Stadt richtet Telefonnummer ein

Führerscheine gibt es nur nach Priorität

In der Führerscheinstelle stauen sich die Anfragen: Dezernentin Barbara Reul-Nocke wirbt für Geduld. Archivfoto: Roland Keusch
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In der Führerscheinstelle stauen sich die Anfragen: Dezernentin Barbara Reul-Nocke wirbt für Geduld.

Wer privat ein neues Dokument benötigt, braucht Geduld.

Von Andreas Weber

Remscheid. Am 10. Dezember vergangenen Jahres wurden Peter Forster in einem Supermarkt sämtliche persönlichen Dokumente gestohlen. Die Wiederbeschaffung gelang nur zum Teil reibungslos. Was den Personalausweis betraf, war Forster mit der zügigen Abwickelung und dem freundlichen Personal bei der Stadtverwaltung sehr zufrieden. Auf seinen Führerschein wartet er freilich bis heute. Die Beantragung eines neuen EU-Kartenführerscheins scheiterte. Telefonisch war nie jemand in der Führerscheinstelle zu erreichen, online konnten keine Termine gebucht werden.

„Mehr als ein halbes Jahr Wartezeit finde ich ein starkes Stück“, ärgert sich Forster, berücksichtigend, dass Corona für Verzögerungen sorgte. Zwischendurch war dem Remscheider von der Verwaltung mitgeteilt worden, dass durch den Diebstahl seines Führerscheins lediglich der Nachweis der Fahrerlaubnis abhandengekommen sei. Seine Fahrerlaubnis bleibe bestehen. Er dürfe also jederzeit weiterfahren. „Seither schleppe ich die vier Seiten Polizeianzeige als Beweis für den Diebstahl mit mir rum. Das kann es nicht auf Dauer sein“, moniert Forster.

Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke bestätigt, dass dieser Nachweis in der Tat in Deutschland ausreicht. Plant er jedoch einen Urlaub im Ausland, würde Forster sich auf dünnem Eis bewegen. Denn in Frankreich nützt ihm eine in seiner Muttersprache verfasste Diebstahlanzeige wenig. Eine Ferienreise wäre auch kein Grund, ihn in der Prioritätenliste hochzustufen.

Barbara Reul-Nocke verweist auf die zwei längeren Lockdowns während der Pandemie und Personalnot in der Führerscheinstelle, die dazu geführt haben, dass es einen „riesigen Rückstau“ an Anfragen gibt, der nur sehr langsam von der Stadt abgearbeitet werden könne. Führerscheine werden momentan nur nach Dringlichkeit für die betroffenen Personen ausgestellt. Für Führerscheinneulinge, bei denen die Ausstellung direkt über die Fahrschule läuft, und Berufskraftfahrer, die zum Beispiel bei Verlust dringend ein Ersatz benötigen, stehen die Ampeln auf grün.

Jemand wie Peter Forster muss sich hinten anstellen. Weil der Stadt auch aufgefallen ist, dass die Führerscheinstelle nicht mehr auf telefonischem Wege zu erreichen war und dass für erheblichen Unmut sorgte, wurde zu Beginn der vergangenen Woche eine Telefonnummer eingerichtet. Unter der Tel. 16 30 16 ist in den kommenden Wochen ein Mitarbeiter erreichbar, der Fragestellern den Notstand näherbringen und beschwichtigen soll.

Termine vergibt aber dieser Mitarbeiter auch nicht, wie Peter Forster bei einem Anruf herausfand. Er wurde auch nicht auf eine Warteliste gesetzt. Stattdessen muss Peter Forster das tun, was er seit vielen Monaten stereotyp wiederholt: im Internet nachschauen, ob sich für ihn in der Führerscheinstelle endlich mal ein Zeitfenster öffnet.

Ins Ämterhaus rein darf derzeit nur, wer einen Termin vereinbart hat. Und die Termine wiederum werden nach Dringlichkeit vergeben.

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