Geocaching: Förster stolpert über seinen ersten Schatz

Noch nie was von GPS-Gerät gehört? Ein Navi aus dem Auto kennen aber alle - die funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Es misst per Satellit den aktuellen Standpunkt, erklärte Mechthild von der Wuppertaler Station "Natur und Umwelt" gestern den Kindern aus dem Ferien-Programm der Stadt Remscheid. Anschließend machten sie sich auf, um ihren ersten "Cache" zu finden.
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Noch nie was von GPS-Gerät gehört? Ein Navi aus dem Auto kennen aber alle - die funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Es misst per Satellit den aktuellen Standpunkt, erklärte Mechthild von der Wuppertaler Station "Natur und Umwelt" gestern den Kindern aus dem Ferien-Programm der Stadt Remscheid. Anschließend machten sie sich auf, um ihren ersten "Cache" zu finden.

Ferientipp: Allein in Remscheids City sind mehr als 200 "Schätze" versteckt. Die Geocacher-Gemeinde wird immer größer. Auch die Ferienaktion war ausgebucht.

Plötzlich war da ein Trampelpfad. "Wenn man mit offenen Augen durch die Natur geht, sieht man sowas", sagt Volker Leipzig. Der Förster betreut das Remscheider Revier rund um die Neye-Talsperre auf Wipperfürther Stadtgebiet - und der Trampelpfad war seine erste Begegnung mit einem immer beliebter werdenden Hobby: Geocaching (sprich: geocäsching). Förster Leipzig folgte dem Trampelpfad und stieß auf seinen ersten "Cache" (geheimes Lager) - meist ein Kästchen mit Zettel, Stift und kleinen Tauschgegenständen: das Ziel der modernen Schnitzeljagd.

Beim Geocaching ist das Ziel der Weg: Zu finden ist es einzig mit GPS-Koordinaten, die in Internet-Foren der modernen Schnitzeljäger abgerufen werden können. Je nach Schwierigkeit liegen zwischen Start und Ziel diverse Rätsel, die erst die kompletten Koordinaten ergeben.

In Remscheid gibt´s sogarden Tüpitter-Cache

Wie groß die Fangemeinde ist, zeigen die Zahlen in einschlägigen Foren: Wer allein 2 Meilen rund um die zur Innenstadt-Postleitzahl 42853 sucht, kommt auf 228 Treffer für Geocaches mit Titeln wie "Das verlassene Gelände", "Schöne Bergische Häuser" oder auch "Tüpitter". Viele sind erst vor kurzem das letzte Mal geloggt, also gefunden, worden.

Auch rund um die Neyetalsperre, die zum Remscheider Forstrevier gehört, gibt es etliche Caches. Förster Leipzig findet das durchaus gut - auch wenn er sich zunächst über die Geocacher geärgert hat. Von Berufs wegen hat der Förster etwas dagegen, wenn Menschen quer durch die Wälder trampeln. Erst recht, wenn es sich wie an der Neye um ein künftiges Naturschutzgebiet handelt. Doch Leipzig reagierte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern beschäftigte sich mit dem Thema und suchte Kontakt zu den Cachern - das kam gut an. "Wir haben dann gemeinsam geschaut, wie wir die Punkte so umlegen, dass alle damit leben können."

Nur das Plastik-Tier führtzum echten Schatz

Heute schätzen sich beide Seiten, der Wipperfürther Geocaching-Stammtisch hat Leipzig sogar schon eingeladen, um von ihm etwas über Naturschutz zu erfahren, und bespricht neue Cache-Verstecke mit dem Förster. "Wenn beide Seiten aufeinander zugehen, dann funktioniert´s."

Denn die Grundidee des Geocachings gefällt Leipzig sehr: "So holen wir auch Jüngere wieder raus in die Natur." Mit GPS-Gerät oder Smartphone werden auch Menschen begeistert, die mit Natur oder Spaziergängen sonst weniger am Hut haben. Und über die Natur erfahren sie ganz nebenbei auch noch eine Menge. So haben Cacher in seinem Revier - ohne zu viel vorab zu verraten - ein Plastiktier versteckt. Nur wer es entdeckt und ein Tier-Rätsel löst, bekommt die Koordinaten für die nächste Etappe. "Die positiven Seiten überwiegen absolut."

Nicht überall in Deutschland funktioniert das Miteinander so reibungslos. Um Konflikte zu verhindern, rät Leipzig allen, die neue Caches anlegen - also eine neue "Schnitzeljagd" samt Schatz gestalten - im Vorfeld das Gespräch mit Förster oder Jägern zu suchen. "Wenn beide Seiten gesprächsbereit sind, findet sich immer eine Lösung."

Nur eines lehnt auch der Remscheider Förster kategorisch ab: Nacht-Caches. Dazu sind die GPS-Schnitzeljäger im Dunklen unterwegs und finden ihren Weg zum Teil durch das Anleuchten von Reflektoren. "Das beunruhigt das Wild viel zu sehr."

VON SCHÄTZEN UND MUGGELN

TECHNIK Heute braucht man nicht unbedingt ein Extra-GPS-Gerät, um sich anhand der Koordinaten zu orientierten. Smartphones funktionieren ebenfalls. Teilweise reichen gute Karten.

REGELN Außer Lust an der Sache braucht man fürs Geocaching keine weiteren Hilfsmittel. Wer einen "Schatz" gefunden hat, trägt sich ins Logbuch ein und hinterlässt alles wie vorgefunden. Zum Teil werden kleine Gegenstände getauscht. Für Fortgeschrittene gibt´s noch viele weitere Feinheiten.

GEFAHR Die größte Gefahr für "Cacher" sind die so genannten Muggel: Unwissende, die Hinweise und Schätze einfach wegnehmen oder sogar extra zerstören.

GEOCACHING Touren unterschiedlicher Längen und Schwierigkeitsgrade finden sich Online-Foren; fürs Smartphone gibt´s eigene Geocaching-Apps.

IN DER REGION Auch in Remscheid und Umgebung gibt es ungezählte Touren für Anfänger bis hin zur wirklich kniffligen Nuss.

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