Undichtes Dach

GGS Freiherr-vom-Stein: Stadt findet keinen Zimmerer

Das Nebengebäude der GGS an der Hardtstraße ist eingerüstet. Wann ein Zimmerer hier startet, ist fraglich. Foto: Roland Keusch
+
Das Nebengebäude der GGS an der Hardtstraße ist eingerüstet. Wann ein Zimmerer hier startet, ist fraglich.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
    schließen

Eltern schreiben Brandbrief – 100 Kinder müssen pendeln.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Mit einem Brandbrief haben sich die Eltern der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Freiherr-vom-Stein an Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU) gewandt. Ihre Kritik: Am GGS-Nebengebäude an der Hardtstraße tut sich seit drei Monaten nichts. Dabei sollte die dringend notwendige Sanierung des Dachs längst gestartet sein. Denn es ist undicht; Feuchtigkeit zieht ein. Seit drei Monaten müssen die 100 Kinder täglich von der Hardtstraße zum Ersatzquartier KGS Am Stadion und wieder zurück laufen. „Das ist eine untragbare Situation“, befand ein sichtlich erboster Markus Kötter in der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep am Mittwoch.

Das Problem: Die Stadt findet laut Gebäudemanager Thomas Judt keinen Zimmereibetrieb. Für die Instandsetzung der feuchten Dachbalken und die Sanierung der Treppe zum Dachgeschoss seien trotz direkter Ansprache geeigneter Handwerker und deren Zusage keine Angebote abgegeben worden. Nun suchen Verwaltung und Architekturbüro Zimmerer bis in die Eifel. „Ich kann es nicht ändern. Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, betont Judt. Sollte bald ein Betrieb gefunden werden, könnte die Balkensanierung in der ersten Novemberwoche starten – und die Arbeiten Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die Aufträge für Fassade, Boden, Anstrich, Dach, Abbruch- und Trockenbauarbeiten sind vergeben. Das Gerüst ist bereits aufgestellt worden.

550 000 Euro stehen für die Sanierung bereit

Das Nebengebäude wurde bislang vom Offenen Ganztag genutzt. Die betroffenen Kinder müssen nun nach dem Unterricht an der Hardtstraße zum Mittagessen in die Schule Am Stadion gehen. Dann geht es zurück zur Hausaufgabenhilfe in die Freiherr-vom-Stein-Schule – und anschließend wieder in die Schule Am Stadion zur Freizeitbetreuung. „Der Weg ist nicht lang und wir haben es gut eingeübt“, sagt Schulleiterin Silvia Siegemund. Die Kinder würden zudem von Lehrern begleitet.

Doch darin sieht der Bezirksbürgermeister ein Problem: „Jetzt, da es in den Herbst geht, müssen die Kinder bei Wind und Wetter rauf und runterlaufen. Das ist nicht in Ordnung. Das hätte die Verwaltung anders planen müssen.“ 550 000 Euro sind für die Sanierung der GGS Freiherr-vom-Stein in den Haushalt eingestellt worden. „Und es passiert nichts. Jetzt stehen wir vor dem nächsten Scherbenhaufen“, sagte Kötter. „Damit tut man den Kindern, Eltern und Lehrern keinen Gefallen.“

Gabriele Kemper-Heibutzki (CDU) zweifelt die Wirtschaftlichkeit des Hauses an. „Zudem sind viele Kinder sauer, weil ihre Hausaufgaben-Zeit durch das Pendeln kürzer wird.“ Schulleiterin Silvia Siegemund sagt, die Kinder hätten sich mittlerweile daran gewöhnt. „Nachdem die Stadt in der KGS Am Stadion nachgebessert hat, finden wir die Räume gar nicht so schlecht.“ Anfangs hatte es hier Probleme mit Ratten und stinkenden Toiletten gegeben.

Standpunkt: Die Krux mit dem Boom

Von Melissa Wienzek

melissa.wienzek@rga-online.de

Der Ärger der Eltern ist nachvollziehbar: 100 Kinder müssen seit Ende Juni täglich von der Freiherr-vom-Stein-Schule zur KGS Am Stadion hin und zurück pilgern. Denn sie können das Nebengebäude, das bislang von der OGS genutzt wurde, derzeit nicht nutzen: Die Dachbalken sind marode, Feuchtigkeit ist eingedrungen. Der Ärger der Eltern ist deshalb nachvollziehbar, weil seit Ende Juni nichts passiert ist, die Kinder aber seitdem pendeln müssen. Gerade jetzt, da die dunkle Jahreszeit anbricht, könnte das unangenehm werden. Zum Glück nehmen es die Kinder relativ gelassen hin, sie haben ihren neuen Schulweg gut eingeübt und werden von Lehrern begleitet. Nachvollziehbar ist aber auch das Problem der Stadt: Dem Gebäudemanager sind die Hände gebunden. Er findet keinen Zimmermannsbetrieb, der die maroden Dachbalken austauschen möchte. Er verspricht, mit Hochdruck weiterzusuchen. Das Positive: Das Handwerk boomt. Der Nachteil: Betriebe können sich ihre Aufträge derzeit ganz genau aussuchen. Und da hat die öffentliche Hand oft das Nachsehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Corona: Corona-Hilfe für Vereine - Inzidenz sinkt auf 13,5
Corona: Corona-Hilfe für Vereine - Inzidenz sinkt auf 13,5
Corona: Corona-Hilfe für Vereine - Inzidenz sinkt auf 13,5
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei
Fluten schädigen die Ökosysteme langfristig
Fluten schädigen die Ökosysteme langfristig
Fluten schädigen die Ökosysteme langfristig

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare