Regenwald-Projekt

GBG unterstützt den Naturschutz in Costa Rica

Familie Wichern (Katrin, Lasse und Lina) lieferte die Naturschutz-Idee, GBG-Biologielehrer Kai Dietrich (r.) trägt sie mit.
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Familie Wichern (Katrin, Lasse und Lina) lieferte die Naturschutz-Idee, GBG-Biologielehrer Kai Dietrich (r.) trägt sie mit.
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Die Gymnasiasten Lasse und Lina Wichern werden das Regenwald-Projekt „Kids saving the rainforest“ in den Ferien kennenlernen.

Von Andreas Weber

Seinen Symbolbaum, den Ginkgo, pflanzt das GBG regelmäßig, wenn zum neuen Schuljahr die Fünftklässler eintreffen. Seit ein paar Tagen richtet das Gymnasium seinen Blick nicht nur vor das Schulgebäude, sondern bis nach Mittelamerika. „Jetzt pflanzen wir Bäume im Regenwald“ kündigen Biologielehrer Kai Dietrich und seine Mitstreiter an.

50 grüne Plakate haben die Umweltaktivisten vom Keller bis unter das Dach des Schulgebäudes aufgehängt. Sie weisen auf ein Projekt hin, das seit 1999 in Costa Rica von der gemeinnützigen Organisation „Kids saving the rainforest“ betrieben wird. Neben Baumanpflanzungen werden notleidende, wilde Tiere im Regenwald aufgepäppelt. Die Familie Wichern fand die Idee im Manuel Antonio Nationalpark/Quepos nicht nur unterstützenswert, sondern baute drumherum einen Urlaub.

So werden Christoph und Katrin mit ihren Kindern Lina (14) und Lasse (10), die das GBG besuchen, dreieinhalb Wochen in den Sommerferien vor Ort verbringen. In einem bemerkenswerten, kleinen Staat, der keine Armee unterhält, mit die höchste Bio-Diversität auf der Erde besitzt, den Öko-Tourismus fördert und seit 40 Jahren versucht, mehr Urwald aufzuforsten als abzuholzen.

Zwischendurch werden die Wicherns bei „Kids saving the rainforest“ anpacken. Zumindest ein eintägiges Volontariat in dem Tierauffangreservat der Organisation ist gebucht. Für Lina ist dies ein Geburtstagsgeschenk. Denn die Achtklässlerin ist tierverrückt. Ein Faultier aus Stoff besitzt sie daheim in Haddenbach, in Costa Rica wird sie dem ebenso niedlichen wie trägen Baumkletterer in die Augen schauen können.

Auch Faultiere zählen zu den Opfern der Zivilisation, werden beim Überqueren von Straßen an- oder überfahren, geraten in Stromleitungen. Ihre schulischen Schnuppertage hat Lina schon mal in der Solinger „Fauna“ verbracht, Costa Rica wird dagegen ein Abenteuer werden. Eines, bei dem sich Ferien mit pädagogischen Gedanken verbinden.

Samenkugeln werden für zwei Euro in der Schule verkauft

Längst ist die Begeisterung der Wicherns, das Bewusstsein für die Rettung der Regenwälder zu schärfen, auf die Schule übergeschwappt. Am Anfang stand eine Präsentation, die Lasse und Lina am GBG im 9er-Biochemie-Kurs vorstellten. Ein zentraler Satz darin lautet: „Ohne den Regenwald und seine Vielfalt geht auch unser Leben verloren.“ Kai Dietrich stieg ein. Stets offen und engagiert für neue Projekte, machte er Costa Rica nach Rücksprache mit der Schulleitung zur GBG-Sache.

Die Regenwald-Kampagne wurde von ihm, Bio-Referendarin Jennifer Görres und Schülern eingefädelt. „Wir wollten nicht nur mit der Spendendose rumlaufen“, erklärt Dietrich. Erst wurden fünf Plakatmotive entwickelt, gedruckt und schließlich eingeführt. Teil dieser Kampagne sind selbst produzierte Samenkugeln, die in Tüten für zwei Euro verkauft werden. Die Wildblumen-Mischung ist verpackt und etikettiert und wird - unter anderem beim Schulfest - angeboten. Mit dem Erlös wird aufgeforstet. „Für zehn Dollar kann man einen Baum pflanzen“, berichtet Katrin Wichern.

Kai Dietrich weiß, dass bei großen Organisationen viele Spenden im Verwaltungsapparat versickern. Hier sei das anders. 9200 Kilometer und der Atlantik trennen Remscheid und Costa Rica. Wie es dort aussieht, werden die Wicherns nach den Ferien ausführlich in ihrer Schule erzählen können.

Mittelfristiges Ziel könnte es auch sein, dass das GBG eine Patenschaft übernimmt, zum Beispiel für ein possierliches Dreifinger-Faultier. Tatsächlich hat das GBG schon eines im Bio-Raum stehen als Präparat und über 100 Jahre alt.

Naturschutz wird groß geschrieben

„Pura Vida“ ist das Motto der Costa Ricaner. Das Leben genießen. Wertschätzung gegenüber der Natur zählt dazu. Costa Rica, gelegen zwischen Nicaragua und Panama, zählt nicht nur zu den friedlichsten, sondern auch den fortschrittlichsten Ländern in Lateinamerika. 26 Prozent der Landesfläche stehen unter Naturschutz. Wenn Familie Wichern ihren Sommerurlaub dort verbringen wird, ist gerade - je nach Landesteil - Regenzeit. Manuel Antonio, den die Familie Wichern unter anderem besuchen werden, zählt zu den schönsten Nationalparks der Welt.

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