Freude im Südbezirk

Aldi baut den „Blauen Mond“ wieder auf

Seine Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt: Bernd Schützeberg kämpft seit Jahren für den Wiederaufbau des „Blauen Mondes“. Foto: Roland Keusch
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Seine Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt: Bernd Schützeberg kämpft seit Jahren für den Wiederaufbau des „Blauen Mondes“.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Der Discounter zieht die Klage vor dem Oberverwaltungsgericht zurück. Seit sechs Jahren liegt das Denkmal am Boden.

Remscheid. Nach sechs Jahren wird den Bliedinghausern bald wieder der „Blaue Mond“ aufgehen: Aldi kündigte am Dienstagabend an, das Industriedenkmal auf dem Filialparkplatz an der Burger Straße wieder aufzustellen – und damit den Rechtsstreit mit der Stadt Remscheid zu beenden. Seit einem Sturm 2015 liegt die Spitze des Mannesmann-Turms am Boden. Die Stadt Remscheid hatte daraufhin eine Ordnungsverfügung erlassen, dass der Turm wieder aufgestellt werden muss. Dagegen hatte Aldi geklagt, zuletzt vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster.

Der Discounter zieht nun nach eigenen Angaben seine Klage gegen den Wiederaufbau des „Blauen Monds“ vor dem OVG zurück. „Wir möchten hier endlich einen Schlussstrich ziehen, für klare Verhältnisse sorgen und die für alle unbefriedigende Situation auf unserem Parkplatz beenden“, sagt Franziska Bach, Leiterin Immobilien und Expansion bei der zuständigen Aldi Regionalgesellschaft in Radevormwald. Wann das 60 Meter hohe Industriedenkmal wieder stehen werde, könne man aktuell noch nicht sagen.

Die Freude über die Nachricht aus der Discounter-Zentrale ist groß. „Wir freuen uns natürlich unglaublich, dass Aldi die richtige Entscheidung getroffen hat, den Remscheidern ein Identitätsmerkmal zurückgibt und die Zeiten der Konflikte beendet sind“, sagt Baudezernent Peter Heinze. Die Stadt steige nun in den Dialog mit Aldi ein, um die nächsten Schritte zu besprechen.

Für die Interessensgemeinschaft ist das Denkmal ein Identifikationsmerkmal

Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) erfuhr die gute Nachricht vom RGA. „Wenn heute der 1. April wäre, würde ich sagen: schlechter Aprilscherz“, sagt Grote, der sich ebenfalls stets für die Wiederaufrichtung eingesetzt hat. „Ich bin echt geplättet, ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Ich finde es toll, dass Aldi einlenkt.“ Die Hartnäckigkeit der Stadtverwaltung und der Politik habe sich ausgezahlt – und vor allem von den Mannesmännern.

Allen voran Bernd Schützeberg. Er kämpft gemeinsam mit der Interessengemeinschaft „Blauer Mond“ seit Jahren für „sein“ Industriedenkmal – und tritt seinen Gesprächspartnern dabei gern auf die Füße. „Das ist ja prima, so viel Glück an einem Tag habe ich noch nie gehabt“, freut sich der ehemalige Betriebsratschef der Mannesmann Präzisionsrohr GmbH, der gerade die 10 000 Kilometer auf dem Fahrrad geknackt hat. Für ihn und seine ehemaligen Kollegen ist der „Blaue Mond“ auch ein persönliches Identifikationsmerkmal.

Dabei sei er gerade so enttäuscht gewesen, dass sich nichts bewege. „Eigentlich wollte ich den Brief, den ich vor 2,5 Jahren an die Ratsfraktionen geschickt habe, wieder hervorholen.“ Das braucht er nun nicht mehr. Für ihn ist das Wiederaufrichten des „Blauen Mondes“ allerdings nur der erste Schritt, betont Schützeberg. „Die Lage an der Burger Straße kann nicht so bleiben. Wir wollen vernünftig versorgt werden.“ Die Investoren stünden bereits auf der Matte, den von den Südbezirklern geforderten Frischemarkt, einen Drogeriemarkt und ein Café zu errichten, meint Schützeberg.

„Blauer Mond“: FDP erfreut

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister des Südbezirks, Sven Chudzinski (FDP), begrüßt das Ende des Rechtsstreits um den „Blauen Mond“ und freut sich auf den Wiederaufbau. „Für uns stand immer außer Frage, dass dieses prägende Industriedenkmal wieder aufgestellt werden muss. Es war richtig, ein ordnungsbehördliches Verfahren einzuleiten .“

Chudzinski lobt die Initiative der „Mannesmänner“ um Bernd Schützeberg: „Dieses Engagement beweist eindrucksvoll, dass der ‚Blaue Mond‘ nicht nur ein bauliches Denkmal darstellt, sondern in den Lebensgeschichten vieler eine Rolle spielt.“

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