Geht Wärme durch die Wand? Schüler machen das Unsichtbare sichtbar

Ismail macht den Test mit Moritz Kiefer: Speichert die Acrylglasscheibe Wärme? Die Wärmebildkamera löst das Rätsel. Foto: Roland Keusch
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Ismail macht den Test mit Moritz Kiefer: Speichert die Acrylglasscheibe Wärme? Die Wärmebildkamera löst das Rätsel.

Das X-perimente Mobil des Deutschen Röntgen-Museums und der Reiss-Engelhorn-Museen machte Halt am Rögy

Von Melissa Wienzek

Ismail hält sich eine Acrylglasscheibe vor das Gesicht und stellt sich vor die Wärmebildkamera. Seine Mitschüler lachen und quasseln wild. Sie vermuten, Ismails Körperwärme ist auf jeden Fall über die Wärmebildkamera als hellgelbe Fläche zu sehen. Schließlich ist die Acrylglasscheibe doch transparent. Überraschung: Das Bild bleibt dunkel. „Und jetzt nimm deine Hände mal von der Platte“, sagt Moritz Kiefer. Tada! Die Hände des Schülers hinterlassen hellgelbe Spuren auf der Scheibe – sie hat Ismails Körperwärme gespeichert. Alle anderen 28 Schüler im Physikraum können ihr Kreuzchen auf dem Arbeitsblatt machen.

Und danach geht es weiter: Ob Rettungsfolie, ein Luftballon oder eine Mülltüte Wärme aufnehmen? Oder gar die Wand? Die Schüler kommen zu dem Schluss: Wärme geht nicht durch Wände – der Film „Mission Impossible 3“ hat einen dicken Filmfehler. „Wenn Tom Cruise also einen neuen Film dreht, sollte er euch anrufen. Ihr seid jetzt 29 Wärmebildprofis und könnt ihm sagen: Deine Physik funktioniert so nicht“, sagte Kiefer, der momentan ehrenamtlich mit dem X-perimente Mobil durch Deutschland tourt.

Der Mercedes Sprinter, der im Röntgenjahr 2020 vom Deutschen Röntgen-Museum in Lennep und den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim auf die Reise geschickt wurde, damit Kinder und Jugendliche Physik erforschen können wie einst Wilhelm Conrad Röntgen, machte diese Woche Halt am Rögy. Alle Schüler der Sekundarstufe I kamen in den Genuss. UV-Lampen samt Durchleuchtungsmaterial wie Kiwi, Geldschein oder Olivenöl, Schutzbrillen und Wärmebildkamera wurden aus dem Experimentier-Transporter in die Klassen geholt.

„Wir sind sehr froh, dass es da ist und das Unsichtbare sichtbar macht“, sagt der kommissarische Schulleiter Thomas Benkert. Er ist sich sicher: Die spannenden Experimente sind eine super Werbung für Naturwissenschaften. „Den einen oder anderen holen wir damit.“ Denn nur wer selbst forscht, begreift auch. Wie einst Wilhelm Conrad Röntgen, der Entdecker der Röntgenstrahlen.

Am Montag fährt das Mobil weiter. Birgit Dömling und Anna Kätker vom Röntgen-Museum sind dann eine Woche in Würzburg bei der Messe „Highlights der Physik“ mit dem fahrbaren Röntgen-Botschafter vertreten. Voraussichtlich 2023 kommt es wieder nach Lennep – dann allerdings mit spannenden Experimenten für Grundschüler im Laderaum.

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