Mittwoch, 28. September

Freimaurer laden zum Gästeabend ein

Peter Roth ist kurz vor Beginn der Pandemie Logenmeister geworden. Im Versammlungsraum der Johannisloge „Zu den Romeriken Bergen“ gibt es auch dieses Fensterbild, das viele Werkzeuge der Steinmetze und somit Freimaurersymbole darstellt.
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Peter Roth ist kurz vor Beginn der Pandemie Logenmeister geworden. Im Versammlungsraum der Johannisloge „Zu den Romeriken Bergen“ gibt es auch dieses Fensterbild, das viele Werkzeuge der Steinmetze und somit Freimaurersymbole darstellt.

Seit 120 Jahren gibt es die Johannisloge „Zu den Romeriken Bergen“ in Remscheid.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Selten präsentieren sich Freimaurer öffentlich. Sie bauen keine Stände auf, um Mitglieder zu werben oder Spenden zu sammeln. Die Johannisloge „Zu den Romeriken Bergen“ lädt aber regelmäßig zu Gästeabenden ein. Dort können interessierte Besucherinnen und Besucher an dem Logentreffen und vor allem den Gesprächen der Freimaurer teilnehmen. Am Mittwoch, den 28. September, findet um 20 Uhr im Logenhaus an der Wilhelm-Schuy-Straße erneut ein Gästeabend statt.

Hinter der Freimaurerei stecke der Gedanke, dass ein jeder die Welt nur dann verbessern könne, wenn er an sich selbst arbeite, sagt Peter Roth. Seit Januar 2020 ist er der Logenmeister der Johannisloge. „Wir verstehen den Menschen als unbehauenen Stein, der in die ideale Kubusform verarbeitet werden muss“, fügt Roth hinzu. Auf die Werbung werde bewusst verzichtet, denn die Suche nach der Freimaurerloge gehöre zu der Arbeit an sich selbst.

Die Steinmetz-Symbolik komme auch nicht von ungefähr. Die Freimaurer haben sich vermutlich im 17. Jahrhundert aus der Steinmetzzunft heraus entwickelt, deswegen seien auch Winkel und Zirkel ihr Erkennungszeichen.

Bei den regelmäßigen Treffen der Loge werde über alle möglichen Themen diskutiert, denn die freie Meinungsäußerung und der Austausch sei ein Grundbaustein der Freimaurerei. Dabei müsste man aber nicht einer Meinung sein. Peter Roth nennt es „eine andere Streitkultur“, die dort gepflegt werde. „Was hier geredet wird, dringt nicht nach außen“, sagt er. Es sei ein geschützter Raum. Und egal, wie hart eine Sache diskutiert werde, „wir gehen immer als Brüder auseinander.“ Dabei spiele es keine Rolle, welcher Nationalität oder Religion man angehöre. Die Brüder, derzeit sind es um die 30, kämen aus allen möglichen Berufen und Schichten. Von Mitte 20 bis über 90 seien auch alle Altersklassen vertreten.

Tatsächlich handelt es sich bei der Loge „Zu den Romeriken Bergen“ um eine reine Männerloge. Frauen sind zwar stets willkommen, sie gehören aber nicht der Loge an. „Weibliche Logen gibt es aber durchaus. In Köln zum Beispiel“, so Roth. Diese Trennung führt er vor allem auf die Ursprünge der Freimaurer zurück. Die Steinmetz-Zunft habe eben auch nur aus Männern bestanden. Wichtig ist ihm aber auch, hervorzuheben, dass die Loge kein Geheimbund sei, sondern ein Verein aus Gleichgesinnten, die frei denken. Diese stünden füreinander ein, und als Verein spendeten sie auch regelmäßig für gute Zwecke.

„Zu den Romeriken Bergen“ ist Teil der Nacht der Kultur

Ein bisschen öffentlicher wird es bei der Loge aber schon. Für Neugierige ist das Logenhaus zur Nacht der Kultur am 29. Oktober geöffnet und bietet unter anderem eine Ausstellung zum Thema Freimaurerei an. Dazu soll es auch ein paar Kurzvorträge und Musikbegleitung geben.

Beim Gästeabend Ende Oktober wird es übrigens viel um das Thema Wasser gehen: Die Loge lädt den Wupperverband für einen Vortrag ein, der etwas Hintergrund für die abendlichen Gespräche liefern soll.

Die Loge

Gegründet wurde die Loge offiziell 1902, obwohl die Freimaurerei als Gedanke viel älter ist. Das jetzige Logenhaus wurde 1952 bezogen. Der vorherige Sitz der Loge in der Königsstraße war im 2. Weltkrieg zerstört worden. Das Logenhaus ist außerdem Sitz der zweiten Freimaurerloge „Zur Stadt auf dem Berge“. Die Räumlichkeiten können für regelmäßige oder einmalige Versammlungen oder Feiern angemietet werden.

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