Im Pflitsch-Casino

Deutsch-Französische Freundschaft muss gepflegt werden

Das Ehepaar Mickael und Marie-Thérès Margolé nutzte das Fest im Pflitsch-Casino, um seine Goldhochzeit in Hückeswagen zu feiern.
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Das Ehepaar Mickael und Marie-Thérès Margolé nutzte das Fest im Pflitsch-Casino, um seine Goldhochzeit in Hückeswagen zu feiern.

Städtepartnerschaft wurde in Hückeswagen gefeiert. Nun geht es darum, sie fit für die Zukunft zu machen.

Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen. Die Mitglieder des Partnerschaftskomitees und Ballonkünstler Frank Jeschke hatte das Casino der Firma Pflitsch in einen deutsch-französischen Festsaal verwandelt: Flaggen und Ballons in Schwarz-Rot-Gold und Blau-Weiß-Rot prägten die Kulisse, in der am Samstagabend vortrefflich gefeiert wurde.

Das französische Paar Mickael und Marie-Thérès Margolé hatte sogar die Gelegenheit genutzt, seine Goldhochzeit im Kreis von fast 150 Freunden aus den Städten im Bergischen und von der Ärmelkanalküste zu feiern.

Mittags hatten es bereits beim offiziellen Festakt vorm Schloss und bei der offiziellen Übergabe des Gastgeschenks, einer Freiwassertonne, nahe des Bergischen Kreisels viel gegenseitige Sympathiebekundungen gegeben. Kein Wunder, wenn sich Joëlle Callsen-Lemoult, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, und Bürgermeister Dietmar Persian am Montag darin einig sind, „ein wundervolles Wochenende“ erlebt zu haben.

Etaples neuer Bürgermeister Franck Tindiller spielte wieder Akkordeon.

„Wir hatten eine sehr schöne Stimmung“, versichert Joëlle Callsen-Lemoult mit Blick auf den Festabend. Die Dekoration sei passend gewesen, DJ Andreas Frie aus Straßweg habe für stimmungsvolle Musik gesorgt, und das Büffet sei reichhaltig und sehr gut gewesen. Etaples neuer Bürgermeister Franck Tindiller hatte zudem einige Stunden zuvor für eine Überraschung gesorgt und das Goldhochzeitspaar in der Friedenskapelle Voßhagen in einer sehr emotionalen Zeremonie erneut getraut. „Es war einfach ein fantastisches Wochenende“, resümiert die Vorsitzende des Hückeswagener Partnerschaftskomitees.

Ähnlich bilanziert auch Persian: „Es war eine sehr große Harmonie zu spüren, mit vielen schönen Gefühlen.“ Spannend habe er das erste Zusammentreffen mit Etaples neuem Bürgermeister empfunden. „Aber es hat auf Anhieb gepasst, auch auf emotionaler Ebene“, bestätigt Persian. Das sei wie bei Tindillers Vorgänger Philippe Fait gewesen. Die Beziehung zwischen beiden Städten habe sich noch mehr gefestigt, betont der Bürgermeister und wiederholt seine Worte vom Wochenende: „Wir sind Freunde!“

Über die künftige Zusammenarbeit sei am Wochenende nicht viel gesprochen worden, sagt Joëlle Callsen-Lemoult. Sie sieht mit Sorge, dass sich keine Jüngeren finden ließen, die im Partnerschaftskomitee mitarbeiten würden. Allerdings hatten ihr – und mit Sicherheit auch allen anderen – die Neuntklässler der Realschule am Freitagabend eine große Freude bereitet, die „in sehr gutem Französisch“ den Gästen aus Etaples in einem Video ihre Heimatstadt präsentiert hatten. Auch Persian hat den Blick in Sachen Städtepartnerschaft bereits in die Zukunft gerichtet, wenngleich er diese nicht sorgenvoll betrachte. „Wir müssen jetzt schauen, wie wir die Freundschaft aufrechterhalten können“, sagt er. Das sei wie im familiären Bereich: Eine Freundschaft verändere sich. Beide Seiten wollen nun überlegen, wo sie anknüpfen könnten. Mit seinem Amtskollegen Franck Tindiller hatte Persian beim abschließenden Frühstück am Sonntagmorgen, ehe sich die Gäste auf den 510 Kilometer langen Heimweg nach Etaples machten, überlegt, dass ein Austausch vor allem auf der Sportebene Sinn ergeben würde. „Im TBH wird Tischtennis gespielt, in Etaples auch. Wir haben hier Segelvereine, Etaples auch.“ In beiden Städten würde Tennis und Fußball in Vereinen gespielt, „da gibt es künftig mit Sicherheit Möglichkeiten“. Gedacht ist etwa an Turnieren, an denen Mannschaften aus beiden Städten teilnehmen können.

Franzosen und Deutsche feierten am Samstag ausgelassen das goldene Jubiläum ihrer Freundschaft im Casino der Firma Pflitsch.

Auch auf kultureller Ebene sei ein Austausch möglich, etwa über die Chöre. „Wichtig sind halt die persönlichen Beziehungen“, betont Persian. Aber auch auf Verwaltungsebene würden beide Seiten den Kontakt halten. „Ich kann aber noch nicht genau sagen, wie es weitergeht“, gesteht der Bürgermeister.

Der nächste Besuch der Franzosen lässt jedenfalls nicht lange auf sich warten: Die Folkloregruppe Les Bons Z‘Enfants wird beim Altstadtfest (10./11. September) samstags vorm Schloss und sonntags im Kultur-Haus Zach auftreten sowie am Wilhelmplatz Fischspezialitäten, Wein und Champagner anbieten. „Am Wochenende ist deutlich geworden, dass es eine feste Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland gibt“, unterstreicht Persian. „Aber auch zwischen den Menschen in beiden Ländern.“ Es sei gerade jetzt, in diesen schwierigen Zeiten, wichtig, dass sich die persönlichen Beziehungen weiterentwickelten.

Hintergrund

Interessierte Hückeswagener, vor allem jüngeren Alters, sind willkommen, bei der Städtepartnerschaft mitzuwirken. Kontakt: Joëlle Callsen-Lemoult ist unter Tel. (0 21 92) 56 95, Bürger-meister Dietmar Persian unter Tel. (0 21 92) 8 81 00 zu erreichen.

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