend weiterer Brände.

Fazit des Gerichts: Die Taten seien „brandgefährlich, sicherlich für die Angeklagte, aber eben auch für andere. Das ist nicht harmlos. Der vorrangige Gesichtspunkt ist hier der Schutz der Allgemeinheit.“

Die Frau soll seit vielen Jahren psychisch erkrankt sein. Die Richter folgten dem Gutachten eines Gerichtsarztes, wonach eine sogenannte schizoaffektive Störung vorliegt. Die Schuldfähigkeit der Frau sei eingeschränkt, könne aber nicht als aufgehoben gelten.

Die entsprechende Haftstrafe legte das Gericht etwas höher fest, als die Staatsanwaltschaft beantragt hatte. Die Anwälte der Frau hatten geltend gemacht, es bestünden Zweifel, dass ihre Mandantin alle vorgeworfenen Taten begangen hat. Dem folgte das Gericht nicht.

Wenn das Urteil gegen die Frau rechtskräftig wird, wird sie zunächst in einer geschlossenen, forensischen Klinik aufgenommen. Sie wird entlassen, wenn sie aus medizinischer Sicht nicht mehr als gefährlich gilt. Ins Gefängnis braucht sie anschließend womöglich nicht mehr: Die Zeit in der Psychiatrie wird ihr auf die Haft angerechnet. Die 52-Jährige befindet sich vorläufig in einer geschlossenen Fachklinik.

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