Antrag

Freilauffläche für Hunde soll Konflikten vorbeugen

Auf engen Waldwegen kommen sich teils Hundebesitzer und Radfahrer in die Quere. Die Linke regt deswegen eine Hundewiese für Lennep an. Und schlägt dafür unter anderem Flächen vor, die zur Realisierung des DOC benötigt würden. Symbolbild: Melissa Wienzek
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Auf engen Waldwegen kommen sich teils Hundebesitzer und Radfahrer in die Quere. Die Linke regt deswegen eine Hundewiese für Lennep an. Und schlägt dafür unter anderem Flächen vor, die zur Realisierung des DOC benötigt würden.

Antrag in der Bezirksvertretung: Die Linke möchte Hundewiese in Lennep

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Partei Die Linke wünscht sich eine Hundewiese in Lennep. In einem Antrag für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung (BV) am Mittwoch schlagen die Linken vor, die Verwaltung zu beauftragen, „an einem geeigneten Standort im Stadtteil Lennep eine umzäunte Freilauffläche für Hunde zu errichten“. Eine Idee, die auch mit Corona zu tun hat. Und deren Umsetzung eine gewisse politische Brisanz bieten könnte – aufgrund der Vorschläge für eine solche Fläche.

In der aktuellen Pandemie habe sich die Zahl der Hundehalter „sichtbar erhöht“, heißt es zur Begründung. Eine Beobachtung, die auch von bundesweiten Zahlen bestätigt wird. So hatte der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) bereits Ende Januar berichtet, dass 2020 rund 20 Prozent mehr Hunde verkauft worden seien als in den Vorjahren und diese Nachfrage auch über den Jahreswechsel hinaus anhalte. Bei einigen Züchtern seien schon die nächsten vier oder fünf Würfe von Kunden reserviert. Auch in Remscheid wurden zuletzt mehr Hunde angemeldet.

„Viele der neuen Hunde sind aufgrund der Schließung von Hundeschulen noch nicht imstande, auf Waldwegen frei zu laufen.“

Aus dem Antrag der Linken

Eine Entwicklung, die „bereits zu einigen Konflikten geführt hat“, wie die Linke in ihrem Antrag schreibt. Tatsächlich sind die sozialen Netzwerke voll mit Berichten über Fußgänger und Radfahrer, die mit Hundehaltern und ihren Tieren aneinandergeraten sind. Zudem beschweren sich Jäger und Förster über das aus ihrer Sicht rücksichtslose Verhalten mancher Frauchen und Herrchen. Auch das könne eine Folge von Corona sein, vermuten die Linken: „Viele der neuen Hunde sind aufgrund der Schließung von Hundeschulen noch nicht imstande, auf Waldwegen frei zu laufen.“ Eine Hundewiese könne helfen, solchen Konflikten vorzubeugen, erst recht in der Brut- und Setzzeit, heißt es in dem Antrag der Linken.

Bisher gibt es ausgewiesenen Freilaufflächen für Hunde in Remscheid nur im Stadtpark und im Süd-Bezirk in der Grünanlage Kuckuck. Eine weitere Hundewiese hatten vor etwas mehr als einem Jahr Anwohner des Hohenhagen angeregt. Der höchste Punkt Remscheids, im Winter ein gern genutztes Rodelrevier, ist bei vielen Hundebesitzern beliebt. Allerdings blieb die Suche nach einem geeigneten Grundstück damals ohne Erfolg. Die Idee wurde schließlich verworfen.

Dieses Problem droht nun auch in Lennep. Denn freie Flächen sind in Remscheid grundsätzlich rar. Und Grundstücke, die als Freilauffläche für Hunde ausgewiesen werden, können nicht mehr anderweitig genutzt werden, fallen also als Spielfläche oder Ähnliches weg. Die Vorschläge, die im Antrag der Linken genannt sind, dürften außerdem bei der Verwaltung und der Mehrheit der anderen Parteien auf wenig Gegenliebe stoßen. Neben einer Grünfläche zwischen Teichstraße und Am Drosselshang, die aber zu klein sein dürfte, schlägt die Partei nämlich Teile des Bachtals und des Kirmesplatzes vor.

Beide Flächen würden allerdings benötigt, um das Designer Outlet-Center (DOC) zu realisieren. Der Kirmesplatz für das geplante Parkhaus, das Bachtal als Ausgleichsfläche für das große Bauprojekt. Bekanntlich kämpft die Stadt, unterstützt von einer breiten Mehrheit in der Politik, nach wie vor für das DOC, unter anderem vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig. Die Linke hingegen spricht sich schon länger gegen das Projekt aus. So sitzt Peter Lange, der Vorsitzende der Bürgerinitiative Lennep, für Die Linke im Remscheider Stadtrat.

Die Mehrheit der Parteien in der BV Lennep dürften entsprechend Kirmesplatz und Bachtal, wenn überhaupt, nur vorübergehend als Hundewiese freigeben. Ob sich andere, langfristig nutzbare Flächen finden, ist fraglich. Die Bezirksvertretung berät den Antrag der Linken in ihrer Sitzung heute Abend ab 17.30 Uhr im großen Ratssaal des Remscheider Rathauses.

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