Entsorgung

Gelbe Tonne löst in Remscheid bald die Säcke ab - CDU reicht das nicht

Die TBR setzen auf gelbe Tonnen. Säcke sollen ausdienen. Foto: Roland Keusch
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Die TBR setzen auf gelbe Tonnen. Säcke sollen ausdienen. 

Vorbild Düsseldorf: Die CDU fordert Wertstoffbehälter für die Remscheider Haushalte.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Ab dem kommenden Jahr ist der Gelbe Sack in Remscheid (fast) Geschichte. Er wird, zumindest da, wo es möglich ist, von der Gelben Tonne abgelöst. Der CDU geht das allerdings nicht weit genug. In einem Antrag, der erstmals am kommenden Mittwoch im Ausschuss für Bauen und Umwelt auf der Tagesordnung steht, fordern die Christdemokraten die Einführung einer Wertstofftonne.

In dieser dürften dann auch sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen und Metalle entsorgt werden, wie die CDU in ihrem Antrag schreibt. Während Gelbe Säcke und Tonnen eigentlich nur für Verpackungsmüll gedacht sind –auch wenn das kaum jemand weiß. So erleichtere die Wertstofftonne dem Bürger die Mülltrennung, sagt die CDU, und helfe mit, die Umwelt zu schonen: „Wir gehen davon aus, dass durch die Wertstofftonne mehr recyclebare Materialien gesammelt und einer Wiederverwertung zugeführt werden können.“

Die CDU fordert Einführung der Wertstofftonne.

Als Vorbild führen die Christdemokraten die Landeshauptstadt an: In Düsseldorf hätten CDU und Grüne die Wertstofftonne zusammen auf den Weg gebracht. Bereits 2024 werde dort die Gelbe Tonne abgelöst.

Dass das in Remscheid nicht so schnell gehen wird, macht allerdings eine Mitteilungsvorlage der Stadtverwaltung deutlich. Darin wird erläutert, dass die Ausschreibung für die Abfuhr der Gelben Tonnen für die Jahre 2023 bis 2025 unmittelbar bevorsteht: „Die Ausschreibung soll noch im Frühjahr 2022 erfolgen.“ Eine mögliche Einführung einer Wertstofftonne müsste aber vorher geklärt werden, was zeitlich kaum noch passen dürfte. „Die Einführung einer Wertstofftonne ist daher frühestens mit Beginn des nächsten Leistungszeitraum ab 2026 möglich“, lautet das Fazit.

Zudem rechnet die Verwaltung mit Mehrkosten, wie Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe (TBR), im RGA-Gespräch bestätigt: „Das würde auf jeden Fall hinterher teurer.“ Während sich Gelbe Säcke und Tonnen nämlich durch Lizenzgebühren der Dualen Systeme finanzieren, müsste die Stadt bei einer Wertstofftonne draufzahlen. Für alles, was kein Verpackungsmüll ist.

Und dem stünden kaum Einsparungen gegenüber, wie Zirngibl betont: Weil die meisten Bürger heute schon auch nicht Verpackungsmüll aus Plastik im Gelben Sack entsorgen, was auch Abfallanalysen regelmäßig bestätigen würden, spare man zum Beispiel keine Verbrennungsentgelte bei der Müllverbrennungsanlage.

Stattdessen setze man bei den TBR auf die Gelbe Tonne, deren Einführung man in „langen und zähen Verhandlungen“ (Zirngibl) mit den Dualen Systemen erreicht habe. Mit der Umstellung wird auch der Abfuhrrhythmus geändert: Statt alle vier wird der Abfall ab 2023 alle zwei Wochen abgeholt. Und das auch weiterhin nicht von den TBR. Sich an der Ausschreibung zu beteiligen, mache „keinen Sinn“, sagt Michael Zirngibl. Die Preise in diesem Bereich seien so niedrig, dass man kaum Tariflöhne zahlen könne: „Da können wir als Öffentlicher Dienst nicht mitmischen.“

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