Meine erste Platte

Für ihn muss es härterer Rock sein, aber melodiös

Volker Leitzbach war auch mal Gitarrist der Band „Lorelay“. Foto: Roland Keusch
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Volker Leitzbach war auch mal Gitarrist der Band „Lorelay“.

Mit Jazz hat Volker Leitzbach nicht viel am Hut

Von Peter Klohs

Die musikalische Liebe von Volker Leitzbach ist der härtere Rock, der jedoch melodiös geprägt sein muss. Aber seine ersten musikalischen Erfahrungen kamen aus einem ganz anderen Genre. Der 1956 in Remscheid geborene ehemalige Lehrer der Albert-Einstein-Schule erinnert sich schmunzelnd. „Meine Eltern liebten die Musik von Vico Torriani, und das Lied ‚Zwei Spuren im Schnee’ hörten sie besonders gerne und oft. So wurde der italienische Sänger meine erste musikalische Liebe.“

Leitzbachs älterer Vetter, der sich damals mit Pop- und Rockmusik beschäftigte, besaß die LP „Revolver“ der Beatles, und diese Musik begeisterte den jungen Volker. „Aber meine ersten Platten waren keine LPs“, berichtet er. „Ich liebte die Singles. Auf dem Beatles-Album gab es das Stück ‚Yellow Submarine’. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich die bei Radio Gerling gekauft. Das war 1966. Auch ‚Street Fighting Man’ von den Stones und ‚God only knows’ von den Beach Boys waren unter den ersten Platten, die ich gekauft habe.“

Passen die Beach Boys in Leitzbachs Beuteschema? „Musikalisch eher nicht“, gibt er zu, „aber dieser fantastische Satzgesang, diese Gesangsharmonien haben mich schon immer fasziniert.“ Ein Musiker war sein erklärter Liebling: Als andere Musikfreunde der Frage nachgingen, ob die Beatles oder die Stones zu ihren Favoriten gehörten, antwortete Volker Leitzbach „Egal. Hauptsache George Harrison.“

Durch den englischen Radiosender BFBS wurde er weiter in den Bannkreis der Musik gezogen. Über den Glam-Rock von Bands wie T. Rex und Sweet gelang er zu der härteren Variante der Rock-Musik: Uriah Heep und die halb englische, halb deutsche Band Epitaph gehörten zu seinen bevorzugten Musikern. Von da aus war der Weg zu Guru Guru, Ton Steine Scherben oder The Who nicht mehr weit. Seine musikalische Bandbreite ist also recht groß.

„Jazz mag ich nicht so“, gibt Leitzbach zu, „und Free Jazz schon einmal gar nicht. Wer wie ich eine Zeit lang über einem Jazz-Schuppen gewohnt hat und beim Versuch des Einschlafens schräge und für meine Ohren total wirre Töne unterschiedlichster Instrumente hört, der kann das nicht mehr ertragen. Für mich ist melodiöser Gesang nötig. Das ist im Heavy Metal nicht immer gegeben. Punk geht durchaus. Auch die Sex Pistols waren mal in meiner Sammlung. Auch die legendäre Band Siouxsie and the Banshees.“

Alle LPs für einen guten Preis an einen Sammler verkauft

Aber er gibt auch zu: „Ich bin kein Sammlertyp“, weshalb er auch keine LP mehr besitzt. „Ich habe alle an einen Sammler verkauft“, sagt er. „Der hat mir einen vernünftigen Preis gezahlt. Durch seine Tätigkeit für diverse Medien kam Volker Leitzbach in den Genuss, zahlreiche Musikern aus der ersten Reihe zu interviewen. Er kann sicher zig Anekdoten davon erzählen.

„Natürlich waren auch ein paar eher unangenehme und arrogante Typen darunter“, erinnert sich Volker Leitzbach. „Aber die, die viel sympathischer rüberkamen, als man anfangs dachte, die bleiben im Gedächtnis.“ Als Beispiel nennt er den verstorbenen Phil Lynnot, Bassist von Thin Lizzy, der sich als extrem bodenständiger Mensch herausstellte. „Überhaupt nicht abgehoben. Und sehr cool.“

Zu seinen All-Time-Favourites zählt Leitzbach Francis Rossi von Status Quo, Ex-Zappa-Gitarrist Steve Vai und den Remscheider Gitarristen Marco Wriedt, der unter anderem bei der Band Axxis seine Saitenkünste präsentieren konnte und seit 2020 für Pink Cream 69 tätig ist. Heute hört Volker Leitzbach bevorzugt Musik über Spotify. „Ein ganzes Album in Ruhe durchzuhören, das ist vorbei.“

Hintergrund

Noch zahlreicher als die Namen von Musikern, die Volker Leitzbach geprägt haben, sind die Anekdoten, die er über berühmte Stars des Genres erzählen kann. Das geht von Jon Bon Jovi („Schnösel“) über Francis Rossi („Toller Kerl“) bis zu Rio Reiser („Der war auf der Bühne nackt!“). In der Band Lorelay hat Leitzbach als Gitarrist auch selbst Musik gespielt. „Man nannte uns ‚Genesis für Arme’.“

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