Klosterkirche

Gefangenenchor wird zum fein swingenden Kleinod

Klassiker der europäischen Musik in Jazz verwandelt: (v.l.) Rossano Sportiello, Frank Roberscheuten, Oliver Mewes.
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Klassiker der europäischen Musik in Jazz verwandelt: (v.l.) Rossano Sportiello, Frank Roberscheuten, Oliver Mewes.

Jazz-Trio Three Wise Men begeisterte in der Klosterkirche.

Von Peter Klohs

Remscheid. Das Great American Songbook kennt man. Zumindest die Jazzliebhaber erfreuen sich immer wieder gerne an den Songs zwischen „Over the rainbow“ uns „Stella by starlight“. Aber das European Songbook? Nie gehört.

Das Jazz-Trio „Three Wise Men“ zeigte in der Klosterkirche auf, was es damit auf sich hat: Klassiker der europäischen Musik in Jazz zu verwandeln. Das Trio ist gern gesehen in Remscheid und gab hier diverse Konzerte. Der Niederländer Frank Roberscheuten, der Saxofone und Klarinette spielt und der italienische Pianist Rossano Sportiello spielen gerne mit dem österreichischen Schlagzeuger Martin Breinschmid, der für die aktuelle Tour jedoch passen musste. Er wurde kongenial vom aus Köln stammenden Drummer Oliver Mewes ersetzt.

Nicht oft hat man Gelegenheit, zu Anfang eines Jazzkonzertes Musik von Giuseppe Verdi zu hören. Bei den Three Wise Men ist dies jedoch der Fall: Der Gefangenenchor erwies sich in der Jazzversion als fein swingendes Kleinod. Mit dem Filia-Lied (Franz Lehar) und Musik von Franz Dolle („Wenn der weiße Flieder…“) ging es in swingenden Rhythmen weiter. Roberscheuten spielt das Saxofon in der Tradition von Coleman Hawkins sehr weich, scheut aber modernere Spielweisen wie die eines Stan Getz nicht. Sportiello hat hingegen eine Schwäche für ältere Rhythmik und streut in seinen zahlreichen Soli einen Ragtime ein. Schlagzeuger Mewes hat die Arrangements gut studiert und agierte fantasievoll.

Der Reigen in diesem Konzert mit Modern-Swing ging weiter: Puccini und Hazy Osterwald waren zu hören, desgleichen eine Jazz-Bearbeitung eines Rachmaninoff-Themas. Traumhaft das Duo aus Roberscheuten und Sportiello, das eine schwebende Version von „Cinema Paradiso“ (Ennio Morricone) darbot. Atemberaubend Sportiellos Solo über eine Paganini-Etüde. Auffallend der Schwenk in den Modern Jazz (auf Wunsch von Mewes) mit „Oleo“ (Sonny Rollins). Der offizielle Teil des neunzigminütigen Konzertes endete mit der Badinerie aus der 2. Orchestersuite von J.S. Bach. Die passende Zugabe kam aus der Feder von Johannes Brahms: „Guten Abend, gute Nacht“, angereichert mit einer guten Portion Boogie Woogie. Die 50 Besucher in der Klosterkirche waren begeistert.

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