Bau

Hackenberger Fußballer reißen Platz für Neubau ab

Rainer Piel auf dem Bagger macht „alles kaputt“, wie er sagt. Doch bald beginnt der Aufbau eines neuen Platzes.
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Rainer Piel auf dem Bagger macht „alles kaputt“, wie er sagt. Doch bald beginnt der Aufbau eines neuen Platzes.
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Hackenberger bereiteten ihrer Asche auf Mallorca eine feuchtfröhliche Seebestattung.

Von Axel Richter

Remscheid. Zu Grabe getragen haben Sie ihren alten Platz schon. Am Strand von Mallorca bereiteten die Senioren der SG Hackenberg auf Saisonabschlussfahrt der roten Asche eine feuchtfröhliche Seebestattung, indem sie ein Beutelchen davon im Mittelmeer versenkten. Doch bevor die Hackenberger - endlich - ebenfalls auf Kunstrasen kicken können, gibt es in Lennep noch einiges für sie zu tun.

Am Samstag räumten die Spieler der ersten und zweiten Mannschaft deshalb das Geländer um ihr Fußballfeld ab, während Rainer Piel aus Radevormwald mit seinem Bagger die Rasenkantensteine auf die Schaufel nahm. Was er da mache? „Alles kaputt!“

Das ist allerdings nötig, bevor die SG Hackenberg für annähernd 1,6 Millionen Euro eine runderneuerte Sportanlage erhalten kann. 50 000 Euro von der Gesamtsumme erbringt der Verein als „Muskelhypothek“ insbesondere mit vorbereitetenden Arbeiten. So hatte es der Verein vor Beginn der Bauarbeiten mit der Stadt Remscheid vereinbart.

„Wer hat heut‘ noch Asche? SGH!“

Schlachtruf in Hackenberg

Zwei Wochen waren dafür eigentlich vorgesehen. „Gebraucht haben die Jungs dann aber nur vier Tage“, sagt Joachim Weber, Vorsitzender der SG Hackenberg, hörbar stolz. Was jetzt noch zu tun ist, übernehmen die Radevormwalder Rainer Piel und Gerd Behling. mit Bagger und Radlader. „Auf die ist Verlass“, sagt Weber.

Er freut sich, dass es jetzt vorangeht in Hackenberg. Der Verein hat vermutlich am meisten gelitten unter den Diskussionen um das Designer Outlet Center (DOC). Wäre es gebaut worden, sollte in Hackenberg eine neue Sportanlage als Ersatz für das Röntgen-Stadion entstehen. Solange diskutiert wurde und das DOC bei Gericht lag, tat sich freilich gar nichts. Mit schlimmen Folgen für den Verein.

Die Spielgemeinschaft Hackenberg zählte einst 680 Vereinsmitglieder und konnte 26 Mannschaften aufs Feld schicken - von den Bambini bis zur A-Jugend. Heute zählt der Verein noch 420 Mitglieder, und die Zahl der Mannschaften ist auf 13 geschrumpft. Schuld daran war die unklare Zukunft. Und der Umstand, dass die Fußballer in Hackenberg immer noch auf Asche gegen den Ball treten mussten. Das will nämlich heute keiner mehr.

Nun soll alles gut werden. Am 20. Juni soll die Asche und das darunter liegende Material bis zu einer Tiefe von 60 Zentimeter ausgekoffert werden. Danach kommt eine neue Drainage und darauf Schotter, bevor der Kunstrasen verlegt werden kann.

Ende September, Anfang Oktober soll alles fertig werden - einschließlich neuer Terrassen und Beleuchtung auch des angrenzenden kleinen Platzes. Joachim Weber und seine fleißigen Fußballer hoffen darauf. „Wer hat heut´ noch Asche? SGH!“ Dieser Schlachtruf, ebenfalls zu hören auf Mallorca, soll dann schlussendlich der Vergangenheit angehören.

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