Bauvorhaben

Geplante Außengastronomie sorgt für Ärger

Gastronom Ali Topbas möchte eine Terrasse für seine Gäste anlegen. Die Bezirksvertretung findet das gut, das Bauamt weniger.
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Gastronom Ali Topbas möchte eine Terrasse für seine Gäste anlegen. Die Bezirksvertretung findet das gut, das Bauamt weniger.

Bezirksvertretung spricht über Pläne in der Gertenbachstraße.

  • Gastronom Ali Topbas möchte ein spanisches Restaurant eröffnen.
  • Notwendiger Bauantrag hat kaum eine Chance.
  • Vergleichbare Bauvorhaben wurden für nicht genehmigungsfähig erklärt.

Von Sven Schlickowey

Remscheid/Lüttringhausen. Die Gertenbachstraße könnte eine Außengastronomie bekommen. Das plant ein Gastronom, der sich dort neu ansiedeln möchte. Und das wünscht sich die Bezirksvertretung (BV) Lüttringhausen. Weil die Bauverwaltung das Vorhaben vermutlich nicht genehmigt, wurde es zum Thema in der BV.

Im ehemaligen Mamma Rita in der Gertenbachstraße 6 möchte Gastronom Ali Topbas ein spanisches Restaurant eröffnen – inklusive einer Terrasse für die warmen Tage. Knapp 50 Sitzplätze sollen hier auf rund 80 Quadratmetern unter freiem Himmel entstehen. Geplant seien keine „Halli-Galli-Partys“, betonte Topbas in der Einwohnerfragestunde der BV. Vielmehr wolle er ein Speiselokal mit bürgerlichem Publikum betreiben.

Remscheid/Lüttringhausen: Koball nennt Ablehnungsgründe „an den Haaren herbei gezogen“

„Hier ist zwar Gewerbe erlaubt, aber nur zur Versorgung der näheren Umgebung.“

Christina Kutschaty

Der dafür notwendige Bauantrag hat jedoch kaum eine Chance, genehmigt zu werden, teilte die Verwaltung mit. Und gab ihm die Gelegenheit, sich erneut zu seinem Vorhaben zu äußern und es eventuell abzuändern. Daraufhin wandte sich Topbas an Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller (CDU), der das Thema auf die Tagesordnung setzte.

„Das kann uns nicht gefallen, dass wir im Ortskern von Lüttringhausen so wenig Gastronomie haben“, sagt Stuhlmüller. Deswegen stände es der Stadt gut zu Gesicht, zum Erfolg neuer Gaststätten beizutragen. Zumal Außengastronomie in Lenneps Altstadt offensichtlich kein Problem sei. Das sahen auch andere BV-Mitglieder ähnlich. Gunter Georg Galli (CDU) zog einen Vergleich mit dem nahen Eiscafé, vor dem sich Gäste aufhalten würden. Jürgen Koball (Linke) nannte die Ablehnungsgründe der Verwaltung „an den Haaren herbei gezogen“. Insbesondere, dass die Verwaltung in ihrem Schreiben das geplante Vorhaben als „rücksichtslos“ bezeichnet hatte, stieß den Politikern sauer auf.

Remscheid/Lüttringhausen: Vergleichbare Bauvorhaben für nicht genehmigungsfähig erklärt

Jörg Schubert, Fachdienstleiter im Bauamt, verwies auf aktuelle Gerichtsurteile, die nicht nur genau diesen Ausdruck verwenden, sondern vergleichbare Bauvorhaben für nicht genehmigungsfähig erklären. Auch der Vergleich mit der Lenneper Altstadt sei nicht statthaft, betonte Christina Kutschaty, Leiterin des Fachdienstes Stadtentwicklung: Während sich besagte Gastronomie in Lennep in Kern- und Mischgebieten befinde, handele es sich bei der Gertenbachstraße um allgemeines Wohngebiet. „Hier ist zwar Gewerbe erlaubt, aber nur zur Versorgung der näheren Umgebung.“

Auch die von BV-Mitgliedern vorgeschlagenen Einschränkungen auf eine bestimmte Anzahl von Gästen oder bestimmte Uhrzeiten, seien in der Baugenehmigung „absolut problematisch“, machte Schubert klar. Auch dazu gebe es aktuelle Rechtsprechungen, eines dieser Urteile betreffe sogar konkret einen Fall in Lennep: „Das haut uns das Gericht um die Ohren.“

Trotzdem, auch das machten die beiden Vertreter der Verwaltung deutlich, ist das Thema nicht grundsätzlich vom Tisch. „Der Antragsteller sollte unser Schreiben noch einmal kritisch zusammen mit seinem Architekten lesen“, schlug Christina Kutschaty dem Gremium vor. Dieses enthalte keine Vorwürfe, sondern Hinweise. „Und diese Punkte kann man abarbeiten.“

Hintergrund

Ein Dutzend Gebietsformen unterscheidet die Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke. Danach dienen Allgemeine Wohngebiete „vorwiegend dem Wohnen“, Mischgebiete „Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören“ und Kerngebiete „Unterbringung von Handelsbetrieben sowie der zentralen Einrichtungen der Wirtschaft, Verwaltung und Kultur“.

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