Weihnachtsgottesdienst

Gemeinde spendet Geflüchteten Trost

Der Gottesdienst in der Lenneper Stadtkirche stieß auf große Resonanz.
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Der Gottesdienst in der Lenneper Stadtkirche stieß auf große Resonanz.

Weihnachtsgottesdienst führte Ukrainer in die Lenneper Stadtkirche. Superintendentin findet deutliche Worte.

Von Dela Kirchner

Ganz im Zeichen des Kriegs stand am ersten Weihnachtsfeiertag der Gottesdienst für geflüchtete Menschen aus der Ukraine, den die evangelische Kirchengemeinde Lennep und die Diakonie anboten. Eine zu gut zwei Dritteln gefüllte Stadtkirche in Lennep mit einer bunt gemischten Gemeinde war am Nachmittag war der Lohn dafür, dass die Zusammenkunft kurzfristig in das Weihnachtsprogramm aufgenommen worden war.

Die Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Lennep Antje Menn führte mit Pfarrer David Kannemann sowie Ivan Zakharchenko und Nataliia Ustich durch den dreisprachigen Gottesdienst, der in Deutsch, Englisch und Ukrainisch/Russisch gehalten wurde. Unterstützt wurden die Redner durch Sylvia Tarhan an der Orgel und vom Trio Katja Machan-Gier, Oliver und Johannes Gier (Blockflöte, Mandoline und Gitarre).

Programmheft warliebevoll gestaltet

Ein liebevoll mehrsprachiges Programmheft erleichterte den zahlreichen Gästen aus der Ukraine die Orientierung in einem evangelischen Gottesdienst. Es wurde viel Trost gespendet – und natürlich für den Frieden gebetet. Die zweisprachig erzählte Weihnachtsgeschichte, ergänzt durch deutsch- und englischsprachige Weihnachtslieder, konnte in jedem Fall eines vermitteln: Geborgenheit, Gemeinschaft und das Gefühl, bei uns in Remscheid willkommen zu sein. Ungewohnt für die allermeisten Besucher des Gottesdienstes dürfte die Predigt von Antje Menn gewesen sein – auf Englisch, der „Brückensprache“ zwischen vielen Deutschen und Ukrainern. Sie verfehlte ihre Wirkung nicht. Die zentrale Botschaft – „Don`t be afraid (Fürchtet Euch nicht)!“ – war für jeden im Gottesdienst zu verstehen. Die Superintendentin fand außerdem deutliche Worte für das, was vielen Menschen auf der Seele liegt: „Stop that Russian Government!“ („Stoppt die russische Regierung!“)

Wohl niemand in der Lenneper Stadtkirche hätte sich vor einem Jahr vorstellen können, an diesem Ort in einer solchen Zusammenstellung von Besuchern einen Weihnachtsgottesdienst zu feiern. Antje Menn bekräftigte, dass die Menschen aus der Ukraine bei uns willkommen sind und sie dabei unterstützt werden, in Remscheid eine temporäre oder dauerhafte Heimat zu finden. Spätestens nach den Fürbitten, den wiederholten Bitten um Frieden und das Ende der Gewalt auf der Welt und dem Vaterunser war die friedliche, besinnliche und auch ein wenig wehmütige Weihnachtsstimmung bis in den letzten Winkel der Kirche zu spüren.

Weihnachtstreffen führt eins Gemeindehaus

Nach dem obligatorischen „O du fröhliche“ bei ausgeschaltetem Licht wurden die Besucher des Gottesdienstes mitnichten allein in den Weihnachtsabend entlassen: Ein engagiertes Team hatte im Gemeindehaus dafür gesorgt, dass im Anschluss dann tatsächlich auch noch gemeinsam Weihnachten gefeiert wurde.

Der lange Zug von Menschen, die unter angeregtem, mehrsprachigem Stimmengewirr durch die Altstadt zum evangelischen Gemeindehaus gingen, füllte dieses nahezu bis auf den letzten Platz. Ein internationales Buffet, eine Bescherung für die Kinder unter dem Weihnachtsbaum und ein gemeinsam verbrachter Weihnachtsabend hätten die Weihnachtsbotschaft ebenfalls nicht besser vermitteln können.

Orthodoxe Kirche

In der Ukraine gibt es viele unterschiedliche Religionen. Die größte Gemeinschaft ist dabei die Orthodoxe Kirche. Daneben gibt es aber auch noch weitere christliche Kirchen und Gemeinschaften sowie kleine muslimische, buddhistische und andere religiöse Ausrichtungen. Die orthodoxen Gläubigen feiern in der Ukraine die Geburt Christi traditionell erst am 6. und 7. Januar.

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