Bergische Symphoniker

Gast brilliert mit Tschaikowksi

Gastsolist Maximilian Hornung begeisterte mit seinem Cellospiel das Publikum im Teo Otto Theater. Foto: Roland Keusch
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Gastsolist Maximilian Hornung begeisterte mit seinem Cellospiel das Publikum im Teo Otto Theater.

Bergische Symphoniker versetzten das Publikum in Hochstimmung.

Von Daniel Diekhans

Remscheid. Das Konzert war vorbei, die Zugabe verklungen – da fiel nach und nach der ganze Saal in einen mitreißenden Klatschrhythmus. Ohne Worte war es ein klares Dankeschön an GMD Daniel Huppert und seine Bergischen Symphoniker. Hier wurde die Lust gefeiert, mit der das Ensemble das Komponistengespann Haydn-Tschaikowski-Ljadow interpretiert hatte.

Für dieses Erlebnis gingen die 250 Gäste auch durch die neue 2G-Kontrolle. Denn durch die seit Mittwoch geltenden Corona-Regeln in NRW dürfen nur noch Geimpfte und Genesene in die Kulturtempel. So mussten auch die Besucher des 4. Philharmonischen Konzerts beim Einlass die entsprechenden Nachweise plus Lichtbildausweis vorzeigen. Danach aber konnten sie sich auf die Musik konzentrieren. Nicht anders also als Daniel Huppert, der bei der Konzerteinführung ein „vielfältig-farbiges“ Programm versprach – angefangen mit Anatoli Ljadows symphonischer Dichtung „Kikimora“ und abschließend mit Haydns Symphonie Nr. 88.

Ob er denn auch persönliche „Lieblingsstellen“ habe, wollte seine Gesprächspartnerin Susanne Zorbach wissen. Worauf Huppert die „wunderbaren“ langsamen Sätze von Tschaikowskis „Rokoko-„Variationen“ nannte. Den Solopart dieses Stücks für Cello und Orchester übernahm Maximilian Hornung, der weltweit die großen Konzertpodien bespielt. Mit mühelos vollen Tönen wurde er den unterschiedlichen Klangcharakteren – vom langsam pulsierenden Thema bis zur lebhaft-beweglichen Schlussnummer – gerecht. Eine Klasse für sich war das dichte Ruf-Antwort-Schema, in dem sich Solist und Orchester austauschten.

Auch wenn der Komponist seine „Variationen“ vor allem als Hommage an das „sonnige Genie“ Mozart verstand – Interpret Hornung brachte gleichermaßen die lyrisch-romantischen Klänge zur Geltung. Die ließ er auch bei seiner Zugabe, Tschaikowskis „Nocturne“, virtuos fließen.

Ein Beispiel für „Schwarze Romantik“ ist „Kikimora“, Ljadows Klangporträt einer Märchenhexe. Effektvoll steigerten die Symphoniker die Spannung, Streicher und Bläser trafen hart aufeinander – der Schlusston der Piccoloflöte sorgte für ein Schmunzeln im Saal. Bei Haydn genügten Huppert kleine Gesten, um große Stimmungswechsel herbeizuführen. Da verwandelte sich eine Idylle in einen Sturm, weiter ging es zu einer Tanzparodie und wirbelndem Finale.

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