Nachhaltigkeit

So funktioniert das neue Gastro-Mehrwegsystem

Die Schalen werden per QR-Code gescannt.
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Die Schalen werden per QR-Code gescannt.
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Wiederverwendbare Schalen schonen die Umwelt – Markus Kärst bietet den Service in Lüttringhausen und auf dem Markt in der City an.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Im Lockdown boomt das Take-away-Geschäft – und hat bislang einen immensen Berg Müll verursacht. Nach einem Catering für 80 Personen bei einer Schulung kam so beispielsweise an einem Wochenende ein ganzer Sack von Plastiktellern und Aluschalen zusammen. Das konnte Markus Kärst nicht mehr mitansehen. Der Chef des Restaurants Kromberg in Lüttringhausen und Vorsitzender der Dehoga-Kreisgruppe Remscheid setzt nun verstärkt auf den Umweltschutz. „Nachhaltigkeit ist extrem wichtig für uns. Nachdem wir im ersten Lockdown gesehen haben, wie viel Müll durch Take-away-Verpackungen zusammenkam, wollten wir etwas ändern.“ Das Start-up Vytal aus Köln, das der Gastronom in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ sah, setzt genau da an – und Kärst war sofort begeistert vom Mehrwegsystem, das die Umwelt schont. Die Idee: Wiederverwendbare Schalen für den Außer-Haus-Verkauf, die bei allen teilnehmenden Partnern wieder abgegeben werden können. Wir erklären, wie es funktioniert.

Schritt 1: Vytal-App im App-Store runterladen und anmelden. Auf der Umgebungskarte sieht man, welche Partner am System teilnehmen. Zum Beispiel das Restaurant Kromberg in Lüttringhausen. Auf dessen Internetseite gibt es eine Take-away-Karte.Schritt 1: Auf dem Smartphone im jeweiligen App-Store die Vytal-App kostenlos herunterladen und anmelden. Wer den Zugriff auf seinen Standort erlaubt, kann sehen, welche Partner im Umkreis mitmachen. In Remscheid ist das zum Beispiel das Hotel Restaurant Kromberg in Lüttringhausen sowie die Marke „frisch verpackt“ von Kärst und Riemann auf dem Wochenmarkt. In Wermelskirchen ist es das Café Tilley, in Ronsdorf das Central Ronsdorf.

Schritt 1: Vytal-App im App-Store runterladen und anmelden. Auf der Umgebungskarte sieht man, welche Partner am System teilnehmen. Zum Beispiel das Restaurant Kromberg in Lüttringhausen. Auf dessen Internetseite gibt es eine Take-away-Karte.

Schritt 2: Beim teilnehmenden Restaurant Gerichte aussuchen und bestellen. Markus Kärst und sein Team kreieren in den 1250-ml-Schalen wahre

Schritt 2: Einmal bestellt, bereitet das Team um Markus Kärst das Essen zu und gibt es in die Mehrwegschalen.

Kunstwerke: von Pasta über Bowl bis Gänsekeule. Die Take-away-Karte gibt es auf der Kromberg-Internetseite – versehen mit dem Hinweis, dass es das Essen nur noch in Vytal-Schalen gibt. „Das ist derzeit noch etwas Erklärarbeit, aber viele nehmen es bereits dankbar an.“ Letztes Wochenende gingen sogar schon die Schalen aus, weitere sind bestellt. Derzeit befänden sich 100 im Umlauf.

Schritt 3: Der Kunde holt sein Essen beim teilnehmenden Gastronomen ab. Dieser scannt die Schalen, die alle einen QR-Code haben, und dann den QR-Code in der App des Kunden. Nun kann das Gericht zu Hause, im Büro oder wo auch immer verspeist werden. Und wenn’s länger dauert? „Die Schalen verlieren nur 3 Grad pro Stunde“, erklärt Kärst. Das Geschirr könne zudem ohne Deckel in der Mikrowelle erwärmt und sogar eingefroren werden.

Schritt 4: 14 Tage hat der Kunde nun Zeit, die Schale zurückzubringen – und zwar bei allen, die in der App angezeigt werden. Wer beispielsweise mittwochs auf dem Wochenmarkt ein Gericht bei „frisch verpackt“ kauft, kann die Schale einige Tage später bei Kromberg in Lüttringhausen abgeben. Oder der Freundin mitgeben, die nach Köln fährt. Dort machen bereits zahlreiche Restaurants mit. „Die Schale sollte bei der Abgabe kurz mit Wasser durchgespült sein. Wir geben sie hier aber natürlich in die Spülmaschine“, erklärt Markus Kärst. Bei

Schritt 3: Der Kunde holt seine Gerichte ab und genießt daheim Pasta, Bowl oder Gänsekeule.

der Abgabe wird der QR-Code der Schale gescannt. Darüber wird sie dem Nutzer zugeordnet. Jetzt ist alles erledigt. Und die Umwelt freut sich.

Beschädigung: Wer Vytal nutzt, hat auch eine Sorgfaltspflicht für das Geschirr. Also pfleglich behandeln. Und wenn es doch kaputtgehen sollte? Kärst: „Dann kann ich die Annahme verweigern, und es fallen 10 Euro an.“ Die fallen übrigens auch an, wenn der Kunde das Behältnis nicht binnen 14 Tagen zurückgibt. Geregelt wird das bargeldlos: In der App wird bei der Registrierung eine Zahlweise wie Paypal oder Kreditkarte hinterlegt.

Kosten: Ansonsten ist das System für den Kunden kostenfrei. „Und für den Gastronomen kostet es auch nicht mehr als Einweggeschirr samt Entsorgung.“ Daher würde sich der Dehoga-Vorsitzende freuen, wenn weitere Cafés, Imbissstuben und Restaurants mitmachen.

www.hotel-kromberg.de

Schritt 4: Bei der Rückgabe, für die der Kunde 14 Tage Zeit hat, werden die Schalen mittels QR-Code gescannt.

Die App

Die Vytal-App ist im jeweiligen App-Store für iOS und Android kostenlos erhältlich. Einfach runterladen, anmelden und registrieren. Auf der Umgebungskarte sieht man, welche Partner mitmachen. Hier können Schalen abgeholt und abgegeben werden. 14 Tage hat der Kunde dafür Zeit. Über die App wird die Schale gescannt.

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