Ab 2024

Gasumstellung in Remscheid: Erfassung startet bald

In Remscheid kommt ab 2024 H- statt L-Gas aus der Leitung, die Vorbereitungen für die Umstellung laufen bereits. Die Stadt ist dafür in zwei Bereiche unterteilt worden, im südwestlichen Teil (Remscheid 1) startet die Erfassung im Sommer. Foto: Michael Schütz/ Grafik: EWR, lho
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In Remscheid kommt ab 2024 H- statt L-Gas aus der Leitung, die Vorbereitungen für die Umstellung laufen bereits. Die Stadt ist dafür in zwei Bereiche unterteilt worden, im südwestlichen Teil (Remscheid 1) startet die Erfassung im Sommer.

Remscheid bekommt bald sogenanntes H-Gas – Die Vorbereitungen laufen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Gasumstellung tritt in Remscheid bald in die heiße Phase ein. Diesen Sommer, voraussichtlich im Juni und Juli, startet in einem Teil der Stadt die für die Umstellung notwendige Erfassung der Gasgeräte. Betroffene Haushalte werden frühzeitig informiert. Wir erklären hier die Hintergründe und den Ablauf.

Was wird umgestellt? Und warum?

In den kommenden Jahren ändert sich die Versorgung mit Erdgas in Remscheid. Bisher kommt das Gas vor allem aus den Niederlanden, dabei handelt es sich um sogenannten L-Gas mit einem vergleichsweise geringen brennbaren Anteil. Weil das Nachbarland seine Gasproduktion aus Sorge vor seismischen Aktivitäten drosselt, kommt zukünftig H-Gas mit einem höheren Anteil brennbarer Stoffe aus Norwegen, Großbritannien oder Russland. Dafür müssen die Verbraucher – Heizungen, Therme, Herde und anderen Geräte – umgestellt werden.

Wie läuft das ab?

In drei Schritten: Zunächst werden die Geräte erfasst, dabei wird auch festgestellt, ob und wie sie umgestellt werden können. Als Faustformel gilt: je moderner, umso leichter die Umstellung. Oft reicht eine neue Programmierung oder der Austausch einer Brenndüse. Einige Geräte stellen sich ganz von alleine um. Nachdem notwendige Ersatzteile besorgt wurden, erfolgt kurz vor der eigentlichen Umstellung die Anpassung des Geräts. Im dritten Schritt, zum sogenannten Schaltzeitpunkt, wird dann die Lieferung umgestellt.

Was bedeutet das für Remscheid?

Im südwestlichen Teil Remscheids beginnt die Erfassung diesen Sommer, die Anpassung der Geräte soll dann etwa ab Januar 2024 erfolgen, ab dem 14. Mai 2024 gibt es dann das „neue“ Gas. Im Rest der Stadt ist die Erfassung für Anfang 2023 und die Anpassung ab März 2024 geplant, als Schaltzeitpunkt ist der 9. Juli 2024 vorgesehen. Jeder Besuch wird schriftlich angekündigt, der Mitarbeiter der Stadtwerke kann sich per Lichtbildausweis ausweisen.

Was kostet das Ganze?

Es entstehen in der Regel keine direkten Kosten. Lässt sich das Gerät umstellen, bezahlt das der Netzbetreiber, der die Kosten wiederum bundesweit umlegt. Davon ausgenommen sind eine eventuell notwendige Reparatur, Wartung oder ein erforderlicher Geräteaustausch. Die Kosten hierfür muss der Eigentümer tragen. Auch die Gasrechnung soll durch die Umstellung nicht steigen, abgerechnet wird ja nach Heizleistung, nicht nach Volumen. Zukünftig fließt also weniger Gas durch die Leitung, das aber mit einem höheren Brennwert. Weigert sich der Kunde, sein Gerät erfassen und umstellen zu lassen, wird es aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen.

Klappt die Umstellung bei allen?

Vermutlich bei fast allen. Noch wissen die Stadtwerke ja nicht, welche Geräte in den Kellern, Küchen und Badezimmern in Remscheid stehen, erfahrungsgemäß stammen aber zum Beispiel weit über 90 Prozent aller Heizungen von einem halben Dutzend großer Hersteller, die bereits zugesagt haben, die notwendigen Ersatzteile vorzuhalten. Trotzdem ist es möglich, dass besonders alte oder „exotische“ Geräte nicht umgestellt werden können. Auch deswegen findet die Erfassung so lange vor dem Schaltzeitpunkt statt.

Gab es so etwas schon mal?

Gasumstellungen gab es in Deutschland schon einige, zum Beispiel als das Ruhrgebiet von Kokerei- auf Erdgas umgestellt wurde. Oder Westberlin zwischen 1991 und 1996 von Stadt- auf Erdgas. Die jetzige Umstellung von L- auf H-Gas ist allerdings die erste in einem liberalisierten Gasmarkt, in dem Lieferant und Netzbetreiber nicht immer identisch sind. Doch auch dafür gibt es Vorbilder: Im Bremer Raum hat die Umstellung einige Jahre Vorsprung. Von den dort gemachten Erfahrungen profitiert man nun im Bergischen.

Hintergrund

Dass Betrüger und unlauterer Geschäftemacher die Gasumstellung ausnutzen wollen, zum Beispiel um neue Heizungen zu verkaufen, ist nicht ganz auszuschließen. Im Zweifel hilft die Rücksprache mit dem Netzbetreiber, in Remscheid also mit den EWR, per Telefon Tel. (02191) 16 55 55 oder E-Mail.

info@erdgasumstellung.ewr-gmbh.de

Weitere Infos gibt es bei den EWR auch online:

ewr-netz-remscheid.de/erdgasumstellung

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