Meine erste Platte

Das Genesis-Virus hat ihn bis heute gepackt

Frank vom Scheidt mit der LP „X“ des Berliner Elektronikers Klaus Schulze. Ansonsten besitzt er heute nur noch eine weitere Vinyl-Scheibe von Vangelis. Foto: Uwe Rapp
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Frank vom Scheidt mit der LP „X“ des Berliner Elektronikers Klaus Schulze. Ansonsten besitzt er heute nur noch eine weitere Vinyl-Scheibe von Vangelis.

Frank vom Scheidt ist seit Jahrzehnten ein leidenschaftlicher Fan der Band.

Von Uwe Rapp

Remscheid. Eigentlich ist Frank vom Scheidt (57), langjähriger Vorsitzender der Remscheider Grünen und jetzt Ratsmitglied und Vorsitzender der Remscheid Tafel, ein Kassetten-Typ. „Musikalisch bin ich ein Späteinsteiger, ich habe lieber meine Zeit auf dem Bolzplatz mit Fußballspielen verbracht. Bei einem Freund, der eine ordentliche Schallplattensammlung hatte, hörte ich zum ersten Mal eine LP von Genesis. Ich habe mir alle LPs, die mit Peter Gabriel waren, ausgeliehen: Trespass, Nursery Crime, Foxtrot, Selling England by the Pound und The Lamb Lies Down on Broadway. Bis heute bin ich ein großer Fan der Band und kann mich immer noch an dem 23-minütigen ‚Supper‘s Ready‘, einer meiner Lieblingssongs von Genesis, erfreuen“, erzählt vom Scheidt.

Aus finanziellen Gründen, mittlerweile schon Student, hat er angefangen, die Schallplatten auf Kassette aufzunehmen . „Meine Freunde waren die Schallplatten- und später die CD-Sammler. Von denen konnte ich mir alles ausleihen und aufnehmen. Oder sie haben es für mich aufgenommen. Wichtig war mir immer, das komplette Album zu hören, weil ich Musik genieße und um mich herum alles ausschalte. Das ist bis heute so und kann schon mal fünf oder sechs Stunden dauern.“

Mit Georg Wurth in der Berliner Clubszene unterwegs

Natürlich gehörte auch der Besuch der örtlichen Rockdiscos in Remscheid und Umgebung zu Franks Freizeitvergnügen. Er war immer der Letzte im Big Pub, Exit oder Deja-vu. Zu Mothers Finest, Caroline Maas, Birth Control, Stranglers und Pink Floyd tanzte Frank, bis die Tür geschlossen wurde. In dieser Zeit fand er auch Zugang zu elektronischer Musik. „Die beiden Schallplatten, die ich noch besitze, sind von Klaus Schulze ‚X‘ und Vangelis ‚The Best of‘. Von denen konnte ich mich nicht trennen“, sagt Frank vom Scheidt.

Mit dem Sony-Walkman konnte er in den 80er-Jahren seine Kassetten nicht nur zu Hause hören, sondern wo immer er wollte. „Der Walkman war mein ständiger Begleiter. Seitdem habe ich, wenn ich in den Urlaub fahre, immer einen Musikkoffer dabei. Zum Beispiel fahre ich seit 30 Jahren regelmäßig nach Südfrankreich und immer auf den gleichen Campingplatz. In der Nähe befindet sich ein Felsen, und auf diesem hat man einen wunderschönen Ausblick auf das Mittelmeer. Den besteige ich, setze mir meine Kopfhörer auf und genieße den Sonnenuntergang und den aufgehenden Mond. Das können auch schon mal fünf Stunden werden. Dazu höre ich Pink Floyd ‚Dark Side of the Moon‘, Madonna ‚Confession of the Dance Floor‘, Fleedwood Mac ‚Say You Will‘, und das mache ich noch bis heute und erfreue mich an dem wunderbaren Sternenhimmel.“

Mittlerweile hat Frank vom Scheidt auch Freude an Techno und House Musik gefunden. „Mit meinem Parteifreund Georg Wurth, der in Berlin lebt, kenne ich mich in Berliner Clubszene schon ganz gut aus. Einer der Höhepunkte und wahrscheinlich auch die beste Party, die ich jemals besucht habe, war die Abschlussfeier des alten Tresor-Clubs. Die dann auch wieder bis zum Morgengrauen ging“, erzählt Frank vom Scheidt.

Leider fehlen ihm auch die nicht stattfindenden Konzerte. „Ich hatte schon ein Ticket für die kanadische Band Musical Box, die ich mehrfach gesehen habe. Das ist eine Genesis Tributeband, die mit dem originalen Equipment von Genesis, inclusive der Bühnenkostüme, auf Tour geht. Das kann ich jedem empfehlen, der leider nicht die Original Genesis gesehen hat. Es ist wirklich ein Erlebnis. Die Tour ist jetzt auf den September 2021 verschoben. Vielleicht gibt es ja noch Tickets“, wirbt Frank vom Scheidt. Am Schluss noch drei Tipps von ihm: „So“, „US“ und „Up“ von Peter Gabriel.

Gastautor

Uwe Rapp

Wer in Remscheid seine erste Schallplatte erstanden hat, der hat das mit großer Wahrscheinlichkeit bei Uwe Rapp getan. Der 65-Jährige verkaufte einst Musik im legendären Plattenladen Zack Zack. Heute legt er als Kult-DJ auf Partys und dienstags um 20 Uhr auf mvradio.de auf. Für unsere RGA-Serie „Meine erste Platte“ haben wir Uwe Rapp als Gastautor gewonnen. Er unterhält sich mit Remscheidern über ihre erste Platte.

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