Sachfächer auf Englisch

EMA führt einen bilingualen Zweig ein

Erstes Gymnasium mit einem bilingualen Zweig Englisch in Remscheid: Die 5 a mit ihrem Lehrer Chris Haeberlein ist der Vorreiter. Foto: Michael Schütz
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Erstes Gymnasium mit einem bilingualen Zweig Englisch in Remscheid: Die 5 a mit ihrem Lehrer Chris Haeberlein ist der Vorreiter.
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Seit diesem Schuljahr steht Englisch im Fokus – 23 Gymnasiasten in der Klasse 5 a haben „Bili“ gewählt.

Von Andreas Weber

Alt-Remscheid. Das EMA setzt seit Schuljahresbeginn auf Bilingualität. Das Gymnasium hat einen Englisch-Zweig eingerichtet. 30 Schüler sind in der 5 a. 23 sind darunter, die sich für die Weltsprache Nr. 1 entschieden haben und verstärkt mit Englisch groß werden.

In den kommenden zwei Jahren, der Erprobungsstufe 5/6 haben sie eine Stunde Englisch mehr, insgesamt fünf Schulstunden pro Woche und auch insgesamt eine Stunde mehr im Wochenplan als die weiteren Fünftklässler. Die Zusatzstunde wird von den Bili-Verantwortlichen Chris Haeberlein und Gabriele Behle genutzt, um auf das vorzubereiten, was später ab der Stufe 7 in zwei Sachfächern mit je drei Stunden hinzukommt: Erdkunde in der 7, Geschichte in der 8. „Es geht darum, sich richtig zu artikulieren, Englisch für Diskussionen und Beschreibungen nutzen zu können“, erläutert Haeberlein, der Geschichte bilingual schon als 3. Fach an der Uni hatte.

Mit seiner Kollegin räumt er mit einer möglichen Unkenntnis unter Eltern auf: „Wer Bili wählt, wird nicht in allen Fächern durchgehend in der Fremdsprache unterrichtet.“ Zum Kernfach Englisch gesellen sich später nur bilingual Erdkunde und Geschichte bis zum Abschluss der Stufe 10. Für beide Fächer gilt, dass in den Unterrichtsstunden auch mal Deutsch eingestreut werden kann, wenn es unterstützend notwendig ist.

Dementsprechend sei Bili in Englisch für keinen Gymnasial-Einsteiger zu schwer. „Wir holen die Schüler ab, wo sie stehen, führen sie langsam hin, es ist ein Prozess“, versichert Gabriele Behle, die Englisch und Erdkunde unterrichtet. Ihr Kollege ergänzt: „Sprachaffinität ist keine Voraussetzung. Es gibt keine Eingangshürden zu überspringen. Alle Bili-Schulen in NRW sind gut vernetzt und die Erfahrungen der Kollegen zeigen, dass die Vermittlung in Englisch keine Probleme bereitet, selbst an Schulen mit einer sozial schwierigeren Schülerklientel.“

„Die Jugendlichen bekommen ein zusätzliches Bildungsangebot geschenkt.“

Chris Haeberlein, EMA-Lehrer

Chris Haeberlein, 36 Jahre alt und seit 2010 am EMA, kennt das Konzept von seinen früheren Schulen im Rheinland, unter anderem einem Kölner Gymnasium. „Als ich vor zehn Jahren nach Remscheid kam, hat es mich überrascht, dass es das hier nicht gibt.“ Deshalb war er Feuer und Flamme, als die Fachschaft Englisch den Bili-Gedanken an der Elberfelder Straße implementieren wollte. „Ich bin total überzeugt und sage: Es ist eine Mega-Chance in einer globalisierten Welt und ein zusätzliches Bildungsangebot, das die Jugendlichen geschenkt bekommen. Nicht zuletzt entspricht die englische Sprache unser aller Lebenswelt, vor allem aber die der Jugendlichen.“

Auch Schulleiter Rainer Schulz war begeistert, die Schulkonferenz stimmte ebenfalls zu. So wurde der Bili-Zweig Englisch am EMA relativ schnell eingeführt. Koordinatorin Gabriele Behle, die den Enthusiasmus teilt, ist sich sicher: „Für das erste Jahr muss man die Werbetrommel rühren. Wenn sich die Vorzüge herumgesprochen haben, werden wir 2021 keine Probleme mehr haben, eine komplette Klasse mit Bili-Schülern zu füllen. Ich denke, wir werden sogar einige ablehnen müssen.“

Am Ende der Stufe 10 wird es eine Art Zertifizierung für die Bili-Klassen geben. Ziel ist auch, darauf aufbauend, ein bilinguales Abitur Englisch anzubieten. Wie der Oberstufenbereich dafür ausgerichtet sein wird, muss noch ausformuliert werden. Zeit bleibt. Bis die jetzige 5 a soweit ist, vergehen fünf Jahre. Natürlich ist für die höheren Stufen ein Auslandsaustausch geplant. Momentan unterhält das EMA Partnerschaften mit Schulen in Frankreich und Belgien, aber keine mit einem englischsprachigen Land in Europa. „Daran arbeiten wir, auch wenn das ein längerer Prozess werden könnte“, meint Gabriele Behle.

Der Bili-Fahrplan

In der Stufe 5 wird eine zusätzliche Stunde Englisch (insgesamt 5) erteilt, in der Stufe 6 ebenso. Die Stufe 7 sieht drei Stunden im bilingualen Sachfach Erdkunde vor, die Stufe 8 drei Stunden Geschichte plus eine Stunde Erdkunde. In der Stufe 9 gibt es 2 Stunden Geschichte, in der 10 jeweils 2 Stunden Geschichte und Erdkunde.

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