Umbau

Galerie verwandelt sich in Musikschule

Ortstermin in kleinen Räumen: Thomas Judt, Sven Wiertz und Anja Klein von der Stadt Remscheid zeigen, wie es in der Ex-Galerie nun aussieht. Fotos (2): Roland Keusch
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Ortstermin in kleinen Räumen: Thomas Judt, Sven Wiertz und Anja Klein von der Stadt Remscheid zeigen, wie es in der Ex-Galerie nun aussieht.
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Umbau der Gebäude an der Scharffstraße ist fast abgeschlossen. 800 000 Euro fließen in das Projekt.

Von Frank Michalczak

Handwerker verleihen der ehemaligen Galerie an der Scharffstraße derzeit den letzten Schliff. Malerarbeiten werden vollendet. Ein paar Lampen fehlen noch. Das Geländer an der neuen Außentreppe, die dem Brandschutz dient, muss befestigt werden. Das aber sind nur noch Kleinigkeiten nach dem großen Umbau: Ab November sollen in der Galerie die Talente der Musik- und Kunstschule (MKS) unterrichtet werden. Sie ziehen aus der Böker-Villa an die Scharffstraße.

Standpunkt von Frank Michalczak

Die städtische Architektin Anja Klein hat das Projekt begleitet – und stand vor diversen Herausforderungen in den beiden Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert, die seit 1991 mit einem Glaskörper miteinander verbunden sind. „Vor allem ging es um die Akustik“, erklärt sie. Studiobedingungen konnte sie in die kleinen Räume nicht zaubern – wohl aber mit Kunstgriffen den Nachhall dämpfen. Dazu trägt unter anderem der spezielle Bodenbelag im dezenten Grün bei. Und auch Akustikbilder leisten einen Beitrag, den Schall zu schlucken. Dahinter verbergen sich spezielle Rahmen mit einem stark schallreduzierenden Innenleben, worauf Fotodrucke aufgebracht werden. Vorteil: In jedem Übungsraum können sie je nach Bedarf umplatziert werden, sie dämpfen den Nachhall und dienen gleichzeitig als Blickfang mit Motiven rund um die Musik.

Das Ganze hat seinen Preis: Rund 800 000 Euro gibt die Stadt Remscheid für den Umbau der denkmalgeschützten Gebäude aus. Das Geld stammt aus einem Sonderprogramm des Landes NRW, das einen sperrigen Titel trägt: „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“. Denn die neue Musik- und Kunstschule soll nicht nur die Talente von jungen Remscheidern fördern, sie soll auch zum Begegnungszentrum für Flüchtlinge werden, wie Kämmerer Sven Wiertz berichtet. „Musik eröffnet vielfältige Möglichkeiten, die jeweilige Kultur kennenzulernen und einen Zugang zueinander zu finden. Und bereits jetzt besuchen Flüchtlinge die MKS.“ Mit diesem Konzept überzeugte Remscheid die Fördergeber beim Land.

Begegnungsstätte wird zum Herzstück

Die Begegnungsstätte wird im Glasbau zwischen den beiden Gebäuden Scharffstraße 7 und 9 entstehen. Sie wird quasi zum Herzstück der Einrichtung, erhält moderne Medientechnik und einen Zugang zum parkähnlichen Garten hinter den Häusern. Mit der neuen MKS, so der Kämmerer, wird das „kulturelle Kleeblatt“ Remscheids ergänzt. Denn: Es war erklärtes Ziel der Verwaltung, Angebote räumlich zu bündeln. Gegenüber der neuen MKS befindet sich die Zentralbibliothek als weiterer Teil des kommunalen Bildungszentrums und ganz in der Nähe das Teo Otto Theater.

Die städtische Galerie an der Scharffstraße wird zur Heimat der Musik- und Kunstschule.

Gebäudemanager Thomas Judt setzt noch ein weiteres Projekt um, das mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Hilfen im Städtebau“ finanziert wird. „Im Röntgen-Gymnasium wird die Hausmeisterwohnung umgebaut. Dort wird eine Integrationsklasse untergebracht.“ Während aber die neue MKS bereits Gestalt angenommen hat, befinde sich diese Maßnahme erst am Anfang.

Auf über 20 Unterrichtsräume können sich die Schüler in der ehemaligen Galerie freuen, die dem Sparzwang zum Opfer fiel und seit Anfang 2015 verwaist war. Auch für den Flügel hat Architektin Anja Klein bereits ein Plätzchen gefunden – wobei sie die Statik in den Fachwerkgebäuden genau berechnen musste. Im Kellergeschoss, unterhalb des künftigen Standorts, musste ein zusätzlicher Stützbalken her. In den Herbstferien sollen der Flügel und das übrige Inventar aus der Böker-Villa zur Scharffstraße transportiert werden.

Anja Klein sieht dem gelassen entgegen. Die Architektin ist auch zuständig für das Röntgen-Museum: „Seit ich dort den Transport eines Computertomographen organisieren musste, kann mich das nicht mehr beeindrucken.“

BÖKER-VILLA

UMZUG Nachdem die Musik- und Kunstschule in die ehemalige Galerie gezogen ist, muss die Stadt die Frage beantworten, wie es denn mit der Böker-Villa weitergeht. Erste Antworten könnte es bereits in dieser Woche geben: Das Rathaus will die Ergebnisse eines Planungs- und Ideenwettbewerbs rund um den Friedrich-Ebert-Platz vorstellen. Der Busbahnhof und sein Umfeld, zu dem auch die Villa zählt, sollen umgestaltet werden.

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