Gegen die nicht gebannte Gefahr ist eine Impfung dringend

Das stand vor 25, 50, 75 und 100 Jahren im RGA

Remscheid -wey- 1996 „Lennep holt Tuchmuseum“ lautet die Überschrift im RGA am 4. September vor 25 Jahren. Auch ohne den fehlenden Artikel in der Schlagzeile, für den offenbar kein Platz mehr war, wird deutlich: Da bekommt die ehemalige Kreisstadt eine schöne neue Attraktion – und zwar aus der Radevormwalder Nachbarschaft. Dort hatte die Tuchfabrik Johann Wülfing & Sohn nach über 200 Jahren aufgeben müssen und in der Anna-Hardt-Stiftung einen Träger für das bis dahin firmeneigene Museum gefunden. Und die wiederum entschloss sich dazu, mit den Ausstellungsstücken in die Freiherr-vom-Stein-Schule umzuziehen, mit jeder Menge Unterstützung durch die Lenneper Vereine. Während die Stiftung 90 000 Mark für die Instandsetzung der Räume aufbringen werde, hätten sich die Vereine dazu verpflichtet, 40 000 Mark zur Verfügung zu stellen, ist zu lesen. So bleibt seither das textile Erbe der Region dort lebendig. Nur den sprichwörtlichen Steinwurf entfernt vom ehemaligen Standort entfernt. 1971 Eine schöne Überschrift zu einem nicht ganz so schönen Thema hatte der Tüpitter hingegen auf den Tag genau 25 Jahre zuvor zu bieten: „Unter „Ein freches Bubenstück!“ (tatsächlich mit Ausrufezeichen) berichtet der RGA dort, wie dem Hastener Fuhrunternehmer Helmut Koppetsch quasi vor seinen Augen ein Lkw geklaut wurde. Koppetsch hatte Sperrmüll zur Kippe an der Solinger Straße gebracht, und als er gerade drei Kartons, „die er gewohnheitsmäßig wieder mitnehmen wollte“, leerte, stiegen zwei „junge Burschen“ in den Wagen – und fuhren weg. „Da war guter Rat teuer!“ (wiederum mit Ausrufezeichen), hält der RGA fest: „Da auf der Kippe kein Funkgerät vorhanden ist, um beim Pförtner Alarm zu schlagen“, habe man die beiden erstmal fahren lassen müssen. Aber: „Die Polizei hat die Fahndung aufgenommen.“ 1946 Auch nicht schön das Thema, vor dem das Amtliche Mitteilungsblatt am 4. September vor 75 Jahren warnte: „Die Typhusgefahr ist noch nicht beseitigt“, ist dort zu lesen: Es gebe ein „Wiederaufflackern“ der Infektionskrankheit, die sich durch hohes Fieber auszeichnet und unbehandelt zum Tod führen kann. „Deshalb ist eine prophylaktische Typhusschutzimpfung aller noch nicht gegen diese Krankheit Geimpften dringend.“ Der Wirkungsgrad der damals zugelassenen Impfstoffe lag übrigens nur knapp über 50 Prozent, außerdem gab es zahlreiche Nebenwirkungen. Und trotzdem ist Typhus heute in den westlichen Industrieländern nahezu ausgerottet. 1921 Am 3. September vor 100 Jahren beschäftigte sich der RGA mit einem Ereignis, das wenige Tage zuvor im Schwarzwald stattgefunden hatte, die Ermordung des Publizisten und Politikern Matthias Erzberger. Der Kritiker der Kolonialpolitik, der 1918 am Waffenstillstand von Compiègne beteiligt war, fiel einem Attentat der rechtsterroristischen Organisation Consul zum Opfer – was auch in Remscheid zu heftigen Protesten sorgte: „Vor dem Rathause, aus dem während der Kundgebung zum ersten Mal die schwarz-rot-goldene Fahne der Republik entrollt wurde, hatten sich Anhänger der Linksparteien und viele Neugierige eingefunden.“

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